Hund bellt in bestimmten Situationen,wie gewöhne ich es ihm ab?

6 Antworten

Darf ich fragen, warum Du ihr in die Seite zwickst? 

Es mag ja jetzt noch warnend klingen, aber laß Dir bitte gesagt sein und da spreche ich aus Erfahrung, das kann echt böse werden. 

Knurren so stimme ich Dir zu, ist erst einmal keine Aggression sondern Kommunikation und sei froh drum, das sie knurrt. Ich kenne genug Hunde die haben auf Grund der Behandlung der Halter das knurren abgelegt, beissen nun dafür direkt. 

Leckerlis bringen nie was insofern man sie nicht richtig anwendet ;-) 
Einfach reinstopfen oder aber ablenken ändert leider nur in Ausnahmefällen etwas an der emotionalen Lage des Hundes. 

Das was ich Dir empfehlen kann ist natürlich ein gut ausgebildeter kein eingebilderter Hundetrainer, worauf Du ja geschrieben hast das es Dir zu teuer ist. 

Die andere Sache die ich Dir ans Herz legen kann ist Beschäftigung mit dem Lernverhalten von Hunden, denn momentan bringst Du ihr nur bei, das Menschen etwas schlechtes sind. 

Schau mal Dein Hund schaut einen anderen Menschen an und Du zwickst ihm in die Seite, dann verknüpft (assoziiert) er das schlechte nun mit dem was er ansieht und in dem Fall sind das Menschen und genau das was Du schon hast möchtest Du doch umenken aber nicht noch schlimmer machen. 

Also trainiere einen Marker auf, das ist m.M.n. das A und O was Du als erstes tun solltest. Ein Marker kann ein Clicker oder auch ein Wort sein wie ein Tip, Tip, Click oder ähnliches, aber möglichst kurz und knackig. 

Also entweder Clicker kaufen oder aber Wort aussuchen und diesen am besten in den eigenen 4 Wänden ohne jegliche Ablenkung trainieren. 
Da wo eh schon die Aufmerksamkeit auf Dir liegt clickst Du/sagst Dein Wort und gibst ihr ein Leckerchen. Das machst Du in verschiedenen Positionen, ob Du auf der Couch liegst, ob Du stehst oder auch wenn Du sitzt. 
Dann machst Du das z.B. im Hof, auf einer Wiese OHNE Ablenkung also KEINE Menschen oder andere Hunde, das ist wichtig, denn der Hund soll das so stark konditionieren (lernen), das der Clicker oder das Wort eine emotionale Bedeutung erhält und die kann und sollte demnach nicht in Anwesenheit etwas negativem wie Menschen oder auch Hunden erlernt werden. 

Das ganze solltest Du auch für mindestens (damit es wirklich super gut auftrainiert ist) für ca. 3 Tage machen. Feststellen wirst Du vermutlich schon nach ein paar Wiederholungen, das sie auf den Clicker oder das Wort mit einer Umorientierung (UO) reagiert. 

Danach gehst Du gezielt, d.h. Du gehst los und triffst Dich am besten mit Personen die Du verbal steuern kannst. 

Schau ab welcher Moment sie anfängt zu knurren und genau da solltest Du gaaanz genau schauen, denn man muß um eine Gegenkonditionierung herbeizuführen unter der Verhaltensreaktion anfangen. Also gucken ab wann der Hund knurrt und bevor er knurrt bekommt er ein Click oder Dein Markerwort und ihm wird eine Alternative geboten. 

Je nachdem und das ist das schwierigste überhaupt von hieraus zu beurteilen, was für eine Motivation dem Verhalten zu Grunde liegt, könntest Du z.B. ein "hinter Dich stellen" anbieten oder ein Fusstouch alles sollte aber möglichst mit der Entfernung zum Auslöser (Mensch/Hund) passieren. 
Entfernt sich der Mensch hat der Hund gelernt, das das knurren erfolgreich war und wurde somit falsch verstärkt, ergo ist es wichtig, das DU Dich MIT Deinem Hund entfernst. 

Auch das was Du als Alternative bietest, solltest Du vorhergehend in den eigenen 4 Wänden auftrainieren, das was Du wählst bleibt eigentlich Dir überlassen insofern es etwas ist, womit Du Dich vom Auslöser (Mensch/Hund) mit ihr entfernen kannst. 

Auch wäre es eine Möglichkeit die vermutlich wesentlich einfacher ist, wenn Du Dir zu Gassigängen "Verstärkung" mit nimmst. 

Eine 2. Person die sich abseits von Euch hinstellt und den Passanten die da herkommen ein Leckerchen in die Hand drückt und sie darum bittet, den Hund doch nach Möglichkeit zu ignorieren, nicht anschauen/ansprechen oder ähnliches, sondern einfach daran vorbeilaufen und das Leckerchen fallen lassen. 

Das ist aber eine Sache die natürlich die Mitarbeit vieler anderer Leute bedingt, denn das ganze wird nicht nach 2 Passanten gegessen sein und vermutlich wird auch nicht jeder mitmachen wollen. 

Tja und ansonsten bleibt nur noch eine gute Hundeschule. 
Eine Hundeschule die im übrigen solche Kommentare loslässt wie "Das ist die Rasse, da kann man nix machen" ist totaler Unsinn, aber ich denke das hast Du nun auch gemerkt ;-) 

Das war schonmal klasse beschrieben, dafür als erstes Danke!!

Zur Erklärung, mit dem Zwicken war kein dolles Kneifen gemeint, sondern nur ein Ablenken ;) Denn wenn wir laufen juckt es sie herzlich wenig, wenn uns da wer entgegen kommt.

2. Person als Verstärkung wäre klasse, allerdings bin ich meist allein Unterwegs, da meine Bessere Hälfte auf Montage und die Familien/Freunde zu weit weg wohnen.

Das mit den Leckerlies ist keine gute Idee, denn wir bringen ihr bei von keinem Fremden etwas zu nehmen, und schon gar nichts am Boden liegendes...

Aber ansonsten werden wir deine Tipps mal ausprobieren :)

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@Faerolan

Das ist aber kein ablenken, sondern negative Aufmerksamkeit und die verstärkt Dein Problem eben weiterhin ;-) 

Ok, das wußte ich ja nicht, was natürlich sinnvoll ist einen Hund nichts vom Boden fressen zu lassen, aber dann würde ich trotzalledem den Marker auftrainieren und es eben mit der Entfernung zum Auslöser erarbeiten. 

Da ja Du die Distanzierung bestimmst, kannst Du Dich ja auch auf eine Wiese stellen, so das Leute eben in einer gewissen Entfernung an Euch vorbei gehen. 

Sie muß sie wahrnehmen aber sie darf noch nicht reagieren und bekommt bei Sich von diesen Leuten direkt den Marker und ein Leckerchen, dann verkleinert man die Distanz in Folge immer weiter aber achtet sehr genau auf ihr Verhalten, sobald einmal ein kurzes Grummeln kommt muß die Entfernung erst einmal wieder erhöht werden. 

Eine Gegenkonditionierung braucht Zeit und hier ist das auch nur von den prinzipiellen Grundschritten erklärbar, alles andere kann man nur vor Ort machen, da ich das Verhalten Deines Hundes nicht sehe und somit auch nicht beurteilen könnte was nun besser und auch eventuell schneller wirken würde. 

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@Elocin2910

PS: Ich denke im übrigen, dass Du hier noch einiges tun kannst, denn Hund noch sehr jung, Verhalten bei weitem nicht so ausgeprägt das man sagen müßte "ist bissig" und auf Grund des Alters des Hundes hat es sicherlich auch noch nicht so verfestigt, das man zwingend von einer Generalisierung (Bezug auf alles was mit Menschen zu tun hat) sprechen müßte. ;-) 

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Dir is schon bewusst dass sich Hunde untereinander bei falschem verhalten auch zwicken/stoßen? Das nennt man Korrektur und hat nichts damit zu tun, dass man dem Hund beibringt dass der Mensch was schlechtes oder negatives ist wenn man das in so einer Situation benutzt..

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Was natürlich nicht heißen soll dass man keinen Klicker benutzen sollte, fand nur das mit dem verknüpfen seltsam.

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@ismiregal777

Dir ist schon bewusst was Assoziationsverhalten heißt? 

Ich möchte Dir nahe legen Dich mit lerntheoretischen Vorgängen auseinanderzusetzen, dann findest Du das "verknüpfen" nicht mehr seltsam. 

Das was Du Korrektur nennst wird bei wissenschaftlich fundierten Training nicht angewandt, da wird erwünschtes Verhalten verstärkt und unerwünschtes Verhalten umgelenkt. 

Bezüglich der Korrektur unter Hunden so war hier die Rede davon das der Mensch dieses zwicken/stoßen ausführt und seit wann sind Menschen Hunde? 

Wobei ich das auch nicht bei meinen damalig 6 gleichzeitig gehaltenen Hunden beobachtet habe und jetzt sieht man das bei meinen zweien auch nicht und sowas möchte ich auch nicht, denn das gibts selbst bei einer Wolfsfamilie nicht. 

Bei Hunden deren Ausbildung friedlich und ohne Geschreie und Rudelführerschaft erfolgt wird man so etwas selten bis gar nicht sehen, es sei denn im Verhaltenskreis spielen, was dann allerdings keinerlei negative Komponente besitzt. 

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Es geht doch gar nicht ums verknüpfen an sich, sondern dass du das in diesem Szenario zur Sprache gebracht hast. Auf der einen Seite scheinst du ja Ahnung zu haben, doch auf der anderen Seite, bist du mit dem natürlichem verhalten eines Hundes nicht sehr vertraut. Entweder wir reden aneinander vorbei und sprechen von zwei verschiedenen Dingen oder es ist so wie ich es eben gesagt hab. Mein Hund ist top erzogen, hört aufs Wort, ist nicht aggressiv und hat keinerlei Angst oder dergleichen, also so viel kann ich ja nicht falsch gemacht haben. Jeder Hund den ich bis jetzt hatte und auch Menschen in meiner Umgebung, fragen mich nach Rat und bis jetzt habe ich noch jeden Hund "hinbekommen" sag ich mal.

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@ismiregal777

Ich beziehe mich damit auf Deinen ursprünglichen Text und darin hast Du geschrieben das Du ihn bei Sicht von Menschen in die Seite zwickst. Das wiederholt gemacht und Du wirst im weiteren Verlauf damit aggressives Verhalten initiieren oder aber das bellen verstärken. 

Das zwicken ist in diesem Kontext als pos. Bestrafung (pos. im lerntheoretischen mathematisch gesehen) zu bezeichnen und lässt bedingt des Assoziationslernen eine Verbindung zwischen dem gesichteten und der Emotion entstehen die in diesem Moment stattgefunden hat. 

Das natürliche Verhalten von Hunden beinhaltet kein zwicken/stoßen insofern sie stressfrei erzogen werden. 

Stress bedingt aggressives Verhalten unter Hunden und auch in der Mensch-Hund-Beziehung erst Recht wenn es um strafliche Einwirkung der Bezugsperson geht. 

Wenn Dein Hund weder Angst noch Aggression zeigt warum bellt er dann in bestimmten Situationen? Vermutlich ist hier die Motivation Angst, also die zugrundeliegende Ursache. 

Ein Halter der dann Freeze, Fiddle about/Flirt übersieht und Flight verhindert hat dann in Folge Fight und diesem noch ein zwicken/stoßen in die Seite zugefügt, bekommt man einen aggressiven Hund oder aber man zwickt/stößt so feste, das der Hund in der erlernten Hilflosigkeit endet. 

Ich habe auch nirgendwo geschrieben das Du alles oder viel falsch gemacht hast, sondern habe ich nur das zwicken/stoßen in diesem Kontext konstruktiv kritisiert respektive versucht Dir zu erklären was da beim Hund im Kopf passiert. 

Du hast um Rat gefragt und ich habe nicht mehr versucht als Dir zu helfen, das darfst Du entweder gerne annehmen und ausprobieren oder aber Du tust es nicht, diese Entscheidung bleibt doch letztendlich Dir überlassen. 

Nur jede Frage die ich beantworte, beantworte ich nach bestem Wissen und Gewissen ;-) 

Lasse mich auch gerne korrigieren wenn ich etwas geschrieben habe, was dem heutigen Wissenstand über Hunde und Hundeverhalten nicht entspricht. 


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Ich bin gar nicht der Fragesteller 😂😅

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@ismiregal777

LOL, das ist auch eigentlich egal, denn Dein erster Einwand war:

"Dir is schon bewusst dass sich Hunde untereinander bei falschem verhalten auch zwicken/stoßen? Das nennt man Korrektur und hat nichts damit zu tun, dass man dem Hund beibringt dass der Mensch was schlechtes oder negatives ist wenn man das in so einer Situation benutzt.." 

...aber nur weil Dich Menschen um Rat fragen, heißt es nicht das Du Dich mit Hunden auskennst oder weil Deine Hunde hören... 

Ich kenne genug Hunde die hören aufs Wort und leben dabei in der erlernten Hilflosigkeit, sind z.T. dauergestresst und zeigen eine deutlich gesenkte Reaktionsschwelle, ob ich einen solchen Hund als gut erzogen betrachte, sicherlich nicht eher aber tun mit solche Hunde leid. 

Ich kann mir über Deine Erziehungsmethodiken kein Urteil erlauben da ich Dich nicht kenne aber die Aussage die Du hier als erstes tätigst ist grundlegend falsch und lässt vermuten das Dir lerntheoretische sowie auch praxisnahe Informationen fehlen. 

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Naja mag sein dass es auf viele Hunde zutrifft, aber wie du schon selbst sagst, du kannst nicht darüber urteilen ohne es zu sehen. Um dich aber zu beruhigen, mein Hund ist weder gestresst noch hilflos ^^ Mein Hund ist immer sehr ausgeglichen und das ist für einen Hund in meinen Augen am wichtigsten. :)

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@ismiregal777

Wie geschrieben über Dich und Deinen Hund urteilen möchte ich nicht, aber Dir nahe legen Dich ausgiebig auch und erst Recht über lerntheoretische Vorgänge und Stress sowie dessen Auswirkungen ;-) 

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Kannst ja mal nen Link oder so hier lassen und ich werds mir mal anschauen. :) Wissen lässt sich immer erweitern, wobei mein Hund sowas wie Stress nicht wirklich kennt. :)

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@ismiregal777

Als Grundlage würde ich dafür immer gerne Bücher empfehlen, z.B. von Viviane Theby Verstärker verstehen (Lerntheorie) aber was die Grundlagen betrifft, fängt man vielleicht erst einmal mit Miklosi und Bradshaw an und richtig richtig gut ist Patricia B. McConnell. 

Aber das bleibt einem eben auch immer selbst überlassen ;-) 

Das möchte und kann ich nicht beurteilen und ich sage ja auch nicht, das ein Hund gar keinen Stress haben sollte/dürfte, Stress gehört zum Leben dazu und das für jedes Lebewesen. 

Allerdings sollte man eben auch in diesem Bereich zwischen Di- und Eustress unterscheiden ;-) 

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teritorielle Leinenagression ist das, was dein Hund anzeigt. Übe positive Reitzverstärkung aus. übe mit Hilfe von einem Clicker. Clicker wird mit positivem verknüpft, es dauert seine Zeit aber es lohnt sich. Es gibt natürlich auch die Wasserpistolenübung aller Martin Rütter, oder Knuff in die Seite aller Cesar Milan, und hast du Erfolg, ehrlich nein, es setzt keine Langzeitwirkung ein, oder ? Clicker bedeutet Futter, also etwas schönes positives. 

Dreh sie weg und lass sie nicht hinschauen oder du zupfst an der Leine, aber natürlich nicht übertreiben, 5 Monate ist noch sehr jung. Du wirst ja merken ab wann es ihr was ausmacht bzw sie darauf reagiert. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du zupfst und nicht ziehst. Achja und immer ruhig bleiben, laut werden bringt nie was. :)

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