Atheist oder Heide

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der Atheist glaubt an gar keinen Gott, der Heide ist zu irgendeinem Götzen hingezogen...!

GUCKEN HIRR: http://de.wikipedia.org/wiki/Atheist

ein atheist glaubt an keinen gott und an keine religion. als heiden werden menschen bezeichnet die einem alten glauben anhängen (z.b. naturvölker) oder aber auch menschen die nicht den christlichen glauben haben.

Hallo, zunächst zum Begriff "Atheist" ist jemand, der aus seiner Weltsicht heraus den Glauben an Gott bewusst ablehnt, speziell den Glauben an den christlichen Gott. Wichtige Namen dazu, falls es dich interessiert: Ludwig Feuerbach (Gott als Wunschbild, das sich der Mensch erschafft), Karl Marx (Religion als Opium des Volkes), Sigmund Freud (Religion als Krankheit, als übersteigertes Gewissen), Friedrich Nietzsche ("Gott ist tot", der Mensch ist alles). Zum Begriff "Heide": Dieses Wort hat Geschichte und damit auch einen Bedeutungswandel. "Heide" hat seinen Ursprung im Alten Testament, die hebräische Entsprechung ist der "goj" und meint dort, zunächst neutral, den Angehörigen eines nicht-jüdischen Volkes. Da die nicht-jüdischen Völker im Laufe der Geschichte immer wieder zur Bedrohung für Israel und Judentum wurden (militärisch oder auch im Blick auf Religion), stehen die "gojim" (Mehrzahl) oft in einem negativen Zusammenhang, d. h. es bildet sich je nach Situation auch die Bedeutung "Ungläubige". Im christlichen Neuen Testament findet sich nun an vielen Stellen die Streitfrage, ob die Botschaft Jesu nur für Juden oder eben auch für Nicht-Juden gültig sei, gerade vom Apostel Paulus werden die Nicht-Juden oft pauschal "Griechen" genannt (er unterscheidet also zwischen Juden-Christen und "Heiden"-Christen, also Christen aus nicht-jüdischen Völkern). Auch da ist der Begriff noch ganz neutral. Ein paar Jahrzehnte später, als sich das Christentum deutlich vom Judentum getrennt hat, bekommt das Wort "Heide" nun die jetzt geläufige Bedeutung: "Ungläubiger", wobei damit nicht die Juden bezeichnet werden, sondern vor allem der Glaube an die römische Götterwelt. Mit dem Aufkommen des Islam wird "Heide" nun endgültig geradezu zum Schimpfwort, ab dem 12. Jh. führt man Kreuzzüge gegen die "Heiden", im 16. Jh. bezeichnet man die indigenen Völker Amerikas als "Heiden" und folgert daraus die Berechtigung, sie massenhaft umzubringen, im 19. Jh. bezeichnet man in der stark aufkommenden christlichen Mission andere Religionen als "heidnisch" - dann oft in Verbindung mit der Vorstellung, sie seien "unzivilisiert" und "primitiv". In neuerer Zeit nun taucht der Begriff "Neu-Heidentum" auf und meint meistens Bewegungen, die alte germanische Mythen und Weltanschauungen wiederbeleben wollen, z. T. werden auch Hexenkulte (Wicca-Bewegung usw.) und schamanistische Richtungen unter diesem Begriff verbucht.

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