Ich bin inzwischen 21 Jahre alt geworden und ich bin seitdem unglücklich. Ich vermisse die Zeit meiner Jugend. Als Jugendlicher wollte ich immer erwachsen sein, sogar noch als 19-20 Jähriger (d.h. auch noch vor meinem 21. Geburtstag) wollte ich 24-25 sein und es hat mich nicht interessiert älter zu werden.
Aber seitdem ich neulich vor ca. zwei Wochen 21 wurde, hat sich das Blatt komplett gewendet.
Ich fühle mich plötzlich nicht mehr so jung und beneide Jugendliche. Natürlich bin ich im Gegensatz zu 40+ Jährigen jung, aber für die Jugendgeneration ist es eben nicht der Fall. Ich erinnere mich an die Zeit, wo ich 15-16 Jahre alt war und mich freute als meine 10 Jahre ältere Cousine meine Wangen kneifte und mich süß nannte.
Ich erinnere mich an die Schulzeit, wo man noch deutlich weniger Verantwortung hatte und sich keine existenziellen Sorgen machen musste. Man hatte einen festen vorgegebenen Tagesablauf und musste selbst nicht all zu viel nachdenken.
Ich vermisse sogar die Zeit, wo ich jeden Tag mit dem Bus zur Schule fuhr und ja das zwar anstrengend und im Gegensatz zum jetzigen Stand, wo ich ein schönes Auto fahre und flexibel bin, kein Luxus, aber trotzdem würde ich mir eher diesen Zustand zurückwünschen. Ich merke, dass das Autofahren, was ich als Jugendlicher immer wollte, mich unerwartet nicht so glücklich macht.
Ich vermisse das Adrenalin was ich damals hatte, ich wollte cool sein und sogar wenn ich es nicht war (ungepflegt, unsicher, inpulsiv…), hatte ich zumindest das Gefühl. Jetzt bin ich zwar ,,cool'' (hinsichtlich erwachsener und reifer sein), aber habe ebend kein Bedarf mehr danach. Ich vermisse meine alten Freunde bzw. Kollegen und ja, ich könnte Kontakt zu den aufnehmen, aber es wäre keinesfalls wie früher, da jeder seinen eigenen Lebensweg hat und somit auch kaum noch dieselben Interessen. Ich vermisse die Gemeinschaft in der Schule. Ja, es gab nervige Situation (Streit mit Lehrern, nervige Mitschüler, kaum Privatsphäre), aber trotzdem war einem nie langweilig und sogar wenn man mit vielen gar nichr befreundet war, hatte man im Schulalltag mit den meisten was zu tun und fühle sich nicht alleine.
Und zu guter letzt, vermisse ich meine damalige Unreife tatsächlich, weil ich noch damit so unschuldig kindlich war und dafür aber noch die Chance hatte vieles neu zu entdecken und neu zu lernen, was wirklich ein schönes Gefühl im nachhinein gewesen ist.
Ich hörte gestern ein Lied von damals gehört, was ich hörte als ich 15-16 war und habe geweint.
Denkt ihr, ich sollte mich psychologisch untersuchen lassen, wenn ihr das so liest bzw. habt ihr Tipp, wie man damit umgehen kann?