Gibt es Anglizismen im Bereich Medizin?

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8 Antworten

"evidence based" - wenn zB eine bestimmte Behandlung erwiesenermaßen erfolgrech ist.

"flap" - ein Hautlappen zur Deckung eines Defekts. Die verschiedenen Arten dieser Lappen werden häufig, aber nicht immer, englisch bezeichnet.

"flapping tremor" - zitternde Hände, Asterixis

"Coping" - Verhalten zur Bewätigung komplizierter Situationen. Aus der Psychologie

"DNA" - auf deutsch eigentlich DNS, was aber kaum noch benutzt wird

"DRG, diagnosed related groups" - ein Klassifikationssystem, hat zB mit der Abrechnung zu tun.

"Pen" - das benutzen Diabetiker für ihr Insulin

"Tray" - Box für Instrumente. Häufiger als Sieb oder Kassette bezeichnet.

Wunde"management", Notfall"management", Qualitäts"management", natürlich "Timemanagement"

"Bourn out" - bekannte Krankheit. Viele Krankheiten haben englische Bezeichnungen. Einige wurden ja schon genannt. Auch viele Gerätschaften oder Materialien haben englische Namen. Nahtmaterial zB ist meist mit englischen Abkürzungen bedruckt.

Mir fallen auch noch ein paar Begriffe aus der Zahnmedizin ein:

"attached Gingiva" - befestigte Schleimhaut

"Hyrax" - kieferorthopädische Apperatur

"WHO"-Sonde - World-Health-Organisation-Sonde. Ist einfach ein lustiger Name für so ein kleines Instrument, finde ich.

"Cover Denture" - Art von Prothese

"Food Impaction" - Speisereste in einer Wunde

Ich bin mir sicher, dass ich noch viel mehr kenne. Aber gerade, wenn man sie täglich hört oder selbst benutzt, fallen sie einem kaum ein.

Daran kann man schön sehen, was die Medizin wann geprägt hat: Anatomische Strukturen sind grundsätzlich in Latein, klinische Bezeichnungen (sollten) in Altgriechisch gehalten werden. Davon abweichend gibt es die beliebten Benennung von Krankheiten/ anatomischen Strukturen nach dem Entdecker (Morbus Alzheimer, Crohn.../ Meckel-Divertikel) und neuerdings die englische Nomenklatur. Auch der Französische Einfluss ist nicht zu unterschätzen, siehe z.B. Peritoneal-Lavage. Da ein großer Teil des Medizinischen Fortschritts im 20. JH in den USA stattgefunden hat, sind viele (schon genannnte) Begriffe eben englischer Natur. Das ist natürlich ein Problem, da Ärzte weltweit wissen, was mit der Ateria dorsalis pedis gemeint ist, Begriffe wie Bypass aber keineswegs eine einheitliche medizinsche Fachspache repräsentieren. Da bleibt nur zu hoffen, das man sich (im Zweifel dann auf die englische Version) einigen kann, sonst wird es schwierig, in der Medizin einigermaßen international zu kommunizieren... Und die ganze Latein- und Griechisch-Lernerei wäre für die Katz ;)

In der Radiologie und Strahlentherapie sind sehr viele Begriffe englisch, schon, weil viele Gerätschaften und Vorgehensweisen relativ neu sind, und englisch seit ca. 70 Jahren die "führende" Wissenschaftssprache ist (davor war das übrigens .... deutsch!).

Beispiele:

coils, headhunter (bestimmte Katheter für Arterien), beams,

Gantry, collapsed-cone, pitch, pencil-beam etc. etc.

Mir fällt grad Crossing over bei der Meiose ein.

Eher nicht. Lateinisch ist die Sprache der Medizin :-)

Ärzte sprechen aber nicht Lateinisch miteinander, auch nicht Altgriechisch.

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Kaum, schon eher Latinismen.

Kannst du Beispiele nennen?

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@MoJiLi

Aus dem psychologischen Bereich Burnout und Borderline-Syndrom.

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