Fahrrad mit Nabenschaltung: Wie stark muss Kette gespannt sein?

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Da brauchst Du keinen Bammel zu haben. Natürlich solltest Du darauf achten, dass das Hinterrad nachher auch gerade sitzt. Du benötigst einen, oder besser zwei Maul- oder Ringschlüssel mit Schlüsselweite 15. Außerdem - ich setzte voraus, dass Du eine Rücktrittbremse hast - benötigst Du das richtige Werkzeug, um die Drehmomentstütze der Rücktrittbremse zu lösen. In der Regel ist das ein 10er Maul- oder Ringschlüssel und ein Schraubendreher bzw. ein passender Inbusschlüssel. Entferne die Schraube der Drehmomentstütze komplett und löse die beiden Muttern der Nabe. Ziehe das Hinterrad so weit zurück, dass die Kette noch rund 1 cm Bewegungsfreiheit nach oben und unten hat. Es kommt auf ein paar Millimeter nicht an. Ziehe die beiden Muttern der Naben wieder fest. Am besten geht das, wenn Du gleichzeitig beide Muttern andrehst. Anschließend nicht vergessen, die Drehmomentstütze wieder zu befestigen.

Was die Ventile angeht: Die französischen Ventile sind für höheren Druck konzipiert als z.B. die Autoventile. Autoventile sind für 4,5 bar ausgelegt, Dunlop-Ventile (z.B. "Blitzventile") bis 7 bar, französische bis 9 bar.

Nach hinten drückst Du das Rad ja irgendwie, danach richtest Du es eben mittig aus. Das ist kein Problem. Aber - was bisher nicht angesprochen wurde - die Strecke, die man zurückschieben kann, ist ja nicht groß. Wenn Deine Kette einfach so abfallen konnte, dann ist sie ja deutlich zu lang, dann wird der Raum zum Zurückschieben nicht groß genug sein, um die Kette zu straffen. Da hilft dann nur, die Kette zu kürzen. (Braucht man einen Nietenpresser und ein Kettenschloss). Wenn Du beim einfachen Ausrichten des Hinterrads bereits Probleme hast, dann ist das Kettenkürzen nix für Dich. Da hilft nur Freund oder freundlicher Nachbar oder Fahrradladen.

Die Kette soll so weit gespannt sein, daß sie nicht über die Ritzel steigen kann, denn das ist nicht gut. Kontermuttern lösen, nicht zu viel, das Rad leicht nach hinten ziehen, festschrauben. Faustregel ist wie bei den anderen ketten, Keilriemen, etc., halbe Fingerstärke (keine Wurstfinger als Maß nehmen ;-)) kann die noch nachgeben, aber nicht mehr als das. Ich habe bereits Erfahrungen mit 2 Rädern mit Nabenschaltung machen können. Ich vermisse die gute, alte Lösung meiner früheren Räder, bei denen die Kette mittels kleiner Stellschrauben am Ende des hinteren Gabels eingestellt werden konnten...

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Danke fuer die ausfuehrliche Antwort! Gibt es keine Gefahr, dass man das Rad "schief" nach hinten schiebt?

Ja, "frueher" war sowieso vieles besser, und ich frage mich, warum man staendig eigentlich gute Sachen schlechter macht.

Was ich auch z.B. total laecherlich finde, sind die "heutigen" Ventile an meinem Rad (heissen glaub ich "franzoesische Ventile")... Die sind so duenn und fummelig, dass ich mir nicht erklaeren kann, wie sie ueberhaupt die Luft halten koennen... ich nenn sie auch "USB-Ventile" ;-) (USB ist fuer mich der Inbegriff von schlechter mechanischer Konstruktion)

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@horst31337

Nein, die Gefahr besteht dann nicht, wenn Du gleichzeitig die Gegenseite lockerst und nach hinten schiebst und dabei darauf achtest, daß das RAd zwischen den Gabelästen gleichmäßig in der Mitte liegt. Ja, die kleinen Ventile... Ich habe mir eine Fuß-Hubpumpe gekauft, welche 4 verschiedene Ventile bedienen kann, mittels Adaptern. Ganz schöne Fummelei, schöne neue Welt... Irgendein Klugschreiber hat damit ordentlich einkassiert, der Rest zahlt die Zeche, sehr stark solidarisch, erzwungenermaßen ja. LG, Nx

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