Der Fraginator

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Auf mich wirkt das Verhalten deines Freundes so, als hätte er Angst vor Nähe. Denn immer, wenn man eine Frage beantwortet, öffnet man sich. Man teilt automatisch etwas über sich selbst mit. Und damit macht man sich angreifbar und verletzbar. Wer dagegen nichts von sich preisgibt, bietet dem anderen überhaupt keinen Anknüpfungspunkt. So jemand kann also kaum kritisiert werden - und genau vor Kritik haben die ja so große Angst. Wer also ein Geheimnis aus sich selbst macht und dann auch noch mit schlauen Fragen den Eindruck erwecken kann, besonders interessant zu sein, hat gute Chancen, von anderen kritiklos bewundert zu werden. Vielleicht hat dein Freund damit bisher gute Erfahrungen gemacht? Der Preis dafür ist, dass er so wirkliche Nähe nicht erleben kann. Aber das ist ihm vermutlich nicht bewusst.

Vielen Dank, deine Antwort gefällt mir ausnehmend gut! :-)

Ich werde mal drauf achten, ob das so der Fall sein könnte. Hast du vielleicht auch noch einen cleveren Plan, wie man ihm dennoch Antworten entlocken könnte?

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@Qualia

Ich würde das erstmal beobachten und meine Theorie überprüfen. Dabei kannst du dich auf dein Gefühl verlassen. Wenn es wirklich Angst vor Nähe ist, die ihn zu diesem Verhalten bringt, dann wirst du das jetzt auch erkennen können. Und dann: ansprechen. Ich würde ihm sagen, dass das deine Vermutung ist und dass dich das traurig macht, dass er dir nicht vertraut, dass du ihn nicht verletzen willst. Dass er dir nicht vertraut, dass du es nur gut mit ihm meinst und ihm nicht schaden willst. Dass du eine echte Freundin bist. Und dann muss er sich dazu äußern. Sag es einfach erstmal, ohne gleich eine Antwort von ihm zu erwarten. Denn darüber muss er wohl erstmal nachdenken.

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@Mareikeschauf

Ich finde Deine Antwort wirklich erstklassig.
Wobei ich ergänzen möchte, dass dieses Phänomen auch mit Antworten möglich ist. Nur soweit ist der betreffende User wohl noch nicht. :-)

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@MojitoTom

Danke für die tollen Komplimente! Freut mich sehr, wenn ich weiterhelfen konnte!

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Ich befürchte, dagegen wirst Du nicht allzuviel machen können.

Erst wenn Dein Freund von sich aus zu der Erkenntnis kommt, dass dieses permanente Fragestellen keine sehr gute Eigenschaft ist und von vielen Menschen gar nicht geschätzt wird, erst dann könnte sich etwas daran ändern und Du könntest ihm dabei möglicherweise unterstützen.

Aber zuerst muss er etwas an dieser Gewohnheit verändern wollen.

Eine Idee, wie er auf die Idee kommen könnte, das ändern zu wollen? :-)

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@Qualia

Versuche es einmal mit einem Gespräch in entspannter Atmosphäre.

Ersuche ihn vorher Dir zuzuhören, wenn Du jetzt mit ihm über ein Problem sprechen möchtest.

Prizipiell denke ich, wenn es Dir gelingen sollte, etwas an seiner "Fragerei" zu ändern, braucht es viel Geduld von Deiner Seite.

Dieses Verhalten hat er sich nicht von heute auf morgen angelernt und er kann, selbst wenn er das möchte, es auch nicht von heute auf morgen abschaffen.

Höchstwahrscheinlich kannst Du nur erreichen, dass er weniger oft Fragen stellt, aber ganz ändern wird er es nie.

Umgekehrt, wenn Du einen Menschen kennst und auch magst, dann akzeptierst Du auch Eigenschaften an ihm, die Dir nicht so gut gefallen.

Hilfreich bei Deinem Bemühen könnte es auch sein, wenn Du vorher ... ehe Du bestimmte Dinge ansprichst ... "bitte jetzt nicht mit einer Frage antworten ... " sagst.

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Hm, eine Freundin hatte so eine Phase auch mal. Wir sind dann dazu übergegangen, ihr nach der dritten Gegenfrage im zusammenhängenden Gespräch zu sagen: "Gut, dass Du diese Frage stellst. Wie fühlst Du dich dabei?"

Irgendwann war es ihr selbst zu blöd.

Ah ja...sowas könnte ein guter Ansatz sein. Das merke ich mir mal, dankesehr! :-)

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;-)))
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Gibt es eigentlich Vertreter des kontrollierten Dialogs oder Gestalttherapeuten, die Deinen Tipp angewandt und überlebt haben?
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Köstlich!

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