Einstellen des Abstands zwischen Saiten und Gitarrenhals?

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Hmmm. Der Aufwand, die Gitarre in eine spieltauglichen Zustand zu bringen, dürfte den Neupreis übersteigen. Unter anderem die Einstellarbeiten sind das, was eine ordentliche Gitarre von einer Billig-Gitarre unterscheidet. Das kostet Zeit (damit Geld) und braucht vor allem Know-How, also Fachpersonal mit Erfahrung. Das ist typischerweise in den Werken, in denen diese Instrumente hergestellt werden, Mangelware.

Sei's drum. Ohne genauere Kenntnis Deine Instruments ist es sehr schlecht zu sagen, was eigentlich los ist.

Das kann beginnen mit falsch angebautem Hals. Das vergessen wir gleich wieder, da irreparabel (nein, natürlich ist das meist reparabel, kostet aber mittlere dreistellige Beträge).

Fangen wir oben an: Sattelkerben. Das wurde ja schon gemutmaßt. Die wirken sich aber auch schon beim ersten Bund aus. Barrées werden oben so ziemlich mühsam. Mit Fschwissen selbst zu regeln. Aber man braucht dazu das richtige Werkzeug. Und as ist auch wieder teurer als die ganze Gitarre. Der Gitarrenbauer braucht allerdings für kleine Erste-Hilfe Maßnahmen an dieser Stelle nur ein paar Minuten.

Dann kann es die Halskrümmung sein.Du kannst mal drüber peilen. Ist er zu krumm, kann man durch den Halsstab etwas einstellen. Westerngitarren haben eigentlich alle einen. Manchmal durch den Korpus zugänglich, bei manchen ist oben am Kopf eine Abdeckung aufgeschraubt. Bei der Axmann müsste der Stab durch den Korpus zugänglich sein, da keine Abdeckung vorhanden scheint. Werkzeug gehört bei jeder Westerngitarre eigentlich zum Lieferumfang. Eigene Versuche sind mit viel Vorsicht möglich. Ein guter Halsstab lässt sich ohne fürchterlich viel Kraft einstellen. Die Halseinstellung ersetzt aber NICHT die korrekte Sattelkerbung und die korrekte Steghöhe (nächster Absatz). Immer nur max. 1/4 Umdrehung des Werkzeugs, dann abwarten. eine Stunde, besser etwas länger. Wenn der Hals zu stark nach vorne gekrümmt ist, resultiert das natürlich auch in zu hoher Saitenlage, etwa ab dem 4./5. Bund.

Drittens kann natürlich der Steg zu hoch sein. Dann alle Seiten 'runter, Stegeinlage 'raus und plan abschleifen. Das geht von Hand mit feinem Schmirgelpaphier, das auf einem Brett aufgebracht ist. Dabei darf aber die Unterseite der Stegeinlage nicht verkanten, sonst leidet die Übertragung der Schwingungen auf den Korpus und auf den Tonabnehmer, sofern vorhanden).

Insgesamt wird aber nur jemand mit viel Erfahrung das Zusammenwirken der verschiedenen möglichen Gründe für die schlechte Bespielbarkeit erkennen können.

Und letztlich: Besser hättest Du ein ein paar Euros mehr ausgegeben. Du hättest dann ein Instrument, das diesen Begriff verdient, Dich motiviert und keinen Ärger macht.

Hier gibt es Infos vom Profi, z. B. auch, wie man die Halskrümmung prüft.: http://www.lakewood.de/de/tip3.php

Du wilderst! ;-)

Dem ganzen ist kaum etwas hinzuzufügen DH

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@peterprunken

Nein, ich wildere nicht. Ich bediene mich natürlich vorkommender Ressourcen. Und wo der Martin Seeliger Recht hat, hat er halt Recht :-) .

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@Mediachaos

Es ist wirklich furchtbar, aber immer wenn ich Deine Beiträge lese bin ich deprimiert :)))

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Du kannst einen Sattel benutzen der nicht so dick ist. Dass sollte schon ein wenig helfen. Anders sehe ich da aber nicht so gute Chancen, wegen so etwas probiert man die Gitarre vorher aus und vermeidet solche Ärgernisse. Ich hoffe trotzdem das mit dem Sattel ein wenig Abhilfe getan ist,

LG

Vielen Dank euch Allen, die Ihr die Zeit investiert habt mein Problem durchzuanalysieren. Ich dachte mir schon, dass es da keine einfachen Lösungen gibt. Ich glaube, ich werde den Steg etwas abschleifen. Der Hals sieht eigentlich ganz gut aus.

Mir ist natürlich klar, dass eine bessere Gitarre mehr Möglichkeiten zur Einstellung gibt und das man Gitarren im Fachhandel kaufen sollte. Meine nächste Gitarre wird auf jeden Fall dort gekauft, wo ich sie ausprobieren kann.

Generell würde ich diesen 80 Euro Einsteigermodelle aber durchaus eine Existenzberechtigung zusprechen - wenn jemand Interesse an Gitarren entwickelt wird einfach nur mal ausprobieren will, ob Ihm das Spielen liegt wird wohl eher mit so einem Modell zum musizieren kommen als wenn ein paar Hundert Euro investiert werden müssten. Keiner wird wohl ein Spitzenprodukt für den Preis erwarten.

So war es bei mir zumindest. Und letztendlich wollen wir doch alle, dass möglichst viele Menschen zum spielen kommen...

Übrigens hat mir die Epiphone EJ-200 und eine Taylor gut gefallen. Gibt zu diesen Alternativen irgendwelche Tipps/Meinungen?

Gruss,

Welche Gitarrensaiten für lauten, warmen Klang? (und welche für Geige?)

Ich mache seit neustem Straßenmusik: Ich singe, spiele Gitarre und werde dabei von einer Geige begleitet. (Mein Gesang ist zum Glück laut genug für die Straße, auch bei ruhigen Songs, aber die Instrumente halten da nicht mit)

Bisher habe ich auf einer Gitarre mit ziemlich kleinem Korpus gespielt, die ich normalerweise für die Bühne nehme. Sie hat aber nicht viel Klang, und die Saiten sind ein 011er-Satz, ich denke, da würde 012er oder 013er (oder gar drüber?) sicher auch noch mal ordentlich Tongewinn bringen.

Demnächst werde ich auf meiner Dreadnought-Westerngitarre spielen, die ohnehin lauter und wärmer klingt als meine kleine Bühnengitarre.

Kann jemand einen Satz Saiten empfehlen, der einen besonders lauten, klangvollen Ton von sich gibt, so dass er auf offener Straße noch gut zu hören ist. Härteres Plektrum ist sicher auch eine Option, aber je lauter ich auf der "kleinen" Gitarre mit den 011er-Saiten gespielt habe, desto mehr hat man nur ein "metallisches Scheppern" gehört.

Das Problem ist vor allem, dass die Geigerin alles "nach Gehör" spielt, sie mich aber draußen (bisher) nur hören kann, wenn ich direkt neben ihr stehe. Ich möchte mich aber auch gern mal etwas bewegen, ein paar Schritte auf die Zuschauer zugehen und so.

Nebenbei die Frage, wo wir schon dabei sind: Wenn jemand einen Trick weiß, wie man draußen (unverstärkt) eine Geige lauter klingen lassen kann, wären wir auch hierfür dankbar. Darauf wechselt man ja nicht sooo oft die Saiten, und zum Straßenmusik-Zweck kommt die Geige auch nur in 10% ihrer Zeit zum Einsatz. Also, falls es da besonders "laute" Saiten gibt, die aber auch bei normalen "indoor"-Bedingungen richtig "gut" klingen, bitte empfehlen.

Oder könnte man die Lautstärke (bei unveränderter Spielweise) auch mit einem anderen Bogen noch erhöhen?

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