Diskussion: Argumente für Zwangsaufnahme von Flüchtlingen?

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7 Antworten

Es ist doch erst einmal eine interessante Frage und wenn man sachlich daran geht:

  1. Im zweiten Weltkrieg und direkt danach gab es Zwangszuweisungen von Flüchtlingen (ausgebombten). Viele Familien mussten Wohnraum abtreten und zusammenrücken.
  2. Es würde zu einer besseren Integration führen, weil wir uns kümmern müssten
  3. vorweg: rein rechtlich haben die vorherigen Schreiber Recht
  4. vermutlich würde es "zu Mord und Totschlag" kommen, weil Viele diese Zwangseinquartierung nicht akzeptieren werden
  5. Menschlich und christlich wäre das doch toll, wenn man Menschen in Not die Tür öffnet und sich um sie kümmert!
  6. Was macht es eigentlich so schwierig, das Beispiel mal durchzudenken und was macht es schwierig in der Umsetzung?

Denken ist ja erst einmal nicht verboten. Entscheiden (wer und was) ist dann eine andere Sache. Zumindest hat man mal Argumente gesammelt.

Ich denke oft, wie viel Glück ich gehabt habe, dass ich in diesem Land geboren bin (wofür ich nichts kann und nichts getan habe!). Ich denke auch daran, was ich machen würde, wenn ich in einem der aktuell kritischen Länder mit meiner Familie leben würde und wie ich es wahrnehmen würde, wie andere reagieren.

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 18:58

Danke für deine Hilfreiche Antwort :)

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Kommentar von tanztrainer1
02.07.2016, 20:25

Ich bin zwar nach dem WK2 geboren, kann mich aber noch daran erinnern, dass im Haus meiner Großeltern zwei Flüchtlingsfamilien mit je zwei Kindern teilweise bis Mitte der 60er lebten, bis eben genügend Wohnraum gebaut war, Insgesamt waren wir dann 14 Personen in dem Haus. Das war dann schon ein wenig eng. Jetzt leben in diesem Haus nur noch 2 Personen!

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Dafür gibt es keine Argumente. Das wäre ein unzulässiger Eingriff in die persönliche Freiheit und in das Eigentum. Nicht einmal wenn das Haus meines Nachbarn abbrennt, kann ich gezwungen werden, ihn aufzunehmen. Nur freiwillig macht man das!

Außerdem: Die meisten Einreisenden sind keine "Flüchtlinge", sondern sie suchen eine Verbesserung ihres Lebensstandards. 

Wer solche Fragen diskutieren lässt, läuft neben der Kappe. 

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Kommentar von tanztrainer1
02.07.2016, 20:33

Nach dem WK2 ist aber genau das gemacht worden! War dann wohl doch nicht unzulässig.

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pro: Platz für die Flüchtlinge. leichtere Integration, Vertrautwerden mit der deutschen Kultur

contra: keine Akzeptanz bei der Bevölkerung, Widerstände drohen, zudem Einschränkung verfassungsgemäßer Rechte auf Unverletzlichkeit der Wohnung.

In der Praxis also keine Chance, überdies auch unnötig, weil genügend öffentliche Gelder und Platz zur Verfügung stehen (und nur noch relativ wenige Flüchtlinge nach Deutschland hineintröpfeln).

Das könnte sich erst dann ändern, wenn die Not so groß würde wie nach dem 2. Weltkrieg, als Millionen Deutsche ihre Wohnung verloren hatten und als Flüchtlinge Unterschlupf suchen mussten - da gab es auch vorübergehende Zwangsaufnahmen.

Aber davon kann heute überhaupt keine Rede sein.

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 18:55

Danke für die Hilfe :)

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Was mir spontan einfällt:

Pro: 

 -Integration würde möglicherweise schneller gehen, da die Flüchtlinge mit Einheimischen in Kontakt kommen und sich austauschen können

- sie wären nicht mehr in irgendwelchen Lagern, wo sie auf engstem Raum leben

- Flüchtlinge könnten sich etwas mehr willkommen fühlen

Contra:

- viele Haushalte haben keinen Platz oder kein Geld damit das möglich ist (ich weiß nicht, ob in eurem Gedankenspiel die Bürger dafür Geld vom Statt bekommen)

- man kann nicht verlangen, dass vollkommen fremde Menschen zusammen leben müssen (was eigentlich auch in den Lagern geschieht wenn ich es mir recht überlege...)

- manche Menschen sind grundsätzlich feindlich gegenüber Fremden eingestellt => Schwierigkeiten vorprogrammiert

- Flüchtlinge könnten als unbezahlte Arbeitskräfte ausgenutzt werden (mit der Drohung, dass sie das Land verlassen müssten wenn sie nicht mitmachen würden)

Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte

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Kommentar von antwortbitteja
29.06.2016, 18:54

Du hast ein Contraargument vergessen: dieses Vorhaben ist verfassungswidrig! Somit ist die Idee nicht umsetzbar.

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 18:54

Dankeschön, du bist mir eine grosse Hilfe!

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Sie fliehen vor Krieg, vor politischer oder religiöser Verfolgung,

vor Übergriffen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft: Millionen Menschen
sind weltweit auf der Flucht, weil ihnen in ihrer Heimat Zerstörung,
Misshandlung oder Folter drohen.

Aus Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ergibt
sich, dass Flüchtlinge das Recht haben, Asyl zu suchen und zu genießen.
Außerdem ist der Schutz vor Abschiebung in die Verfolgung ein
Menschenrecht, das unter anderem in der Europäischen
Menschenrechtskonvention bestätigt wird. Jeder Staat muss somit Personen
Schutz gewähren, denen in ihrem Herkunftsland Verfolgung droht. Doch
viele Regierungen kommen dieser Verpflichtung nicht nach, obwohl sie in
der Genfer Flüchtlingskonvention festgeschrieben ist.

Menschen, die in der Europäischen Union um Schutz ersuchen wollen,
sind häufig gezwungen, ihr Leben aufs Spiel zu setzen: Militärisch
abgesicherte Grenzen sorgen dafür, dass die Schutzsuchenden nur schwer
oder gar nicht einreisen können; eine immer engere Kooperation mit
Transitstaaten entlang der Fluchtrouten soll sicherstellen, dass die
Flüchtlinge möglichst frühzeitig abgefangen werden; sichere Zugangswege
gibt es kaum. So wird den Flüchtlingen der Zugang zu einem fairen
Asylverfahren verwehrt. Dies widerspricht der Genfer
Flüchtlingskonvention.

Neben der allgemeinen Arbeit zum Schutz des Rechts auf Asyl
unterstützt Amnesty International auch ganz konkret Flüchtlinge, die in
ihr Herkunftsland abgeschoben werden sollen und dadurch schwerwiegende
Menschenrechtsverletzungen erleiden könnten. Für diese Personen fordert
Amnesty einen rechtlich gesicherten Aufenthaltsstatus. Wir bieten in
verschiedenen deutschen Städten Beratung für Flüchtlinge an und
informieren über die Menschenrechtssituation in den betreffenden
Staaten. Verwaltungsgerichte ziehen Amnesty als unabhängige
Gutachterorganisation heran, bevor sie die Menschenrechtslage in den
Herkunftsländern bewerten.

Amnesty International fordert die Regierungen weltweit auf,
Flüchtlingen den Zugang zu einem fairen, unparteiischen und umfassenden
Verfahren zu ermöglichen. Keine Asylsuchenden dürfen ohne umfassende
Prüfung ihrer Asylbegehren ausgewiesen werden. Es muss den Asylsuchenden
möglich sein, gegen eine ablehnende Entscheidung Rechtsmittel
einzulegen.

https://www.amnesty.de/themenbericht/fluechtlinge-brauchen-schutz

und hier bitte auch lesen:

http://www.planet-wissen.de/geschichte/menschenrechte/fluechtlinge/asyl-deutsches-asylrecht-100.html

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 18:48

Vielen Dank! Du bist meine Rettung :D

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Kommentar von antwortbitteja
29.06.2016, 18:48

Steht in keinem Zusammenhang mit der Frage.

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 19:02

Was heisst ethnisch?

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Die Flüchtlinge bekommen Obdach, Kleidung, Nahrung, Taschengeld usw.

Das wird alles von unseren Steuerngeldern finanziert. Das ist mehr als genug.

Zwangsaufnahmen in privaten Haushalten ist eine Zumutung.

Man hat keine Privatsphäre. Den meisten fehlen auch die finanziellen MIttel und die nötigen Räumlichkeiten.

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sag ihnen einfach wie du dich damit fühlen würdest - außerdem ist es gegen das grundgesetz!!!

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Kommentar von Jojozh
29.06.2016, 18:47

Also wie ich mich als Flüchtling fühlen würde?

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