Billiges vs. teures objektiv womit ist der preisunterschied gerechtfertigt?

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5 Antworten

Kuck dir mal die Objektivtests auf photozone.de an.

Es gibt da verschiedene Kriterien und die werden dort jeweils alle sehr eingehend behandelt.

Die Schärfe, zumindest die maximale Schärfe in der Bildmitte, ist dabei noch das geringste Problem. Das kann der Normalnutzer anhand normaler Anwendungen auch sowieso nicht beurteilen. Ich hab schon erlebt, wie Leute in den höchsten Tönen ein 10x15 Bildchen lobten, das sich hinterher als Abzug eines Pocket-Fixfocus-Negativs entpuppte.

Das Spektrum reicht von der mechanischen Ausführung über Vignettierung, Verzeichnung und chromatische Aberration bis hin zum "focus shift". Das ist oft bei Objektiven mit besonders breitem Zoombereich zu beobachten: Die Fokussierung bleibt beim Zoomen nicht auf der gleichen Entfernung. Das ist je nach Technik natürlich super lästig.

Bei den von Dir erwaehnten 18-35mm und 18-105mm ist der groeßte und preistreibenste Unterschied der deutlich groeßere Bildkreis des FX-Objektivs. Das bedeutet einfach sehr viel mehr Glas, Schleiferei, staerkere und groeßere Fassungen und Af-Antriebe, deutlich mehr Korrekturen durch die großen Linsen. Das merkt man ja auch schon am Gewicht. Das 18-105mm ist ein guenstiges Kitobjektiv und wird zu Hunderttausenden verkauft, wahrscheinlich sogar vielfach unter Herstellungskosten. Die Auflage der teuren Objektive ist da nur ein Bruchteil von der der "Brot und Butter-Objektive". Das ist auch der Unterschied zwischen Originalherstellern und Fremdherstellern. Letztere bauen einfach sehr viel mehr Objektive des gleichen Typs. Dadurch rechnen sich die Fabrikationskosten sehr viel schneller. Richtige Exoten wie Tilt-/Shiftobjektive und Balgenkoepfe oder auch Lupenobjektive sucht man bei den Fremdherstellern allerdings auch vergebens.   

Hinzu kommt dann noch die Trägheit und auch Unsicherheit der Käufer, die nun mal vielfach bereit sind, fuer Originalobjektive etwas mehr Geld auszugeben. Sei es wegen der gleichen Farbcharakteristik der Originalobjektive, der eventuellen Wetterfestigkeit oder auch der gleichen Drehrichtung der Zoom- und Fokusringe. Auch die interne, softwaremaeßige Fehlerkorrektur durch die Kamera kommt natuerlich nur den Originalobjektiven zugute.

Uebrigens ist Zeiss, als Fremdhersteller, bei etlichen Objektiven noch teurer als die Originalhersteller; und das auch noch ohne Autofokus...nur mal so als Denkanstoß ;-)   

Optik ist ein heißes Thema. Gerade Objektive haben so viele Komponenten, die in der Summe den Preis ausmachen.

Das optische Glas
Die Vergütung / Beschichtung auf den Linsen
Die Feinmechanik
Die Motoren
Die Qualitätskontrolle
etc.

Bei Nikon wird halt in der Gesamtheit die Qualität ein kleines wenig höher gehalten wie bei günstigen Anbietern. Der Normale Anwender wird aber diese minimal höhere Qualität letztendlich kaum noch erkennen können. Aber gerade das letzte Bisschen kostet enorm viel.

Das Problem bei den Markenmodellen wie Nikon ist,wie du es sicher auch schon rausgefunden hast,dass du mehr für die Marke als für was anderes bezahlst. Ich kenne mich mit Fotografie zwar nicht aus,kann dir aber mit Sicherheit sagen,dass es auch andere Beispiele gibt,wo günstig öfters besser als teuer abschneidet. Das ist bei vielen Sachen so. 

Wie du schon geschrieben hast, ist der Preisunterschied in der besseren Qualität zu suchen. Aber natürlich auch im Markennamen, der eben eine Menge kostet. Ich habe für mein Kitobjektiv (Nikon 18-55mm) eine Gegenlichtblende gesucht. Ich weiss nur noch, dass sie bei Nikon sehr teuer gewesen ist. Über Ebay bekam ich sie für 5 €. Sie passt ausgezeichnet und funktioniert einwandfrei.

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