An die Männer: Gibt es wirklich diesen gesellschaftlichen Druck, "stark" sein zu müssen?

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14 Antworten

Hallo.

Ich kann hier leider nur von mir selbst reden, es gibt keinen Weg, allgemein über dieses Thema zu reden, denn jeder sieht das anders und reagiert anders darauf. Ich denke aber, dass an mich wirklich oft Erwartungen gestellt werden, die höher sind als die Erwartungen, die an mich gestellt werden würden, wäre ich weiblich. Man möchte außerdem kurz mein Alter anmerken, da das für den weiteren Verlauf meiner Antwort eine Rolle spielen wird, ich bin 17 Jahre alt.

Ein Beispiel ist die Situation mit meinen Weisheitszähnen. Meine Eltern erwarten von mir, dass ich das einfach so mit einer örtlichen Betäubung durchstehe. Das schaffe ich aber nicht, nicht aus Schmerzen, sondern aus purer, psychischer Angst. Ich schaffe das von der Psyche her nicht, wann immer es letztendlich so weit kommen soll, kriege Panik, mir wird übel, ich werd relativ abwesend und fange an, zu zittern. Symptome, die ich unter anderem auch dann zeige, wenn ich mit viel Stress konfrontiert werde. Doch wenn ich meinen Eltern davon berichte, dass das einfach nicht möglich ist, dass ich eine Vollnarkose brauche, weil ich es psychisch nicht anders schaffe, heißt es immer nur "Du bist ein 17-jähriger Mann, stell dich nicht so an". Als ob die Tatsache, dass ich Eier zwischen den Beinen habe irgend etwas daran ändert, wie tapfer bzw. psychisch unanfällig ich sein muss.

Ein weiteres Beispiel wären andere Mädchen, und ich muss hier ziemlich vorsichtig sein mit dem, was ich sage, weil ich sonst wieder von allen Seiten eins übergezogen krieg. Ich weiß nicht, wie es wo anders ist, aber hier, wo ich her komme, fällst du bereits als Gesprächspartner bei anderen Mädchen raus, wenn du keinen Undercut hast, keinen Rap hörst oder nicht muskulös bist oder trainieren gehst. Weiterhin fällst du negativ auf, wenn du diesen Ansprüchen nicht gerecht wirst, teilweise ziehen die Menschen dann sogar über einen her oder fangen an, einen zu mobben.

Ich wurde gemobbt, als ich die Realschule noch besuchte, aber ich durfte nicht zeigen, dass mich das gestört hat, weil das Schwäche zeigt, weil Tränen Schwäche zeigen und ein Junge laut den Erwartungen anderer nicht schwach sein dürfen. Wer Schwäche zeigt, wird als unmännlich bezeichnet und noch mehr aufgezogen. Wer sich den allgemeinen Erwartungen anderer nicht fügt, sich nicht der breiten Masse fügt, wird als unmännlich bezeichnet und noch mehr aufgezogen.

Jungs oder Männer werden als Schw#chteln bezeichnet oder noch schlimmer, wenn sie nun mal auch auf das gleiche Geschlecht stehen oder sich weiblich kleiden wollen. Auch das ist laut Erwartungen anderer unmännlich und auch darüber wird hergezogen.

Ich persönlich rede auch nie mit anderen Jungs über solche Sachen wie Gefühle, sie tun das auch nicht mit mir und auch sonst mit Niemanden. Selbst, als ich letztens den Nervenzusammenbruch in der Schule hatte, weil ich mich einfach übernommen habe, habe ich mit Niemandem darüber gesprochen und es hat mich auch niemand gefragt (und Gott sei Dank auch niemand gehänselt oder als schwach angesehen). Mitunter ein Grund, wieso es mir schwer fällt, zu anderen Jungs vertrauen oder eine Freundschaft aufzubauen, ich kann nicht mal über das Reden, was mir wichtig ist, meine Gefühle oder ähnliches, denn sobald ich das tu, habe ich die Erwartungen eines gewöhnlichen Jungen nicht erfüllt.

Und Feministen regen sich darüber auf, dass eine Frau in einem Videospiel Büste besitzt und einen Ausschnitt hat. Frauen können alles sein, es gibt einige Erwartungen, die ein "richtiges Mädchen" auszeichnen, aber die, die sie nicht erfüllen, werden von der Gesellschaft akzeptiert, zumindest ist dem hier so. Bei Jungs sieht das nicht so aus.

Natürlich kann es sein, dass der Ort, an dem ich lebe, einfach nur zurückgeblieben ist, letztlich handelt es sich hier um NRW, gute Bildung wird hier nicht unbedingt groß geschrieben. Aber das ist, was ich beobachtet und erlebt habe.

Eine Zeit lang hatte ich ziemliche Schwierigkeiten, damit klar zu kommen, zumal ich nie wirklich Freunde gehabt habe, mit denen man hätte über solche Sachen reden können. Aber ab der 9. Klasse habe ich gelernt, auch mal ohne Freunde auszukommen und einen Scheiß darauf zu geben, was andere von mir halten. Sie sollen denken, was sie wollen, solange sie mir nicht auf die nerven damit gehen, ist alles gut. Ich zieh mein Ding durch und wer meint, ich sei kein "richtiger Mann", der hat halt einfach nicht richtig geschaut.

Ich hoffe, ich konnte dir eine Antwort auf deine Fragen liefern. Gruß

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Kommentar von xMirage95
10.11.2016, 23:38

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ja, ich erinnere mich im Nachhinein auch an den einen oder anderen Jungen aus der Schulzeit, der eher unsicher, schüchtern und etwas "unbeholfen" unterwegs war. Ich will nicht sagen dass sie es extrem schwer hatten, aber sie hatten um Einiges mehr zu kämpfen als andere. Grade was das Thema Mädels oder Freundschaften anging.

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Kommentar von Teodd
10.11.2016, 23:39

Traurig dass deine Eltern nicht verstehen, dir den Mut aufzubauen. Mir hat Selbstverteidigungskunst sehr geholfen :)

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Kommentar von Wolfnight
11.11.2016, 14:47

Es klingt wirklich schlimm, was du erlebt hast. Ich hoffe, du bist inzwischen so weit zu sagen, dass dir egal ist, was andere von dir denken. Es ist eine Frechheit, dass manche Menschen sich das Recht herausnehmen zu sagen, was ein "richtiger" Mann oder eine "richtige" Frau ist. Nur bei einem Punkt muss ich dir widersprechen. Ich verstehe, dass du es als Betroffener so wahrgenommen hast, doch Frauen, die den Anforderungen ihrer Geschlechterrolle nicht entsprechen, haben es genauso schlimm wie du.

Hier ein Beispiel. Frauen wird eingeredet, dass sie nur wertvoll sind, wenn sie hübsch aussehen. Was für eine Persönlichkeit sie hat, was für Hobbys, Interessen ist ganz egal, hauptsache man hat was zum Hinschauen. Denk mal darüber nach, was das für ein Gefühl ist, zu glauben, dass nur dein Äußeres wichtig wäre. Damit haben die meisten Frauen zu kämpfen. Ich kenne kaum ein Mädchen, das keine Probleme mit ihrem Gewicht hat. Laut Statistik entstehen Essstörungen im Geschlechtsverhältnis 1:15 für Frauen. Es hat auch mal eine Befragung gegeben, bei der sich herausgestellt hat, dass der Prozentanteil an Frauen, der sich selbst schön findet, unter 10 % liegt. Darüber könnte ich noch viel schreiben.

Man sollte Leid nicht aneinder abwägen. Was hat man denn davon, das größte unter allen Opfern zu sein? Nichts. Man sollte lieber gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Das ist auch das, wofür sich ein Großteil der Feministen und Feministinnen einsetzt. Sie wollen den Menschen die Wahl geben, wer sie sein wollen. Und dass sie für diese Entscheidung nicht verurteilt werden.

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Um deine Eingangsfrage direkt zu beantworten: Ja den Druck gibt es. 

Ich bin allerdings der Meinung, das Frauen nicht minder diversen gesellschaftlichen Erwartungen unterliegen - es sind eben nur andere Anforderungen die beim anderen Geschlecht gestellt werden.

Es sind einfach Rollenbilder, die uns schon in frühester Kindheit auferlegt werden, Verhaltensweisen die sich einbrennen und festsetzen und von denen es schwer ist sich zu lösen, selbst dann wenn der Druck gerade nicht gegeben ist.

Ich habe z.B. schon früh gelernt, das ein Junge nicht heult, wenn er sich das Knie aufschürft, sondern es sich so gehört, das man als 'Kerl' die Zähne zusammen beißt und den Schmerz runterschluckt, während meine Schwester nach Herzenslust heulen durfte, wenn sie sich irgendwas zugezogen hat.

Ich erinnere mich als meine Schwester zu Weihnachten ein Puppenhaus bekam. Ich fand das interessant, aber man machte mir ziemlich schnell klar, dass das nichts für Jungs ist, während meine Schwester darauf hinwiesen wurde, das es sich für sie nicht schickt mit meinen Autos zu spielen.

Ich habe mich schon früh für Kunst und Musik interessiert. Und nicht selten wurde mir auch offen gezeigt, das man das nicht für männlich hält und man es normaler fände, wenn ich Interesse an Fußball hätte.

Generell habe ich immer das Gefühl gehabt wie ein Alien betrachtet zu werden, wenn ich anmerkte, das mich Fußball überhaupt nicht interessiert. Als Junge hat man sowas gut zu finden - Punkt. So mein Empfinden in Kind- und Jugendtagen.

Mittlerweile gehe ich auf die 40 zu und würde behaupten, das es mich heute nur noch wenig schert ob das was ich tue oder auch nicht tue für männlich gehalten wird oder nicht. 

Zu begreifen, das vermeintliche Schwäche zeigen etwas ist, das vielen Männern schwer fällt und das für mich als Stärke zu verstehen, hat viele Jahre gebraucht.

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Dieser Druck ist mir auch als Frau (ich hoffe, ich darf dennoch antworten) aufgefallen.

Es fängt schon damit an, wenn hier Jungs fragen, ob sie bei einem Film weinen dürfen und die Antwort lautet nur wenn der Lieblings-Fußballverein verliert.

Es geht weiter, dass schwul in unserer Gesellschaft als Beleidigung angesehen wird. Was ist denn schon schlimm daran schwul zu sein? Im Gegenzug dazu ist Lesbe als Schimpfwort für Frauen weniger gebräuchlich.

Depressionen ist in unserer Leistungsgesellschaft besonders schlimm für Männer, da sie Probleme haben diese Krankheit zuzugeben, da sie als Schwäche angesehen wird. Erfolgreiche Suizide werden von mehr Männern begangen.

Besonders gut kann ich mich an die eine Gegebenheit erinnern: Auf einem Parkplatz mühte sich ein Mann damit ab, etwas hochzuschaffen, damit er darunter noch etwas verstauen konnte. Das Ding wollte aber nicht dort bleiben, wo es sollte. Daher habe ich ihm meine Hilfe angeboten. Oftmals ist eine dritte Hand von Nutzen. Er hat höflich abgelehnt. Als ich dann weiter gegangen bin, hat er mich gefragt ob er denn so schwach aussehe. Das hat mich wirklich getroffen, denn ich wollte ihn nicht beleidigen oder ähnliches. Alles, was ich zu diesem Zeitpunkt gesehen habe, war ein Mensch, der ein Problem hatte.

Allerdings darf man nicht den Fehler machen und behaupten, dass es Männer schwerer als Frauen haben. Letzten Endes kranken beide Geschlechter an den Geschlechterklischees, die eigentlich niemand wirklich erfüllen kann.

Bei Frauen hingegen erlebe ich es öfters, dass diese Klischees in Frage gestellt werden und dass deutliche Ansagen gemacht werden, wie sie behandelt werden wollen.

Bei Männern bekomme ich das weniger mit, obwohl die Krankheit Depressionen ich durchaus als ernstes Problem einschätze.

Wir sollten uns alle immer vor Augen halten: Niemand ist ein Klischee.

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Selbstverständlich gibt es ein von der Mehrzahl der Menschen akzeptiertes Rollenbild, wie sich Männlichkeit oder Weiblichkeit zu artikulieren hat. Ob man das für sich selbst nun gut findet, ist eine völlig andere Problematik.

Aber zur Männlichkeit gehört nun einmal, dass ein Mann keine Heulsuse sein darf, dass er sich nicht ständig über seine Leiden und Wehwehchen beklagen darf, dass er nicht laufend über seine Ängste, sein Scheitern, seine Misserfolge, sein Ungeliebtsein und sein Versagen in allen möglichen Lebenslagen lamentieren darf.

Ein Mann, der sich in dieser Weise darstellt, erlebt Spott und Verachtung, ja ihm wird die "Männlichkeit" abgesprochen, selbst von emanzipierten Frauen, die es sonst schätzen, wenn ihr Partner "auch mal" über sein Scheitern offen sprechen kann. 

Männer sollten prinzipiell stark sein, wobei mit stark nicht unbedingt physisch oder psychisch überlegen gemeint ist. Stark ist vielmehr ein Mann dann, wenn er vermehrt Souveränität ausstrahlt, also eine Haltung signalisiert, dass er mit Risiken, Belastungen, Widrigkeiten und Gefahren gelassen und kompetent umgehen kann. Sich auf so einen Mann verlassen zu können, ist das angestrebte Ideal. 

Und Deine Sorge, dass man diesem Männlichkeitsideal erst dann entsprechen kann, wenn man zahlreiche Belastungssituationen bewältigt hat, wenn man lebenserfahren ist und sich vor allem durch viel Arbeit und Training auch die notwendigen Kompetenzen angeeignet hat, diese Sorge ist sehr berechtigt. 

Bilanz: Deine Ausgangsproblematik, ob die Realisierung von Männlichkeit nicht auch einen erheblichen gesellschaftlichen Druck aufbaut, kann uneingeschränkt bejaht werden.

Dass es aber natürlich trotzdem immer wieder Frauen und Mädchen gibt, die sich zu typischen "unmännlich" erscheinenden Partnern hingezogen fühlen, die es lieben solche sanften, leidenden, meist depressiven Männern einfühlsam betreuen zu können, kann als Trost für all jene Männer gesehen werden, die meinen, dass sie einem zu hoch gesteckten Männlichkeitsideal nicht genügen können.

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Bin zwar ein Mädchen, aber ich lasse trotzdem mal ein Kommentar da. Ich halte es für Schwachsinn zu behaupten, das eine Geschlecht hätte es schwerer als das andere. An beide werden Anforderungen gestellt, nach denen sie sich richten sollten, wenn sie nicht dafür soziale Ausgrenzung erfahren wollen. Dass Männer immer stark sein sollen, ist eine dieser Anforderungen. Und wenn du dein Umfeld aufmerksam beobachtest, wirst du das auch merken. Ein Mann darf nicht zugeben, dass er bei irgendetwas Hilfe braucht, er darf nicht zu viele Gefühle zeigen und muss sich immer und überall durchsetzen können. Warum denkst du, werden Schwule von der Gesellschaft mehr verachtet als Lesben? Weil Weiblichkeit noch immer ein Synonym für Schwäche zu sein scheint. Ich meine, der Satz "... wie ein Mädchen" ist eine Beleidigung. Und das Klischee behauptet ja, dass alle Schwule feminin wären. Eben, Männer, die sich schwach zeigen. Männer müssen oft genauso viel Sexismus wie Frauen erfahren. Hier ein Video dazu:

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Hallo Mirage,

eine sehr gute Frage. Da scheint einiges dran zu sein, was Du da schreibst, aber so einfach ist es glaube ich nicht: Oberflächlich betrachtet scheint es so zu sein, wie Du schreibst. Das ist aber wirklich nur die Fassade, die Oberfläche. In Wirklichkeit werden auch an Frauen schwierige Erwartungen gestellt, die eigentlich schier unerfüllbar sind. Aber auch hier geht es nur um die Oberfläche.

Wie immer im Leben, ist die Realität deutlich komplizierter. Es gibt für die verschiedenen Geschlechter unterschiedliche Rollenerwartungen. Von Männern und Frauen, natürlich unterschiedlich, werden traditionell ganz unterschiedliche Eigenschaften erwartet, die, je ausgeprägter sie sind, um so männlicher/weiblicher wirkt jemand. Oberflächlich betrachtet.

Beginnen wir einmal mit dem Begriff "stark sein". Das wird je nach Umgebung ganz unterschiedlich gesehen und bewertet. Wir erwarten z.B. von einer Führungspersönlichkeit, dass sie stark ist. Aber was ist das? Schauen wir uns einmal genauer an, was von einer Führungspersönlichkeit erwartet wird: je nach Gruppe können die Erwartungen völlig gegensätzlich sein: In einer Gruppe gibt es immer Konflikte. Die Führungspersönlichkeit wird nur so lange anerkannt, wie sie diese Konflikte für alle zufriedenstellend regeln kann. Und da scheiden sich die Geister!

Die einen halten die Konflikte alle unter dem Teppich, und schaffen es dann tatsächlich eine zeitlang für Ruhe zu sorgen und manche bekommen Privilegien auf Kosten anderer. Das ist typischerweise in Diktaturen so. In solchen Gruppen ist es aber oft so, dass viele fähige und kompetente Menschen ausgegrenzt werden, weil sie die Macht der Führer begrenzen und deren Schwäche zutage tritt.  Das ist das konventionelle Modell das wir aus der Kaiserzeit übernommen haben. Es ist recht gut erforscht und hat einige ziemliche Schwächen.

Aber die Menschen sind ja nicht dumm, und so gibt es Heute auch Gruppen, in denen ander Dinge als Stärke gelten: Hier spielt weniger das Interesse des Einzelnen eine Rolle, als vielmehr das Gruppeninteresse. In solchen Gruppen kann auch jeder seine Interessen verfolgen, aber halt nur in dem Rahmen, in dem die Gruppe von ihm Vorteile hat! Sein Wert bemisst sich nach seiner individuellen Leistung für die Ziele der Gruppe. Das ist eher das Demokratische, also aktuellere Modell.

Daraus folgt nun, dass die Eigenschaften des Einzelnen, die ihn inn der Gruppe stark machen, ganz unterschiedlich sind und sich sogar direkt wiedersprechen können.

Während es in der kaiserlichen Gruppe eher so ist, dass Ideen und Vorschläge in der Hierarchie nur von Oben nach unten organisiert werden dürfen, ist es in den demokratischen Gruppen leichter gute Ideen einzubringen und damit im Wert für die Gruppe steigen zu können. Deshalb sind modern organisierte Gruppen in der Regel auch viel erfolgreicher. Dort wird in gleichberechtigten Teams zusammengearbeitet, während in den konventionellen Gruppen klare Anweisungen zu befolgen sind.

Natürlich gibt es Mischformen. Richtet sich auch nach dem Ziel und den Aufgaben der Gruppe. Oft sind Mischformen am erfolgreichsten.

Das mit den Unsicherheiten ist so eine Sache. Wir leben Heute in einer Welt, in der oft Spezialisten ihr Fachgebiet nicht mehr komplett überblicken. Nun ist es aber oft so, dass im modernen Teams ganz unterschiedliche Fachgebiete und Fachrichtungen zum gemeinsamen Erfolg beitragen müssen! (Marketing, Vertrieb, Entwicklung Produktion .... ) Da ist es einfach nicht mehr möglich, dass nur einer sagt, was zu tun ist. Deshalb ist es sinnvoll, Möglichkeiten zu schaffen, dass jeder sein Wissen und Können zum gemeinsamen Ziel beitragen kann. Diese Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zu organisieren ist Heute die Führungsaufgabe.

Natürlich gibt es Leute, die sind in Führungspositionen, und können natürlich nicht alles wissen und können! Meinen aber, sie müssten das! Und dann kommt einer daher und hat eine Idee und weiß etwas, was eine solche Führungsperson nicht weiß und kann. Ja, die werden dann unsicher und haben Angst, ihre weiße Weste könnte einen Fleck bekommen. sie werden aggressiv und bösartig und unterdrücken dann jede konstruktive Mitarbeit. Dieses Verhalten verringert den Erfolg der Gruppe, kann ihn sogar vollkommen gefährden. Nur um die Führungsrolle zu behalten. Solche Menschen sind schädlich für die Gruppe und sollten aus ihrer Führungsposition unbedingt abgelöst werden. In solchen Gruppen entsteht Mobbing und damit krankheitsbedingte Ausfälle.

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Kommentar von Barney123
11.11.2016, 10:06

Fortsetzung

Aber schauen wir genau hier doch einmal genauer hin: Wir haben gesagt, dass es Heute nicht mehr möglich ist, alles zu können und zu wissen. Das ist eine Tatsache. Offen zuzugeben, etwas nicht zu wissen oder zu können ist doch keine Unsicherheit  -- genau genommen ist das doch eine Stärke! Sie eröffnet die Möglichkeit offen zu sagen: Wer eine gute Idee hat - einfach zum Gruppenerfolg beitragen! Seine eigenen Stärken und
Schwächen kennen ist also kein Grund für Unsicherheit. Sie zu
akzeptieren eröffnet die Möglichkeit andere Menschen mit ihren
spezifischen Eigenschaften zu akzeptieren und zu respektieren, und eröffnet anderen Mitgliedern die Möglichkeit, ihren individuellen Beitrag zum Gruppenerfolg zu leisten und damit Anerkennung und Akzeptanz zu erreichen!

Und ja, natürlich macht jeder mit diesen Anforderung in seinem Leben bekanntschaft. Aber wie oben geschrieben -- so unterschiedlich die Gruppen, so unterschiedlich die Erwartungen. Kommst Du in eine konservative Gruppe, in der die Leute alle autoritär erzogen wurden und daher wahrscheinlich einen Minderwertigkeitskomplex haben, musst du dich mit Ideen zurückhalten. Denn Du kannst Dich darauf verlassen, da gibt es einige  die können das nicht ertragen und fangen dann an zu mobben. Einfach mal Tante Google fragen. Bessere Leistungen und Fähigkeiten als die Anderen, ist die Hauptursache für Mobbing.

Beim reden. Kommt halt drauf an. Natürlich gibt es Leute, die haben keine Ahnung und von denen hörst Du natürlich diese abgedroschenen Sätze. Wer macht sich denn über solche Dinge gedanken? DSDS oder Dschungelcamp sind doch unterhaltsamer als sich eigene Gedanken machen und sich vernünftig zu interessieren. Gibt aber auch andere.

Und Frauen sind doch auch nicht anders. Dort gibt es halt den Zickenkrieg. Gibt aber auch vernünftige Frauen.

Muss ja niemand seine Zeit mit solchen Leuten verplempern. Lästig wirds halt, wenn genau die Dich stalken.

Ist halt wie im richtigen Leben

LG

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Liebe xMirage95, dass Männer es in der Gesellschaft tendenziell schwerer haben als Frauen, würde ich nun nicht geradezu behaupten. Es reicht zusagen, dass sie es auch nicht leichter haben. Genau so, wie Frauen es empfinden, dass an sie von der Gesellschaft eine Rollenerwartung herangetragen wird, empfinden das bewusst oder unbewusst auch Männer. Mit derselben Berechtigung, wie Frauen das als "sexistisch" empfinden können, können auch Männer das so empfinden. Und ebenso, wie Frauen empfinden, dieser "Sexismus" gehe von Männern aus, können auch Männer empfinden, er gehe von Frauen aus. Der Druck, sich rollenkonform zu verhalten, für den Mann also, den "starken Typen" herauszukehren, tritt ja vor allem in dem Alter und der Situation auf, in dem er auf Partnerinsuche ist und feststellen muss, dass fast alle Mädchen und Frauen kein "Weichei" als Partner haben wollen. Zwangsläufig wird er sich abgewöhnen, eines zu sein, und er wird das schnell tun. Ich gehe davon aus, dass es umgekehrt Mädchen und Frauen entsprechend geht. Aber Kerle erleben es eben so, dass der gesellschaftliche Druck, sich rollenkonform zu verhalten, vor allem vom weiblichen Geschlecht ausgeht.

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Hmmm gesellschaftlicher Druck...Wenn Ich zu wenig Alkohol trinke sagen meine Freunde Ich bin eine pussy. Meine Eltern haben mir empfohlen mein zweites Studium doch mal ordentlich durchzuziehen und nicht abzubrechen. 

Irgendwelche Leute meinen auch manchmal dass Ich ein Weichei bin wenn Ich männliche Stereotype nicht erfülle. Das interessiert mich aber überhaupt nicht, daher hält sich der gesellschaftliche Druck im Rahmen. Wegen sowas werde Ich auch nie ausgegrenzt, und wenn dann würde Ich mit solchen Leuten auch nichts zu tun haben wollen.

Viel belastender sind für mich eher genderneutraler sozialer Druck, zB bei bestimmten sozialen Aktivitäten mitzumachen und mir Zeit für Freunde zu nehmen. Und generell mit Leuten zu reden und Kontakte zu knüpfen, denn sowas ist schon wichtig im Leben eigentlich. Es ist also eher eine Anforderung die Ich an mich selbst gestellt habe.

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Kommentar von Maisbaer78
11.11.2016, 12:42


Meine Eltern haben mir empfohlen mein zweites Studium doch mal ordentlich durchzuziehen und nicht abzubrechen. 

Das kriegen mit Sicherheit auch genug Frauen zu hören. Mir kommen da auch gleich einige Beispiele aus meinem Bekanntenkreis in den Sinn.


Das interessiert mich aber überhaupt nicht, daher hält sich der gesellschaftliche Druck im Rahmen.

Meine Rede

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Schwierig wird es aber für Männer, die aus anderen Gründen benachteiligt sind. Die Härten des Lebens schlagen da oft mit einer anderen Wucht zu. 

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Ja, diesen Druck gibt es allerdings.

Schlimmer als das, wird einem als Mann der Anspruch auf das eigene Geschlecht aberkannt, wenn man sich nicht entsprechend verhält. Sprüche wie "Sei ein Mann!", "Lass dir Eier wachsen!", "Ein Mann macht XY:" stehen über kurz oder lang an der Tagesordnung.

Ich erinnere mich da an ein Experiment von einer Feministin, welche meinte das Leben von Männern sei so viel einfacher. Besagte Frau hat sich als Mann ausgegeben und versucht als Mann zu leben.

Nach einem halben Jahr (wenn ich das richtig in Erinnerung habe), hat sie das Experiment abgebrochen und eine Therapie gegen Suzidgedanken angefangen, weil sie dem Druck nicht mehr gewachsen war.

Ich möchte hier noch klarstellen dass ich für Gleichberechtigung bin und keineswegs behaupte Frauen hätten es im Leben leichter.

Aber diese Behandlung sich ständig wie der größte Silberrücken aufführen zu müssen um sich sein naturgegebenes Geschlecht zu "verdienen" schlägt nicht wenigen Männern auf die Psyche.

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Kommentar von xMirage95
10.11.2016, 23:23

Ja, das Video habe ich auch gesehen und fand es sehr interessant, weil man sich als Frau mal ein bisschen eindenken konnte. Danke dir für die Antwort!

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Kommentar von triggered
10.11.2016, 23:30

Aber wer sagt denn solche Sachen wie "Sei ein Mann!" unironisch heutzutage?

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Frauen haben es allerdings leichter. Die können sich einfach ein paar mal schwängern lassen und streichen dann so viel Kindergeld ein, dass sie bequem davon leben können. Jetzt zur eigentlichen Frage. Wenn ich mich als Mann so verhalte, wie du es beschrieben hast (keine Tränen zulassen, selbstsicher auftreten etc) dann tue ich das nicht wegen irgendeines gesellschaftlichen Drucks, sondern weil ich so sein möchte und die meisten anderen Männer tun es mit Sicherheit aus demselben Grund.

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Kommentar von Maisbaer78
10.11.2016, 23:36

Die können sich einfach ein paar mal schwängern lassen und streichen
dann so viel Kindergeld ein, dass sie bequem davon leben können.

Ja man, die Kinder kosten ja auch nix dieser Tage und leben von alten Zeitungen und Mutterliebe. 

Ziemlich abwertende Einstellung. Verbitterung?

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Ich weiß nicht ob das alle Männer haben aber ich hab so eine Art "Beschützerinstinkt"

Und um beschützen zu können muss man nunmal stark sein.

Das ist auch so eine Sorge die immer wieder durch meinen Kopf geistert... dass ich nicht stark genug bin :S

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Kommentar von nintendoluk
11.11.2016, 12:13

Ich glaube aber nicht, dass ich es als Mann schwerer hab
Die Mädls haben da schon auch ihre Probleme ^^'

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Hmm... ich weiß nicht, ob ich sowas erlebt hatte. Wenn ich z.b in der Schule oder im Betrieb Probleme habe, dann sage ich das ich Hilfe brauche. Oder wenn ich verlaufen bin und will einfach schnell den Weg finden, dann frage ich einfach nach.

Wenn der Mann sowas denkt, dann hat er zerbrochene Selbstvertrauen. Ist traurig.

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Ich empfinde das nicht so. Es gibt aber Männer, die sich selbst diesen Druck auferlegen, meines Erachtens aus einem Mangel an Selbstbewusstsein.

Solche Leute neigen dann dazu, eigene Fehler nicht zuzugeben oder zb. Dinge in sich hineinzufressen.

Die von Andrastor in seiner Antwort geschilderten Sprüche gibt es tatsächlich sehr häufig zu hören.

Allerdings würde ich auf die Aufforderung "lass dir Eier wachsen" antworten: "mach ich"

Es ist ziemlich leicht, sich diesen unterschwelligen Herausforderungen bzw. stellenweise auch Provokationen zu entziehen wenn man nicht das Gefühl hat, sich ständig beweisen zu müssen.

Ich muss aber einräumen, dass das nicht zu jeder Zeit und jeder Person gegenüber gelingen mag. Jeder hat mal das Gefühl, er müsse jetzt zeigen was für ein Kerl er doch in Wahrheit ist.

Aber ich schätze, das tritt nicht häufiger aus als Frauen in Zugzwang geraten um nicht schlecht auszusehen.

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Kommentar von xMirage95
10.11.2016, 23:33

Meiner Meinung nach ist das auch mangelndes Selbstbewusstsein. Aber das wäre eben die Frage.

Wird mangelndes Selbstbewusstsein Männern tendenziell mehr verübelt als Frauen?

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