Eine Frage zu meinem Teleskop, Filter und der Barlowlinse

3 Antworten

Eine Barlow ist eigentlich nur für die Verlängerung (oder Verkürzung) der Brennweite gedacht. Dein Teleskop hat 1200mm Brennweite. Mit einer 2x Barlow hättest Du dann 2400mm Brennweite. Da sich die Vergrößerung errechnet aus Brennweite Objektiv / Brennweite Okular hättest Du damit rechnerisch auch doppelte Vergrößerung.

Visuell machen aber Barlows nicht so sehr viel Sinn, da Sie zusätzlich eigentlich nur zwei weitere Linsen ins System einbringen, die die Bildqualität vorallem bei günstigen Barlows negativ beeinflussen. Farbunreinheit (Farbsäume an den Planeten) und am Rand in die Länge gezogene Planten/Sterne (Koma) sind die Folge. Visuell vergrößert man am Besten nur mit dem Okular. Ich weiß nun auch nicht, was für Okuartypen das in deinem Set sind, aber je nach Typ bringen die Okulare ja mitunter auch schon einige negative Bilderscheinungen ins Spiel. Bei einem 6mm Okular. Dein 6mm Okular hat bei normaler Brennweite auch schon eine Austrittspupille von 1mm, was Untergrenze ist. Für das menschliche Auge sollte die AP zwischen 1mm und 7mm liegen. Kleinere Austrittspupillen kann das Auge nicht mehr wirklich Auflösen und das Bild wird recht dunkel. Mit der 2x Barlow hättest Du eine AP von 0,5mm. Die Barlow bringt dir visuell also nicht wirklich etwas.

Zu den Filtern... Mondfilter sind üblicherweise Graufilter (Billigfilter sind gerne auch mal grün, aber ich weiß nicht was das bringen soll). Diese reduzieren das gesamte einfallende Farbspektrum, sodass man eben einfach nicht so sehr geblendet wird, egal in welcher Mondphase. Dann gibt es für Aufnahmen mit schwarzweiß-Kamera auch noch Farbfilter (rot, grün, blau) um z.B. auch mit diesen s/w-CCDs Farbaufnahmen machen zu können. Dann gibt es z.B. noch Nebelfilter (UHC oder OIII). Diese Filter filtern durch Interferenz die meisten Spektralbereiche des Lichtes und lassen z.B. nur einige Wasserstofflinien durch (im Falle des OIII) oder Emissionslinien einiger anderer Elemente im Falle von UHC-Filtern. Das bringt vorallem an Nebel Vorteile. Der Hintergrund wird abgeblendet und Streulicht wird reduziert, sodass nur das Licht, was die Nebel selbst ausstrahlen zum Auge kommt. Dadurch gewinnt man merklich an Kontrast. An Planeten sollte die Wirkung aber IMHO nur minimal sein. Aber um nun genau zu sagen, was deine FIlter bewirken müssten, müsste man die genaue Bezeichnung kennen. :)

Gruß und CS

Eine Barlow-Linse dient einfach nur zur Verlängerung der Brennweite. Wenn du so ein Ding einsetzt, dann erscheint das Bild kleiner, das Objekt dafür näher und der Kontrast unschärfer.

@Hellstorm hat eigentlich schon alles gesagt.

Ich sag's mal mit etwas laienhafteren Worten: Die 2x Barlow Linse verdoppelt den Vergrößerungsfaktor. Wenn Du sie zusammen mit einem 32 mm Okular einsetzt, hast Du die gleiche Vergrößerung, wie ohne Barlow und einem 16 mm Okular. Die Qualität der Standard-Barlowlinsen in den Okularkoffern oder Teleskopsets ist meist an der unteren Grenze, so dass man bei solchen billig Barlow Linsen immer besser dran ist, wenn man gleich das Okular mit weniger Brennweite nimmt, im obigen Beispiel also lieber das 16 mm Okular ohne Barlow, als das 32 mm mit Barlow.

In seltenen Fällen kann die (billig-)Barlow auch mal nützlich sein. Das sind die Ausnahmefälle, wenn das "Seeing" (=Störung des Bildes durch Luftunruhe) so minimal ist, dass man sogar mit dem kleinsten Okular (=größte Vergrößerung) und ohne Barlow noch ein ziemlich scharfes Bild sieht. Dann lohnt es sich, die Barlow mal zusammen mit dem kleinsten oder zweitkleinsten Okular auszuprobieren, um eine höchst mögliche Vergrößerung zu erreichen, die bei normalen Luft- und Lichtverhältnissen nur unscharfe Bilder liefern würde.

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass das Bild durchs Teleskop umso unschärfer wird, je mehr man vergrößert (egal ob mit kleineren Okularen oder Barlow). Je schlechter das Seeing, desto stärker dieser Effekt!!

Viele Grüße, und clear sky, Martin

EDIT: Auf die Filter bin ich noch nicht eingegangen: Bei mir hat sich gezeigt, dass lediglich der Mondfilter einigermaßen sinnvoll ist, um die Blendung zu reduzieren. Ich habe teilweise auch schon Mondfilter mit anderen Farbfiltern kombiniert, um die Blendung noch mehr zu reduzieren. Natürlich blendet ein voller Mond stärker als eine schmale Sichel, und eine hohe Vergößerung blendet weniger als eine niedrigere Vergößerung.

Bei Planeten mag ich keine Filter, denn ich sehe nicht wie eigentlich vorgesehen mehr Details. Bei Sonnenbeobachtung im Weißlicht (also mit den üblichen Sonnenfolienfiltern vor der Teleskopöffnung) kann ein Gelb, Orange oder Rotfilter die Illusion vermitteln, dass man die Sonne eher in ihrer natürlichen Farbe sehen würde (was natürlich nicht stimmt).

UHC Filter habe ich auch schon probiert, aber ich habe den subjektiven Eindruck, dass sich das beobachtete Objekt verdunkelt, und daher nehme ich diesen Filter nicht mehr.

Ach ja: Mein Teleskop ist ein CPC 925. :)

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@Mannimanaste

Bei UHC-Filtern muss man auch wirklich auf Qualität achten. Die Emissionslinien sind sehr schmal, dementsprechend genau müssen auch die Filter sein. Es gibt da asiatische Billigfilter für ca. 50 Euro, aber die taugen im Mittel fast nichts. Entweder filtern sie zu wenig weg, oder die gefilterte Wellenlänge ist verschoben, so dass die Transmission bei den Spektrallinien zu gering ausfällt und stattdessen ein paar Nanometer daneben die maximale Lichtdurchlässigkeit erreicht wird. Dann kann man genauso gut auch durch ein Fensterglas schauen. Gute UHC-Filter sind also leider immer noch nicht für weniger als ca. 100 Euro Neupreis zu haben. Auf Teleskoptreffen kann man jedoch oft Filter in sehr gutem Zustand für einen Bruchteil des Neupreises erhalten. Und die zeigen dann auch ihre Wirkung, bzw. man kann sich sogar noch vor Ort davon überzeugen.

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