Frage zu Alevite und Sunnite

11 Antworten

Konfessionen, Gruppierungen und Sekten gibt es in jeder Religion. So weit ich weiss, sind die Aleviten so eine Art Freidenker, etwas mystisch veranlagt und nicht so fanatisch. Daher sind sie oft toleranter. - Liebe sollte nicht blind machen, du solltest wissen, wie viele strenggläubige Moslems mit Frauen umgehen.

Man könnte ja meinen, dass Liebe alle Grenzen ueberwindet, doch diese Liebe und dieses "Grenzen ueberwinden" muss beidseitig stattfinden, sonst wird eine solche Ehe die Hölle auf Erden!

Genauso gehts mir auch.
Ich akzeptiere das er religiöser ist.
Denn was ich kann ich schon groß tun.
Ich habe auch einige Zeit lang daran gedacht ob ich mich vielleicht doch umändere.
Aber mittlerweile habe ich mich dazu entschlossen das er mich so nehmen soll wie ich bin.
Weil genauso hat er mich auch kennen gelernt & sich in mich verliebt.  

Wenn dein Freund von Anfang an so viele Forderungen an dich stellt, dann würde das in einer Ehe nur noch schlimmer werden. Er würde ständig Punkte an dir finden, die ihm nicht passen und die du ändern müsstest. Lass dich nicht auf sowas ein, dafür bist du zu wertvoll. Ich bin mir sicher, dass du einen besseren Mann findest, der nicht versucht, dich zu verbiegen, sondern der dich so liebt, wie du bist.

Viel Glück!

Danke für deine Antwort! Das sage ich auch, liebe mich doch so wie ich bin. Als Antwort kommt immer, Ja tu ich doch, dann folgt ein langes Aaabberrr, das musst du machen dies musst du machen. ich weiß echt nicht.....

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@bebeque

Ich kenne ein mädchen die alevitin ist und geheiratet hat mit einem sunniten. Die familie des mannes hatte nichts gegen die ehe. Aber die familie des mädchens schon. Nach der zeit haben sie es akzeptiert. Bis jetzt sind die beiden glücklich und zufrieden verheiratet.

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Du kannst dich doch nicht "freiwillig opfern", aber dein Freund sollte es für dich tun? Und was macht dich denn so besonders, dass er Kompromisse eingehen muss und du nicht? Wenn du Alevitin bist (die nicht betet und praktiziert - es gibt ja auch praktizierende Aleviten), dann wirst du wohl auch z.b. nicht die Waschung nach dem Geschlechtsverkehr vollziehen und ständig in dem rituell unreinen Zustand essen kochen, Kind stillen etc. Und dann evtl. sauer sein, wenn er für 15minuten ins andere Zimmer geht und betet. Oder genervt sein, wenn der Fastenmonat kommt und dein Mann tagsüber nichts isst. Oder aber wenn er mal in die Moschee geht... denn einige (nicht alle) Aleviten betreten ja keine Moschee. Aus deinem Beitrag heraus kann ich mir schwer vorstellen, dass du da nicht sauer wirst...

Ansonsten hier eine andere Antwort. Zwar eine zu einer anderen Frage, aber einige Punkte stimmen bez. deines Anliegens überein.

Eine Partnerschaft kann man sich oberflächlich und metaphorisch gesehen wie das Ying und Yang vorstellen. Jeder tritt aus seiner Grenze heraus, um mit der anderen Seite zu verschmelzen und Eins zu werden. Wenn man gewisse Standpunkte hat, die für einen ein Lebensinhalt sind, ist es schwierig Kompromisse einzugehen. Der Mann verdient in der Regel das Geld. Da er kein Muslim ist, wird er nicht darauf achten (müssen), ob sein Geld wohl (helal) verdient ist. Geld, das nicht wohl verdient ist, steht im Widerspruch der islam. Richtlinien. Dann geht es beim Essen weiter (Speisevorschriften - koscher/halal Fleisch, Zutaten etc.), über partnerschaftliche Beziehungen und die dazugehörige Reinheit. Weiter geht es mit dem Gebet (welcher nichtmuslimische Mann wird Verständnis dafür haben, dass seine Frau 5mal am Tag "abhaut" um beten zu gehen und nicht bei ihm sitzt?). Wieder geht es weiter mit Kindererziehung und deren Essen, Bildung, Religion, Gebet etc. Ich habe bisher keinen einzigen nicht-muslimischen Mann gesehen, der seiner Frau diese Dinge wohlwollend gewährt und dass dabei keine Streitereien entstehen! Eher haben bisher ALLE Frauen ihren Glauben immer weiter abgelegt, da sich nunmal ein Partner dem anderen "nähern" muss, damit es nicht kriselt.


Aber auch muslimischen Männern ist das heiraten nicht so einfach gewährt (bevor hier einige aufschreien :-) ):

Wichtig ist hier der Ein-Gott-Glaube der Frau, der existieren muss, damit eine Ehe geschlossen werden kann. EINER der Gründe warum ein muslimischer Mann keine ungläubige Frau heiraten darf ist z.B., dass in einer Beziehung von zwei unterschiedlichen Partnern Kompromisse geschlossen werden müssen. Dabei wird meist einer zurückstecken müssen. Steckt der Gläubige seine Bedürfnisse/Wünsche zurück, kann er seinen Glauben nicht ausleben - muss die ungläubige Frau zurückstecken, birgt das auf Zeit Probleme in der Ehe, da die ungläubigen Frau manche religiösen Handlungen im Alltag (wie Beten, auf Zusätze im Essen achten, Fasten etc.)nicht verstehen kann/mag, mit solch religiösen Handlungen im Alltag nicht einverstanden sein und somit frustriert sein kann. Sie glaubt eben nicht an Gott und kann oder möchte in ihrer Situation nicht immer Verständnis zeigen, da religiöse Handlungen für sie als ungläubige i.d.R. als befremdlich oder sinnlos empfunden werden.

Und Frustration und Unzufriedenheit ist nicht die Prise Salz, die eine glückliche Beziehung braucht.

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