Azubi verhält sich unmöglich?
Wir haben seit September einen neuen Azubi (Zahnmedizinische Fachangestellte) und ich komme irgendwie nicht mit ihr klar.
Beispiele:
Ihre Aufgabe war es die Instrumente zu waschen und in den Sterilisator zu legen, während ich im Labor war und Abdrücke gegossen hatte. Sie kam aber einfach zu mir und meinte, sie würde bei der Menge eine Pause brauchen weil sie emotional erschöpft ist und würde mir bisschen zugucken. Ich hab sie sofort wieder zurück geschickt weil es doch nur reinigen ist! Was ist daran so erschöpfend???
Letzte Woche war unsere Putzfrau krank, weshalb wir das Saugen, Müll rausbringen usw. selbst übernehmen mussten. Eigentlich nicht schlimm. Aber unser Azubi meinte, dass es keine Arbeiten wären die sie in ihrer Ausbildung machen muss, und ist schonmal nach Hause.
Ich "zwinge" sie ihre frisch gemachten Nägel für 65€ radikal zu kürzen und natürlich zu halten.
Zudem versucht sie öfter, wie sie meint, "mein Verhalten zu analysieren". Von allen 12 Helferinnen versteht sie meine Persönlichkeit angeblich am wenigsten. Ich wäre während der Arbeitszeit total freundlich, gefühlvoll und mache Witze mit allen. Nach Feierabend bin ich aber richtig sarkastisch, lache weniger und bin allgemein ernster. Sie sagt ich würde andere ja mit solch einer Art täuschen.
Meine Kolleginnen sind auch wenig begeistert von ihr und meine zwei Chefs meinen dass die Jugend nunmal so ist.
Da ich für sie zuständig bin haben wir fast immer gemeinsame Zeiten und ich hab wirklich Mühe ihr etwas beizubringen, da sie mir entweder nicht richtig zuhört und deswegen Fehler macht, die Aufgaben nicht ordentlich erledigt oder "emotionale Pausen" im Sozialraum mit Handy in der Hand machen muss.
Findet ihr ich übertreibe? Mache ich mir selbst den Stress?
Ich zwinge sie nicht dazu ihre Nägel zu kürzen, aber sie muss diese wegen Verletzungsgefahr im Mund kurz und natürlich halten. Bei möglichen Kontrollen können wir sonst Probleme bekommen.
6 Antworten
Aus der Ferne kann man nicht viel sagen ....
Aber generell ist Azubi Erziehung gleichzusetzen mit Hundeerziehung ... was man in den ersten 6 Monate versäumt bekommt man selten wieder raus gewaschen
Bei uns gibs keine Lehrstelle ohne 2 Wochen Praktikum wo sich eigentlich ziemlich gut raus kristallisiert wer Lust hat und wer nicht
Allerdings zahlt unsere Firma auch sehr gut .... dementsprechend haben wir auf 5 freie Stellen über 250 Bewerbungen
Nach Eignungstest haben wir in der Regel 8-10 die zum Praktikum eingeladen werden und mit der Praxis haben wir echt wenig Probleme mit Azubis
Ob du nun überreagierst oder nicht kann hier keiner sagen
Aber wenn jemand bei mir Arbeit ablehnt und einfach nach Hause geht ..... es kommt auf die Situation an aber oft ist er dann unten durch und hat sein Ruf weg
Und in unserer Firma wird echt nicht lange gefackelt ... wer nicht will der muss gehen
Auch für Azubis gibt es da Rechtssichere Wege.
Du übertreibt nicht mal ansatzweise. Ich verstehe den Ansatz, das Azubis keine kostenlosen Arbeitskräfte für Drecksaufgaben sein sollen, um sich Kosten für 'Zulieferer' zu sparen. Die sollen etwas lernen. Aber die Putzaufgabe entstand ja durch kurzfristigen Ausfall und die Praxis MUSS sauber sein. Also hat auch die Azubine sich zu beteiligen, mal abgesehen davon, dass situatives Teamwork, also das Einsehen in die Notwendigkeit der Problembeseitung, im Sinne aller, ein wesentlicher Faktor für gute Arbeit ist. Da sie die Fachaufgaben nicht beherrscht und diese zeitgerecht erledigt werden müssen, geht's vorübergehend eben an die Kackaufgaben. So funktionieren Lehrjahre. Wer das leugnet, bekommt die Rechnung innerhalb von wenigen Jahren präsentiert, und da rede ich auch von deinen Chefs, die das Problem ignorieren. Die bekommen jetzt frustrierte willige Angestellte und in 2-3 Jahren einen unwilligen, teamignoranten Problemfall, eben statt leustungsfähigem Personal, das genau deswegen kündigen wird.