Heinrich Heine "letzter" - "enlaufener" oder "Überwinder" der Romantik?

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2 Antworten

Heinrich Heine ist meines Erachtens nach als ''entlaufener Romantiker'' zu bezeichnen. Bei literarischen Werken und ihren Verfasssern/Publizisten ist stets zu beachten, dass diese meistens nicht in eine klare literarische Epoche einzuordnen sind. Als bekanntes Beispiel kann man das Drama ''Die Jungfrau von Orleans'' von Friedrich Schiller anführen. Darin sind nicht nur romantische, sondern auch klassische Elemente zu finden. Auch ist dies bei Heinrich Heine selbst zu finden. Zu Beginn seiner schöpferischen Zeit war er ein typischer Romantiker, der oftmals Volkslieder usw. verfasste. Später wandte er sich politischen Themen zu und forderte eine neue und zeitgenössische Literatur. Jeder Schriftsteller solle Stellung beziehen, um der Bevölkerung bei ihrer Entwicklung zu helfen und ganz Deutschland voranzutreiben. Er war sehr kritisch gegenüber der Politik und kritisierte diese in diversen polemischen Schriften. Dies oft auch auf eine ironische Art und Weise. Heinrich Heine war also deswegen ein ''entlaufener Romantiker'', weil seine Literatur zwar romantische Züge aufweist, er diese aber durch Kritik an der Politik erweitert, was bezeichnend für die literarische Epoche des Vormärz ist. Diese Ambivalenz des Stils ist auch im Versepos ''Deutschland. Ein Wintermärchen'' zu erkennen. 

Ich hoffe sehr, dass ich dir helfen konnte! :) 

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Heinrich Heine hat sich selbst als "entlaufener Romantiker" bezeichnet.:

http://www.heinrich-heine.net/gestd.htm

Das französische Wort "défroqué" bedeutet z.B. "aus einem Orden austreten".

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