Definition Religion, was ist das den überhaupt?

17 Antworten

Religion ist vergebliche Mühe! Der Begriff sagt aus, daß es sich um eine ''Rückführung'' handelt. Der religiöse Mensch versucht also durch allerlei vorgegebene Verhaltensweisen, Vorschriften, Taten, Traditionen und Satzungen zurück zu Gott zu kommen. Fühlen sie sich denn verlassen? Die geistliche Realität macht dem einen dicken Strich durch die Rechnung. Die besagt nämlich, daß kein Mensch vor Gott etwas Gutes tut (Römer 3,12). Auch nichts religiöses wenn man das als ''gut'' bezeichnen wollte. Viele Religionen legen besonderen Wert darauf durch ihr Mitwirken ihrer Kirche, ihrer Religion und ihrem Gott nahe zu sein. Doch wie weit werden sie kommen?

Das Evangelium ist kein Geschäft. Wer vor Gott nicht vollständig kapituliert, wird religiös werden! Der Gedanke und der Versuch an und durch ein Mitwirken an der ewigen Erlösung macht sie letztlich zunichte. Die gute Nachricht lautet: Gott kommt zu mir! Wir sind elend und jämmerlich sowie arm, blind und bloß (Offenbarung 3,17) - und Gott kommt zu mir. Das Evangelium Jesu Christi ist genau für solche Menschen. Gott versöhnt sich durch Jesus Christus mit sich selbst (2. Korinther 5,19) und nicht wir versöhnen Gott mit unserer Religiosität! Es gibt nur einen Weg, eine Wahrheit und ein wahres Leben (Johannes 14,6). Eine große Frage habe ich kürzlich gelesen: ''Welche Religion hat Gott''?

Die Antwort lautet: ''Keine Religion hat Gott''! Auf die religiösen Gefühle anderer Menschen Rücksicht zu nehmen mag ein netter Zug sein und eine humanitäre, tolerante und überaus beklatschte ''Selbstverständlichkeit''. Aber es zählt nichts und es ist nicht der Weg in den Himmel. Gott ist nicht tolerant, er ist heilig, ewig und überaus unreligiös. Nicht alle die Gott anrufen und als ihren HERRN bezeichnen, werden in das Himmelreich kommen. Sondern nur diejenigen, die den Willen Gottes tun (Matthäus 7,21). Gottes Wille ist sein Gesetz (Römer 2,13).

Durch das Gesetz wiederum kommt die Erkenntnis der Sünde (Römer 3,21) und Christus ist das Ende und somit die Erfüllung jedes Gesetzes vor Gott (Römer 10,4). Wer nun an Jesus Christus glaubt ist gerechtfertigt - ohne zuschanden zu werden, ohne eigene Leistungen und daher auch ganz ohne Religion (Jesaja 28,16). Das ist Gottes Wille!

Religion kommt vom lateinischen religio und leitet sich laut Cicero vom Verb relegere = wieder lesen, ab. Religio selbst bedeutet Rücksicht (im Sinne von zurück schauen, reflektieren), das Bedenken, Skrupel, frommes Bedenken, religiöser Skrupel, aber auch Gottesdienst, Verehrung, religiöse Handlung, Zeremonie, Religionswesen, Kultus, Heiligtum, Gegenstand frommer Verehrung, Heiligkeit, das Heilige, heilige Verpflichtung, Eid, heiliges Versprechen, Religionsverletzung, Frevel, Fluch, Sünde (Josef M. Stowasser, Der kleine Stowasser, lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, München 1980, S. 390, relego II., religio) Du siehst also, das Wort Religion bezieht sich auf den gesamten Bereich des religiösen Denken und Handelns. Es bezieht sich dabei nicht nur auf das Christentum sondern auch auf alle anderen Bekenntnisse, die unter dem Begriff "Religion" zusammengefasst werden. Daher, weil in der Schule nicht nur das Grundwissen über das Christentum sondern auch über andere Glaubensrichtungen (Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus etc) und über Sekten und sektiererische Gruppen vermittelt wird, heißt das Unterrichtsfach Religion und nicht Theologie. Diese beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Christentum und seinen Anfängen, dem Judentum.

An der Definition von Religion haben sich schon viele schlaue Köpfe versucht aber zu einer richtig befriedigenden Antwort ist meines Wissens nach keiner gekommen.

Mit gefällt noch diese Erklärung am besten:

Religion besteht aus Konsistenz und Kontingenz, aus Transzendenz und Immanenz und der Mensch schwankt in diesen vier Begriffen zwischen Religiöser Routine, vitaler Religiosität, Pragmatismus und religiöser Suche.

mmh, fängt erstmal ganz gut an. Aber jetzt hätte ich gern Definitionen von Religiöser Routine (Rituale?), vitaler Religiosität, Pragmatismus und religiöser Suche... ;-)

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@hannnnchen

Religiöse Routine: Man macht es mit, weil es alle machen ohne groß zu reflektieren.

Vitale Religiosität: Man lebt seinen Glauben mit Inbrunst.

Pragmatismus: Man hat damit nicht viel am Hut.

Religiöse Suche: Man ist mit seiner Religion nicht recht zufrieden und auf der Suche nach mehr Transzendenz, was auf Dauer dazu führt, dass man konvertiert oder sich radikalisiert, wobei eine Konversion eigentlich so gut wie immer zu einer Radikalisierung führt. Ausnahmen sind da irgendwelche Newage-Wellnessreligionen, die sich Menschen selbst aus ein paar Räucherstäbchen, Yoga und Heilsteinen zusammenstricken, die sind relativ harmlos.

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@hannnnchen

Dann muss ich aber schnell mitteilen, dass diese Definition nicht auf meinem bescheidenen Mist gewachsen ist. :-)

Du findest sie als Schaubild in "Zeitschrift für Religionswissenschaft" 02/95. Der Aufsatz heißt: "Was ist Religion? Probleme der Definition." und ist von Detlef Pollack.

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Juhu, das ist DIE Frage für Religionswissenschaftler und zum perfekten Zeitpunkt gestellt, weil ich gerade für meine Zwischenprüfung nächste Woche lerne :-)

Also, es gibt hunderte Versuche Religion zu definieren. Dabei gibst es verschiedene Vorgehensweisen:

a) über den Ursprung des Begriffs: das kann lat. "religare" - "zurückbinden" sein wie Augustin es versucht oder lat. "religio" - "rücksichtsvolles Tun" im Sinne von ein Ritual exakt auszuführen, zu Zeiten Ciceros die Rituale der römischen Religion. Fakt ist jedenfalls, dass das Christentum den Begriff Religion von den Römern zur Selbstbeschreibung übernommen hat. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff immer allgemeiner, aber blieb auf das Christentum bezogen, was sich eigentlich erst mit Aufklärung änderte. Soviel zum geschichtlichen Hintergrund.

Seither gibt es verschiedene Versuche, Religion zu definieren. Das Problem liegt aber darin, dass "Religion" eben ein christlich geprägter Begriff ist und kaum außerhalb des europäischen Raums auftrat. So gibt es in vielen anderen Sprachen keine Übersetzung dafür, bzw. nur unzureichende, die wahlweise mehr oder weniger bezeichnen als das, was wir alltäglich mit Religion benennen.

b) über die Essenz/das Wesen der Religion (substantialistische Def.): Kant sagte: "Religion ist das Gesetz in uns, insoferne s durch einen Gesetzgeber und Richter über uns Nachdruck erhält. Sie ist eine auf die Erkenntnis Gottes angewandte Moral". Schleiermacher sagte: Religion ist "Sinn und Geschmack für's Unendliche", bzw. ein Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit. F.M. Müller (wird als Ideengeber der Religionswissenschaft gesehen) sieht in der Religion einen "Ausdruck der ältesten Gedanken der Menschheit", bzw. ein "Schauen des Göttlichen im Wirklichen, ein Gefühl menschlicher Schwäche und Abhängigkeit". Friedrich Heiler sagt, Religion ist "Anbetung des Mysteriums und Hingabe an dieses", bzw. "Umgang mit dem Heiligen". Wobei man an dieser Stelle das Heilige definieren müsste, was Heiler mit seinem Modell der konzentrischen Kreise versucht (er arbeitet sich vom sinnlich wahrnehmbaren über die Gedanken und Gefühle zum göttlichen Mysterium vor). Damit steht er in der Tradition Rudolf Ottos, für den die Erforschung von Religion nur möglich ist, wenn man selbst schon einmal einen Moment starker religiöser Erregtheit erfahren hat. Er versteht Religion als Ergebnis von rationalem (Moral) und irrationalem (das Heilige). Für van der Leeuw ensteht Religion aus der Erfahrung mit einer höheren Macht konfrontiert zu sein, der man sich nicht entziehen kann.

c) über die Funktion: "Eine Religion ist ein solidarisches System von Überzeugungen und Praktiken, die sich auf heilige, d.h. abgesonderte und verbotene Dinge, Überzeugungen und Praktiken beziehen, die in einer un derselben moralischen Gemeinschaft, die man Kirche nennt, alle vereinen, die ihr angehören" - Durkeim sieht Religion als gemeinschaftsstiftend. Im Gegensatz zu William James, der Religion als eine individuelle Angelegenheit versteht: "Gefühle, Handlungen und Erfahrungen von einzelnen Menschen in ihrer Abgeschiedenheit, die von sich selbst glauben, dass sie in Beziehung zum Göttlichen stehen", was James als Existenzbegründend sieht.

Religionsbegriffe sind also immer von einer bestimmten Epoche bzw. ihrem Autoren abhängig. Die Religion in den Religionen zu suchen, wie es die Religionsphänomenologen taten (siehe substatialist. Def.), wurde von den meisten Religionswissenschaftlern aufgegeben (abgesehen von bspw. Gantke oder Tworuschka, letzterer könnte dir bekannt sein), was als kulturwissenschaftliche Wende bezeichnet wird.

Zwar gibt es noch einige sehr breite Religionsdefinitionen wie etwa Gladigows "Sinn-, Symbol- oder Deutungssystem", Religionswissenschaftler arbeiten aber eher mit einem diskursiven Religionsverständnis bzw. hermeneutischen Religionsdefintionen. Das heißt, wir bestimmen unseren Gegenstand, die Religion, bei jeder Arbeit neu. Dabei können wir entweder den Begriff unseres Forschungsfelds übernehmen (wer bezeichnet sich selbst als religiös? der ist es auch für uns) oder ihn für unsere Arbeit passend verändern (wir untersuchen bspw. Zeugen Jehovas, nehmen jene, die sich selbst als ZJ bezeichnen, aber auch jene, die sich für die ZJ interessieren in unsere Forschung auf) oder wir nehmen eben einen ganz abgehobenen Begriff, wie das obige Sinn-, Symbol- oder Deutungssystem, das es uns ermöglicht, bspw. den Trachtenverein, ein Fußballspiel oder einen Museumsbesuch mit religiösen Systemen zu vergleichen.

Noch Fragen? ;-D

Religion ist das menschliche Bedürfnis oder die Veranlagung einen Glauben an irgendeine Macht auszuüben und diese um Hilfe anzuwinseln, wenn es einem schlecht geht. Außerdem dient sie vielen Menschen als Erklärung für das Unerklärliche, sämtliche Naturereignisse und als Hoffnungsträger, dass es nach dem Tod besser wird Dann ist sie noch Ursache für eine Vielzahl von Differenzen, die bis in Kriege ausarten können, weil viele überzeugt sind, ihre Religion sei die Beste und andere müssen das begreifen Wahrscheinlich wäre das Leben auf der Erde friedlicher ohne Religion

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