Gibt es die Piemont-Kirsche wirklich (nicht)? Erfindung von Ferrero?

5 Antworten

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Diese ist mit Kirschlikör (etwa 0,66 g) und einer sogenannten „Piemont-Kirsche“ gefüllt. Trotz des Namens „Piemont“ kommt die Kirsche nicht etwa aus Italien, sondern wird dort eingekauft wo Ferrero die besten Konditionen erhält. Aus Qualitätsgründen sind es häufig Kirschen aus Chile. Die Kirschen werden früher geerntet als andere da sie zur Verarbeitung fester sein müssen. Das Wort Piemont-Kirsche ist eine im Markenregister eingetragene Marke und stellt ein spezielles Verfahren dar.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mon_Ch%C3%A9ri

aber das heißt doch im Grunde das es stinknormale Kirschen sind oder???

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@mum45kids

jede Kirsche ist stink normal. Nur die Weiterverarbeitung macht sie zu einer Piemont-Kirsche. Das ist halt ein spezielles Verfahren

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Mon Chérie ist die beliebteste Praline Deutschlands. Die Schoko-Alkohol-Kirschmischung gibt es käuflich übrigens nur in den Wintermonaten. In den Sommermonaten macht die Praline nämlich Pause – um die Qualität zu wahren, meint Ferrero. Die Piemont-Kirsche ist keine richtige Sorte, sondern eine bloße Erfindung der Marketingabteilung von Ferrero.

Die Kirschen, die bei der Herstellung deshalb verwendet werden kommen also nicht aus Italien, sondern aus Portugal – und zwar aus einer Gegend namens Cova da Beira. Cova-da-Beira-Kirsche klingt aber nicht annähernd so interessant und assoziiert in unserem Gedächtnis auch nicht gerade die Erinnerung an den letzten Italienurlaub. Und Italien ist nun mal populärer.

Die Geschichte geht etwas anders :

In den 50er (und auch noch in den 60er ?) Jahren hat die Schweizer Schokoladenfirma Cailler (Besitzerin ist Nestle) "Paschas" hergestellt. Dazu hat man Kirschen mit Stengel (!) in Alkohol (ich weiss nicht ob Kirschwasser oder Cognac) eingelegt. Wenn die so richtig "durch" waren, wurden abgetropft und dann in heiss geschmolzenen Zucker eingetaucht (am Stengel aufgehängt) Der Zuckerüberzug erstarrte, wenn die aus dem Zuckerbad kamen. Dann kam als nächstes ein Schokoladenbad dran. Wenn diese Kirschen ein paar Tage lagen, löste sich der Zucker in dem Schnaps aus der Kirsche auf und die Kirsche "schwamm" in dem Schokoladenüberzug. Das Verfahren war zu teuer und die Kirschen auch zu empfindlich und man hat die Produktion eingestellt. Wahrscheinlich haben als erste Kirschen in der Schweiz dafür Kirschen aus Zug oder Schwyz herhalten müssen.

Anyway, bei der Schweizer Konfiserie Sprüngli (NICHT Lind & Sprüngli !) kann man solche Kirschen heute noch/wieder kaufen zum Beispiel in Zürich am Paradeplatz. Natürlich nicht mit dem Namen Paschas. Da diese Kirschen hochempfindlich sind, gibt es die Körbli nur vor Ort und werden auf dem Postwege NICHT verschickt.

Nun haben sich die Italiener von Ferrero (Nutella) der Sache angenommen und solche Kirschen industriell hergestellt, das Mon Cheri. Weniger aufwendig, weniger empfindlich. Kirschen aus dem Piemont haben keinen besonderen Ruf, die von Ferrero werden die irgendwo einkaufen. Die einzigen Kirschen Italiens die einen Ruf haben sind die aus der Stadt Vignola in der Emilia Romagna. Die sind aber bald Pflaumengross und für diesen Zweck daher ungeeignet.

Dann hat es wohl noch Anpflanzungen von Maraska-Kirschen in den Euganeen, die sind mit Ihrem wenigen Fruchtfleisch und dickem Stein für diesen Zweck aber auch ungeeignet.

Dafür wurde im Piemonte in Turin der Nougat (Granduja) erfunden. Während einer Belagerung gingen die Kakao-Bestände zur Neige und man hat die Schokolade mit Haselnuss-Mehl gestreckt. Als die Hungersnot vorbei war fand man das Rezept gut und hat das beibehalten. (Das sind Notzeiten auf Italienisch, wenn es nicht genug Schokolade hat, tröstet man sich halt mit Nougat). Noch heute kann man in Torino einen "Schokoladen-Pass" abfassen, der zum dann kostenlosen Probieren in den diversen Schokoladenkonfiserien berechtigt ! (Was für Schokoholiker)

Weiters kommt aus dem Piemonte das Torrone, so eine Art türkischer Honig. Das hat sich wieder ein Schweizer Herr Tobler zu Nutze gemacht und gehächseltes Torrone in seine Schokolade gerührt und nannte das dann Toblerone.

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