Bewerbungsgespräch: Stärken / "Schwächen"?

11 Antworten

Bewerbungen sind immer eine Gratwanderung zwischen Selbstmarketing und Ehrlichkeit. Beides ist im übertriebenen Maße eher kontraproduktiv. Ein paar Dinge sind bei der Beantwortung der Frage nach den Schwächen zu beachten:

Zunächst im Vorfeld mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen. Bei keiner anderen Frage patzen Bewerber so wie bei dieser. Dabei ist die Frage abzusehen und mann kann sich darauf vorbereiten.

Keine Standartantworten geben. Bei nichts muß ich mehr loslachen als: "Meine Schwäche ist meine Perfektion...blabla." Wer's glaubt wird selig. Keiner ist perfekt, das weiß auch ein Personalleiter, also gilt hier: Ehrlich antworten und mit Beispielen untermauern, authentisch sein. Allerdings auch nur die Schwächen preisgeben, die in Bezug auf die Stelle relevant sind!

Ich würde sagen, dass ich wie viele Menschen dazu neige Vorurteile zu haben. Da ich aber gerne die Dinge hinterfrage und neugierig bin, freue ich mich, wenn ich meine Meinung korrigieren kann. Kannst Du was damit anfangen? Trifft doch auf jeden von uns zu. Nur mit dem Korrigieren klappt es nicht bei einigen. Gruß cruzi

Hier ein Beispiel für die Schwäche Ungeduld :

Ich gebe im Bewerbungsgespräch offen zu, daß ich ungeduldig werde, wenn ich länger mit unmotivierten und inkompetenten Kollegen/Mitarbeitern zusammenarbeiten muß und KEINE Einflußnahmemöglichkeit habe. Meistens kommt dann die Frage vom Personaler, was man dann tun würde. Meine Antworten gehen in der Folge in zwei Richtungen : auf der Beziehungsebene an der Motivation ( z.B. ermutigen , loben , echte Teilhabe praktizieren ) und auf der Sachebene an der Kompetenz ( z.B. Fortbildungen anbieten, aber auch kleine Fehler zulassen ) arbeiten, um über gemeinsame Erfolgserlebnisse das Ziel : also das Projekt erfolgreich abzuschließen.

Dadurch signalisiere ich, daß es sich bei mir um einen Menschen aus Fleisch und Blut handelt, der sich seiner Schwächen durchaus bewußt ist,aber mithilfe strategischer Methoden Lösungen findet. Als Nebeneffekt transportiert man die Botschaft,daß man einen gewissen "Gestaltungsspielraum" seitens des Arbeitgeber erwartet.

Zuletzt erwähne ich ebenfalls, daß ich auf Dauer nicht mit unmotivierten und inkompetenten Menschen zusammenarbeiten möchte, wenn sich nach gemeinsamer Zielvereinbarung ( z.B. ein Jahr später ) keine Erfolge einstellen. Manchmal gibt es allerdings auch Fehlbesetzungen, bei welchen sich Neigungen und Talente nicht mit den Aufgabenstellungen vertragen.

Nicht vergessen zu erwähnen : es liegt immer im Rahmen des Möglichen, daß man selbst die Fehlbesetzung ist,wenns nicht läuft ; tut dem Selbstbewußtsein keinen Abruch, feilt aber die scharfe Klippe zur Selbstherrlichkeit ab.

Bisher habe ich mit dieser Art von Auskunft ehrlichen Respekt geerntet und das Thema " Stärken & Schwächen" war in diesem Gespräch damit erledigt.

Also man kann seine Schwächen auch durchaus etwas positiv verkaufen. Die müssen nicht immer negativ ins Auge stechen. Schau dir mal dieses Video an, da wird dir erklärt, wie du deine Stärken und Schwächen am besten in einem Vorstellungsgespräch darstellen kannst. Viel Erfolg ;)

Mach deine Schwächen symphatisch. Dann sind sie auch Stärken. Sowas wie: Wenn ich einmal eine Aufgabe begonnen habe fällt es mir schwer aufzuhören. Klingt wie eine Schwäche, ist aber für Personaler nicht schlecht zu bewerten. Genau wie die, die MacStarTrak geschrieben hat. Und auf jeden Fall das ganze nicht zu ernst nehmen!!!Viel Glück!

Schwächen sollten bitte auch schwächen sein und nicht verkappte Stärken. So Sprüch wie "Wenn ich einmal eine Aufgabe begonnen habe fällt es mir schwer aufzuhören" sind nicht ratsam, dein gegenüber ist ja nicht blöde.

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