Amputationen nach islamischen Recht?
Hallo, ich habe gerade diesen Artikel auf Wikipedia gelesen. "Im Zuge der Reislamisierung wurde nach 1972 in verschiedenen Staaten das islamische Strafrecht kodifiziert und in diesem Rahmen die Amputation als Strafe für Diebstahl wieder eingeführt. Beispiele hierfür sind Libyen, Pakistan, Iran,[14] Sudan und das nördliche Nigeria.[15] In Sudan kam es hierbei zu einer bedenklichen Ausweitung des mit Amputation belegten Straftatbestands. So wurden im Sudanesischen Strafgesetz von 1983 in Artikel 320 die Heimlichkeit und die Wegnahme aus einem Gewahrsam als Voraussetzungen für Diebstahl fallengelassen.[16] Auch wurde hier die Durchsetzung der Amputationsstrafe mit großer Energie durchgesetzt. Allein in der Zeit vom September 1983 bis zum Fall des Numeiri-Regimes im April 1985 wurden 96 bis 120 Amputationen vorgenommen.[17] Zwar setzte danach die Regierung die Amputationen aus, doch wurden nach dem Putsch von 1989 erneut Amputationsstrafen vollzogen und Henker zur Ausbildung nach Saudi-Arabien entsandt.[18] Noch im Januar 2001 wurde an fünf Männern wegen Straßenraubs die Kreuzamputation vorgenommen."
Sorry, aber ich kann es echt nicht begreifen, wie man sich einem Glauben anschließen kann, der solche Praktiken nicht nur nicht ablehnt, sondern sie auch noch erfindet und propagiert und durchsetzt. Wie ist das möglich, dass einem da nicht das K0tzen kommt?
5 Antworten
Ich kenne mich mit dem islamischen Recht zwar wenig bis gar nicht aus aber du solltest wissen (hast du ja auch selber geschrieben) dass in den meisten dieser Staaten Diktatoren herrschten und noch herrschen.
Das Ziel jeden Diktators ist doch der eigene Machterhalt. Und zu diesem nutzen sie alle Möglichkeiten, auch die Religion.
Das letzte was ich machen werde als Muslim ist es, die Verhältnisse in solchen Diktaturen mir als Maßstab zu nehmen.
Und wenn dem Machterhalt die Religion im Wege steht, wird diese eben vom Regime zurechtgebogen.
Wie gesagt, meine Beschreibung oben spielt in diesen Ländern eine wichtige Rolle und mein Wissen auf diesem Gebiet ist sehr lückenhaft, drum sag ich nichts über etwas, wovon ich wenig Ahnung habe. Ach ja, und bedenke Wikipedia ist eine nicht so gute Quelle ;-). Da kann jeder reinschreiben.
Ja, aber es ist ja eine Form der Bestrafung, die vom Propheten Mohammad empfohlen wurde.
Tja, dann sollen die nicht klauen, selbst schuld.
Gerechtigkeit muss schon sein!
Für Leute die aus Bedürftigkeit klauen, oder Sachen geringen Wertes klauen, wird diese Strafe ohnehin nicht angewendet.
Inwiefern sollte das denn überhaupt Sinn machen? Menschen ist es nicht erlaubt ihrem eigenen Körper Schaden zuzufügen, aber Anderen ist dies erlaubt, obwohl es weitaus weniger schädliche und effektivere Möglichkeiten gibt jemanden zu bestrafen.
Weist du überhaupt wie hart es sein kann eingesperrt zu werden? Weist du, dass unser System darauf abzielt Menschen zu rehabilitieren und wieder in die Gesellschaft einzugliedern, anstatt sie einfach nur auf brutalstem Wege zu bestrafen? Weist du, wie wenig Strafen, egal wie brutal sie sind, dazu beitragen Verbrechen vorzubeugen?
Man muss sich nur einmal die USA ansehen, die über wahnsinnig hohe Verbrechens- und Rückfallraten verfügen, obwohl deren Gefängnissystem und Strafenkatalog extrem brutal und hart sein kann. Die Todesstrafe, also eine der schlimmsten Strafen überhaupt, hat dort auch noch niemandem vom Mord abgehalten. Wieso sollten dann andere körperliche Strafen besser funktionieren?!
Wie ist das eigentlich damit vereinbar, dass der Körper des Menschen als Allahs Eigentum gilt?
Müssen da auch nicht vier Zeugen anwesend gewesen sein? So was habe ich mal gelesen.
das ist nur ein Aspekt der Scharia, nämlich der strafrechtliche. Das Regelsystem der Schari'a ist eine Vorschriften-Sammlung zu allen nur möglichen profanen, also wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Bereichen.
Diese Vorschriften werden als Interpretation des Willens Allahs verkauft, obwohl sie eben nichts weiter als Menschenwerk, Menschenkonstrukte und Phantastereien nicht rechtgeleiteter, selbsternannter sunnitischer Autoritäten darstellen.
Es gibt auch nicht den geringsten plausiblen Hinweis darauf, dass die selbsternannten sunnitischen Autoritäten Gottes Willen und Gottes Gesetze klarer erkennen könnten als der Rest der vernunftbegabten Menschheit.
Diese Autoritäten massen sich desweiteren an, unfehlbar geurteilt zu haben, unanfechtbar und nicht unterworfen der rationalen oder ethischen Überprüfung.
Wie hatte sich das aufgeklärte Europa damals über das katholische Unfehlbarkeitsdogma alteriert. Wo bleibt heute das aufgeklärte Europa, das den sunnitischen Autoritäten die rote Karte zeigt für ihre Unfehlbarkeits-Amtsanmassung?
Denn derartiges anmassendes Verhalten ist vor allem aus der Geschichte der klinischen Psychiatrie bekannt. Es sollte aber nicht in einem säkularen, demokratischen Rechtsstaat - also wo sich der Volks-Souverain die Regeln des Zusammenlebens selbst gibt - unter dem Schutztitel 'Religionsfreiheit' geduldet oder gar aufgewertet werden, wie dies gegenwärtig in Westeuropa, namentlich in unserem Heimatland geschieht.
Es kommt immer darauf an wie wortgetreu man den Glauben auslebt.
Viele Muslime werden das wohl nicht befürworten.
Es gibt auch christliche Fanatiker. Nur weil man mit jemandem seine Glaubensgrundsätze teilt heiß nicht, dass man den Glauben auch gleich auslebt oder alles gleich sieht.
Der Unterschied ist, dass die Bibel ausgelegt und auf unsere Zeit angepasst werden darf. Der Koran ist das Wort Gottes und darum ändert sich daran auch nichts und wenn der Prophet sagt Handabhacken ist cool, dann ist es das halt.
Es kommt auf den "Zugang" zu solchen Regelungen an.
WENN (!) man davon ausgeht, dass Allah die Regeln, Gebote und Verbote.. usw.... gemacht hat.. UND alles "am besten" weiß....
.. würde kein/e "Gläubige/r" dies in Frage stellen (wollen)
Im Gegenteil...
..würden sie dann nicht entsprechend "handeln" würden sie sich ja selbst gegen Allahs Regeln stellen
Da ist die Frage NICHT, ob es einem selbst gefällt, sondern OB Allah es so will.....
@furkansel die genaue Regelung weiß ich nicht, nur dass es sowas gibt, aber natürlich darf es keinen Zweifel daran geben, dass diejenige Person schuldig ist
@Mark1616 es ist auch sein Befehl, somit erübrigt sich die Frage. Gerade deshalb darf er solch eine Strafe anordnen