Darf man mit ADHS zur Bundeswehr?

3 Antworten

Das kommt ganz auf die Ausprägung an und den Einfluss der Krankheit auf die "Anpassungs-, Leistungs- oder Gemeinschaftsfähigkeit" (Wortlaut nach ZDv 46/1). Mit leichtem ADHS im Jugendalter ohne Folgen ist man eingeschränkt verwendungsfähig, allerdings hat man aufgrund der hohen Anzahl an Ausschlüssen auch nicht mehr besonders viel Auswahl bei den Verwendungen.

Spätestens bei "dauernder Einschränkung der Anpassungs-, Leistungs- oder Gemeinschaftsfähigkeit" ist Schluss und man ist dauerhaft nicht wehrdienstfähig - das betrifft übrigens auch therapierbares ADHS! 

Hier wird gerne mal ein psychologischer Befund eingeholt, wenn sich der Musterungsarzt nicht hundertprozentig sicher ist.

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danke für die ausführliche antwort :D

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Wenn du Tabletten nimmst überhaupt kein Problem ... Viel Erfolg !

Das kommt darauf an wie ausgeprägt die Krankheit ist. Da ich Menschen mit ADHS kenne und mich im Extremfall nicht auf diese verlassen könnte und würde, denke ich das beim psychologischen Test meist eine Ausmusterung erfolgt. ADHS und die Grundsätze des Soldatentums passen einfach schlecht zusammen.

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Ich denke mal dass ein ganz anderes Problem in Vordergrund stehen sollte: ADHSler sind leichter traumatisierbar als neurotypische Menschen. "Nicht verlässlich" gegenüber Kameraden - das ist sicher kein ADHS Problem. Ich würde aber auch aus persönlicher Erfahrung bei ADHS vom Militär noch mehr als sonst abraten.

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Dein Punkt führt ja u.a. dazu das man sich unter Druck nicht auf Menschen mit ADHS verlassen kann ;).

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Äh ... nicht unbedingt. Ich kenne Rettungssanitäter mit ADHS - im Ernstfall 100% zuverlässig. Es stimmt einfach nicht dass ADHSler immer unzuverlässig sind. Es kommt auf die Gesamtsituation an.

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Wer sagt denn "immer"? Ich nicht. Aber ist es gut wenn man bei jedem dritten mal nicht verlässlich ist? Das deine bekannten starkes ADHS haben bezweifle ich übrigens, sonst wären sie für ihren Job nicht zulässig.

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