Französische Revolution? Warum haben haben die Bauern die Schlösser gestürmt?

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Es herrschte wirtschaftliche Not. Nach einer schlechten Ernte im Jahr 1788 kam es auf dem Land im Frühjahr 1789 zu Hungerunruhen. Die Brotpreise waren hoch.

Die Landbevölkerung wendetete sich gegen die Feudalordnung mit ihren Abgabenpflichten, Frondiensten, persönlichen Abhängigkeiten und Vorrrechten für Grundherren. Seit dem Dezember 1788 hatten sich Bauern in einigen Gegenden geweigert, Steuern zu zahlen und Abgaben an die Grundherren zu leisten.

Die soziale Unzufriedenheit führte zu einer aufgewühlten Stimmung und brach sich Bahn. Nachrichten (die Bauern waren durch die Korrespondenz der Abgeordneten mit den Wählern, oft sofort gedruckt, über Vorgänge unterrichtet) über die neuen Gesetze der Nationalversammlung wie ihre Schwierigkeiten mit Königshof und Militär steigerten Erregung und Widerstand. Die Bauern wurden durch die Hoffnung auf bessere Zeiten und die Furcht vor einer Rache des Adels angetrieben. Viele Bauern hielten sich wegen billiger Groß-Brotkäufe in Städten auf und sahen die Bildung von Bürgerwehren. Sie fragten sich, warum es nicht endlich zur Abschaffung der Feudallasten kam, sondern sich die Nationalversammlung vorherrschend mit der Verfassung beschäftigte. Die Bauern deuteten als Grund, der Adel sei dagegen und sinne auf Rache. Es entstand das Gerücht von einem aristokratischen Komplott.

Es kam für einige Wochen zu einem urtümlichen Ausbruch kollektiver Ängste und Gewaltreaktionen, als „Grande Peur („Große Furcht“) bezeichnet. Die Furcht (waren umherziehende Banden [„brigands“] und Bettlerzüge, die zur Erntezeit durch die Felder zogen, nicht Agenten der Grundheren, die Zerstörung beabsichtigten?) verbreitete sich wellenartig von Dorf zu Dorf über große Teile des Landes. Sie führte zu Panik, Bewaffnung von Bauernheeren mit Piken und Sensen und einer Wendung gegen die Grundherren und ihr feudales Herrschaftssystem. Es kam zu Plünderungen, Forderunegn und vor allem Zerstörung der Feudalarchive mit dem Ziel der Vernichtung von Urkunden. Die Bauern stürmten im Sommer 1789 (nach dem 14, Juli) Schlösser und verbrannten die feudalen Besitztitel (mit Verzeichnissen von Pachtzinsen, Naturalabgaben Arbeitsdiensten und Ähnlichem).

Bücher in Bibliotheken über die französische Revolution enthalten Darstellungen mit Gründen, z. B.:

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 4., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2004 (Beck's historische Bibliothek), S. 75 – 81

Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution. 3. Auflage, Original-Ausgabe. München : Beck, 2009 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2347), S. 36 - 38

Wolfgang Kruse, Die Französische Revolution. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 2005 (UTB : Uni-Taschenbücher : Geschichte ; 2639), S. 18 – 19 und 116

Es gab Mißernten in ganz Frankreich; die Bauern und die Städter hungerten. Die herrschenden Schichten, der Hof in Paris hatten das Land "ausgesaugt" und waren weder willens noch in der Lage, neue Impulse zur Belebung der Wirtschaft zu geben.

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