Deutsche Reichsbahn in der DDR, wieso

3 Antworten

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1.) Es gab kurz nach dem 2. Weltkrieg Verträge mit den 4 Besatzermächten, worin stand, dass die „Deutsche Reichsbahn“ das Recht hat, den Güter- u. Personenverkehr auf der Schiene wieder aufzunehmen, und das Fernbahnnetz, Bahnhöfe, Betriebswerke u. Verwaltungseinrichtungen der Bahn weiter zu betreiben. Das Recht, Güter u. Personen zu befördern, galt auch für Fahrten auf das Gebiet der späteren BRD (inklusive der S-Bahn von Westberlin) und westeuropäischer Staaten.

2.) Es gab Vermögenswerte der „Deutschen Reichsbahn“ im Ausland (z. B. in der Schweiz) in Form von Bankkonten u. Aktien.

Die DDR-Regierung hatte Angst, dass die BRD u. westeuropäische Länder bei einer Umbenennung, z. B. in „Staatsbahn der DDR“, dieser die Rechte für den Personen- u. Gütertransport verweigern könnten, mit der Begründung, dass es mit dieser neuen Bahn keine Verträge gab. In diesem Fall hätte man erst mühsam neue Verträge aushandeln müssen. Möglicherweise hätten die westlichen Staaten der DDR-Bahn die Rechte aus politischen Gründen verweigert. Mit dem alten Namen war dies nicht möglich, da konnte die DDR auf die Einhaltung der Verträge pochen. Und die DDR wollte nicht, dass die DDR-Bahn ihre Ansprüche auf das Auslandsvermögen (ganz o. teilweise) verliert.

Also hat man den Namen „Deutsche Reichsbahn“ behalten. Diese erhielt in der DDR ein neues Logo (das Logo aus dem 3. Reich mit Reichsadler u. Hakenkreuz wurde schon 1945 von Zügen, Bahnhöfen usw. entfernt). Außerdem wurden einige Namen geändert, z. B. erhielten Züge, welche deutsche Städtenamen aus Ostpreußen u. Schlesien trugen, neue Namen.

Ähnliches gilt für die Bewirtungs- u. Beherbergungsgesellschaft „Mitropa“. Den Namen gab es auch schon vor 1945. Auch hier behielt die DDR aus formalen u. juristischen Gründen den Namen bei. Auch hier wurde das Logo wurde geändert, weil das alte Logo zu sehr dem Reichsadler ähnelte.

naja in der DDR wurden ja auch fast alle Nazis in die Ämter übernommen. Eine größere Überprüfung gab es dort ja nicht.

Haben wir ja Glück das es in der BRD nie gemacht wurde.

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@messemann

das gab es da auch. Die meisten Polizisten wurden nach dem Krieg ja auch einfach übernommen, weil man kein alternatives Personal hatte.

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@Mismid

Puh dachte schon in der ehemaligen DDR sind alle Nazis :O(

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Es ist ja mittlerweise allgemein bekannt und von Fachleuten auch weitgehend unbestritten, dass vor allem gerade die B R D viele Nazis in den öffentlichen Dienst von den "nominellen Kleinen" bis hin zu größeren (wie Kiesinger, Speidel, Globke, Oberländer, Filbinger, Gehlen etc.) gleich nach 1945 in den Staatsdienst übernommen hat. "Nomineller" Nazi waren z.B. auch Strauß und sogar der Bundespräsident a.D. von Weizsäcker, wobei ich gerade bei diesem eine wirkliche Naziparteinahme nicht annehmen würde, obwohl der immerhin der Sohn eines Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes im Dritten Reich war. Die DDR hat auch einige wenige in russischer Kriegsgefangenschaft angeblich Geläuterte in ihre Dienste übernommen, wie z.B. den Ex-Generalfeldmarschall von Paulus... Nominelle Nazis gab es natürlich in der DDR auch viele. Wo sollten die auch alle bleiben, etwa auch in der BRD? Gerade bei Einstellungen im Staatsapparat der DDR (Lehrer, Justiz, Polizei usw.) hat man sehr auf die Vergangenheit der Leute geachtet, was teilweise nun auch wieder sehr radikal war. Nicht unbegründet gab es in den ersten Jahren der DDR viele "Neulehrer" aus berufsfremden Tätigkeiten, die mitunter im Stoff vielleicht einige Stunden ihren Schülern voraus waren... Ich staune manchmal, woher manche ihr Unwissen haben, das nichts mit der Realität zu tun hat.

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@Uhrliebhaber

Respekt an den Uhrliebhaber, da kennt sich einer in der Geschichte richtig gut aus. Ich würde dir für die Antwort den Stern für die hifreichste Antwort geben !!! Sie hat zwar mit der Frage an sich nix zu tun, aber wenigstens Jemand , der hier Wissen aufarbeitet.

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