Grammatik: Wann lässt man den Artikel eines Wortes weg?

5 Antworten

1. Beides ist möglich, nehme ich an. Mich würde es aber nicht wundern, wenn es dir ein Lehrer in seinem Größenwahn anstriche.

2. Die Standardsprache verlangt trotz + Gen., weil das Bildungsbürgertum den Genitiv dank seines vermeintlichen Privilegs, nur in der Schriftsprache vorzukommen, vergöttert. Wir wissen aber, dass mit Präpositionen, die einen inhaltlichen Bezug kennzeichnen, im Deutschen immer der Dativ steht. 

Die Umgangssprache und damit alle nicht reaktionären Deutschsprecher bzw. ihre Sprachzentren hab das erkannt und benutzen wegen, statt oder trotz mit dem Dativ. Bis in die Schrift ist das aber noch nicht vorgedrungen. 

Wie verzweifelt sich die Sprache vom Genitiv mit Präpositionen lösen will, zeigt sich daran, dass man im selben Atemzug mit trotz des Regens dennoch trotz allem oder trotzdem sagt. 

Eindeutig keine Genitive.

Man lässt einen Artikel weg, wenn man eine allgemeine Aussage machen möchte. Da viele dies nicht wissen, geht es gelegentlich durcheinander.

Bei Regen bleibt man zu Hause. (allgemein)
Bei dem Regen gehe ich nicht raus. (gemeint ist der momentane Schauer)

Geld stinkt nicht.
Ich brauche das Geld für ein Eis. (eine bestimmte Menge Geld)

Auch hier kann man den Artikel noch weglassen, wenn man zum Ausdruck bringen möchte: ohne Geld gibt es eben kein Eis; und das ist dann wieder eine allgemeine Aussage.


Der Plural des unbestimmten Artikels existiert nicht, daher immer:

Singular: ein Pferd        Plural: Pferde

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Bei trotz ist nicht immer ganz klar, ob es die Präposition trotz ist (ursprünglich mit Genitiv) oder ob es vom mittelalterlichen Trutz herkommt: Trutz dem Grafen = Ungehorsam gegenüber dem Grafen

Das hat sich inzwischen mit trotz vermengt.

Grammatikalisch korrekt wäre, wenn man sich ordentlich ausdrücken möchte, trotz des Regens.

Und meiner Meinung nach kannst du den artikel vor Kälte weglassen! :)

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