Findet ihr Motorsport ist kein Sport?

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9 Antworten

Du kannst ihr ja mal folgendes Beispiel nennen:

1998 ern fuhr Ricky Rudd in der NASCAR Serie ein Rennen auf dem Martinsville Speedway in Virginia. 500 Runden auf einem kleinen Halbmeilen-Oval (ca. 800m Bahnlänge) Da wird also ständig beschleunigt und abgebremst, bevor es in die Kurve geht. Bei 500 Runden also 1000 mal. Und damals hatten die NASCAR Autos noch keine Servolenkung.

An dem Tag war es sehr heiß (und in den Autos ist es ja noch heißer). Wie die meisten Fahrer auch, trug er einen Kühlanzug, der aber bereits in Runde 5 versagte, also die restlichen 495 Runden mußte es ohne Kühlung geben. Im Auto wurde es immer heißer und unerträglicher.

Durch den fehlerhaften Kühlanzug erlitt Rudd Verbrennungen.  Sein Team hatte einen Ersatzfahrer bereit (mit einem funkionierenden Anzug). In der NASCAR ist es möglich (aber nicht geplant) den Fahrer im Rennen zu wechseln. Aber er verzichtete darauf.

Zwischendurch sagte er seiner Boxencrew, er würde in der nächsten Zeit nicht mehr mit ihnen per Funk reden, da es ihn zu sehr anstrengen würde.

Am Ende schaffte er das unglaubliche und gewann das Rennen - aber als er aus dem Auto stieg, legte er sich erstmal für 30 Minuten auf den Boden und benötigte eine Beatmung mit Sauerstoffmaske.

http://en.wikipedia.org/wiki/1998\_NASCAR\_Winston\_Cup\_Series#NAPA\_Autocare\_500

http://performance.ford.com/series/stock-car-racing/news/articles/2014/03/inside-the-oval--ricky-rudd-guts-out-500-hot-laps-for--98-martin.html


Was mir da aber noch so einfällt:

Du schreibst, du bist 15, also vermute ich mal, daß deine Freundin auch in dem Alter ist? Woher will sie dann wissen, daß Motorsport kein Sport ist? Sie hat bestimmt wohl noch nie selbst ein Auto gefahren? Wenn ich alleine schon dran denke, wie ermüdend es sein kann, für 3 Stunden am Stück im Auto zu fahren ...

Mir scheint, das Mädchen ist etwas überheblich, wenn sie so an ihrer Meinung festhält, noch dazu ohne eigene Erfahrung. Wenn es kein Sport ist, dann soll sie auch mal richtig fahren, mal gucken ob sie dann einsieht, daß sie dummes Zeug labert.

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Kommentar von Tessa1984
22.10.2016, 22:42

GENAU so sehe ich das auch, daher auch mein tipp mit der kartbahn...

by the way: meine lieblingsmotorsportarten sind Motorradrennen und ralley...

seltsamerweise haben es mir weder motocross noch stockcar oder formel1 angetan...

lg, Tessa

PS: einen trophytruck würde ich gerne mal fahren muss ein hammer geiles gefühl sein.

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Deine Freundin hat schlichtweg das Prinzip des Rennsports nicht erkannt. Würde sie nur dasitzen, Gasgeben und am Lenkrad drehen, wäre sie nie vorne dabei.

Das anstrengende am Rennsport liegt darin, bis auf zehntel Sekunden alles aus dem Kart rauszuholen, was überhaupt machbar ist. Das erfordert allerhöchste Präzision und die erreicht man nur bei ununterbrochener Konzentration trotz der körperlichen Anstrengung.

Das Argument deiner Freundin geht in die Richtung, die ich manchmal so formuliere:

100 m in 10 Sekunden? Was soll da dolles dran sein? Ich brauche jedenfalls keine 100 m, um 10 Sekunden lang zu spurten.

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Hallo

so Aussagen kenne ich auch. Ich betreibe ebenfalls Motorsport und zusätzlich Reitsport. Auch beim Reiten kriegt man oft zu hören, dass man ja nur auf dem Pferd sitzt.

Rennkartfahren ist definitiv anstrengend, allein schon durch den wahnsinns Grip den man mit Slicks in Kurven hat. Da wirken ganz schön Kräfte.

Da ich sowohl Rennkart wie auch Autorennen kenne, kann ich nur sagen: Rennkart ist auf jeden Fall auch anstregender als mit einem Rennwagen, zumindest wenn wir über "normale", relativ serienmäßige Tourenwagen sprechen. Mit Servolenkung, Bremskraftverstärker und diversen Helferlein hat man da nicht so eine Belastung.

Ich würde ihr vorschlagen einfach mal mit zum Leihkart-fahren zu kommen. Das ist zwar harmloser als Rennkart aber für jemand ungeübtes auch schon anstrengend. 10-20 Minuten dürften reichen um ihr das zu zeigen.

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nimm sie doch mal mit auf eine kartbahn. und dann sieht sie schon, dass das auf die dauer doch recht anstrengend ist.

und auch der denkmuskel brauht ne mene enerige. und gerade der ist beim Motorsport von entscheidender bedeutung. wenn man bei 200 Meilen Pro Stunde nur wenige Zentimter von der Bande entfernt in der Steilkurve auf der Rennstrecke von Daytona Beach dabei ist, einen kontrahenten zu überholen der "nur" 198 Meilen pro stunde fährt, darf man sich keine fehler erlauben...

lg, Tessa

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Ich wat mal Vizedeutscher meister im Motorsport beim Slalom Kart fahren. 

Normale Menschen denken, da würde man nur sitzen, also ist es kein Sport. 

Dem ist aber nicht so. 

Dieser Sport ist ein Hochleistungssport wenn man es professionell betreiben mag. Ich bin damals 5 Stunden am Stück gefahren bei 40 Grad im Schatten. Frag mal deine Leute ob die das durchhalten würden. 

Die meisten normalen Menschen halten das keine 30 Minuten am Stück aus, ohne Schmerzen an den Seiten oder in den Ärmen oder oder oder.... 


Lass die einfach reden und hör auch da gar nicht hin, die wo das behaupten haben keinen Plan von gar nichts.


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Kommentar von fartinus2
21.10.2016, 00:41

Ja ok danke :D
Als ich mal mit nem Kumpel nur 32 Minuten am Stück gefahren bin in der Halle hat er danach gekotzt :D

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ich beschäftige mich beruflich mit dem Thema - wenngleich ich "nur" die Logistik dafür mache.

Motorsport ist zum Einen ein Teamsport. Der Fahrer optimalerweise "ein Teammitglied", aber für das Team nicht "der Wichtigste".

Wenngleich der Fahrer natürlich einen anstrengenden Job macht. Du weißt ja selbst am Besten, wie durchgeschwitzt man nach 45 Minuten ist und welchen Muskelkater man am nächsten Tag haben kann.

Vielleicht lädtst Du mal Deine Freundin zu ein paar Runden ein.

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Sie hat einfach keine Ahnung :D Das ist nicht "einfach" nur Gas geben und am Lenkrad drehen. Man kann Kart natürlich nicht mit den höchsten Klassen vergleichen. Aber man muss natürlich Augen überall haben, sich enorm konzentrieren, um die Scheitelpunkte zu erwischen und den Kräften standhalten. Ein Fehler an der falschen Stelle, und du bist raus.

Achja und für den Beweis, dass dich ein kleiner Fehler das Leben kosten kann und Motorsport NICHT so  einfach ist, wie die Meisten denken: Geh auf YouTube und suche: Greg Moore´s Fatal Crash (FONTANA 1999). Zeig es am besten auch deiner Freundin. Im Video: 0:49. Rund 350 km/h. Zum Glück passieren solche Unglücke aber heute nicht mehr so schnell.


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Ich betreibe zwar keinen Motorsport kann aber sehr gut nachvollziehen was du meinst. Ich selbst reite und muss mir auch immer wieder anhören dass reiten kein Sport sei... naja jedenfalls Motorsport auch Sport, sonst würde es ja auch nicht so heißen:)

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Dann nimm sie mal für eine halbe Stunde mit auf die Bahn, danach wird sie ihre Meinung ändern!

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