Ab wann ist ein Hund "gut erzogen"?

10 Antworten

Ich finde die Frage auch ziemlich bescheuert, wenn sie nur dazu dienst sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Eine generelle Frage zur Erziehung, ohne Wertung, finde ich aber ok. Ergo wenn es ein Gespräch wird und kein Sch*anzvergleich ;-) Ich denke jeder sollte Respekt vor der Problemen der anderen haben, denn nicht jeder Hund (z.B. Vorgeschichte) und jede Rasse (z.B. Jagdtrieb) ist gleich.

Ich selbst würde auf die Frage jetzt noch mit nein antworten aber wir arbeiten daran. Inwieweit alles klappt müssen wir gucken. Es muss aber auch nur für uns gut sein und nicht für das Ermessen anderer. Genauso muss es auch nur für Dich gut sein.

Wichtig finde ich vielmehr, dass wenn man in gewissen Situationen den Hund nicht im Griff hat, entsprechend vorrausschaut und schon vorher reagiert.

Schlimm finde ich, wenn man einen Hund gar nicht erzieht und es ständig zu Vorfällen kommt.

Ein Hund gilt als gut erzogen, wenn er den eigenen Ansprüchen des Halters genügt. Da diese sehr unterschiedlich sind, gibt es Ansprüche bezüglich Öffentlichkeit. Er darf weder Menschen noch andere Tiere belästigen.

Nett oder gut erzogen ist Wortspielerei. Leute finden Hunde nett, wenn sie nicht negativ auffallen und ein vertrauenswürdiges Äußeres haben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auf Beides ankommt. Meine Doggen konnten noch so brav sein, Ablehnung oder volle Begeisterung hängt von der Mentalität der Menschen ab. In D. wird mir meist mit Misstrauen begegnet, in Spanien z.B. gehen die Leute völlig unbefangen auf uns zu und sind sofort begeistert.

Mir reicht es, wenn meine Hunde abrufbar sind und ich sie überall mit hinnehmen kann, ohne negativ aufzufallen.

Auch daheim reduzieren sich mit zunehmenden Alter Kommandos. Blicke, Gesten reichen zur Verständigung. Man spielt sich aufeinander ein.

Woher ich das weiß:Beruf – berufliche sowie private Erfahrung

Grundsätzlich unterscheide ich zwischen Erziehung und Dressur.

Gut erzogen ist ein Hund, wenn er sich gut benimmt. Also stubenrein ist, im Lokal unter dem Tisch verschwindet und nicht bettelt, kein Essen vom Tisch klaut, nichts kaputt macht was Herrchen/Frauchen gehört, wenn er auf der Straße andere Leute ignoriert, niemanden anspringt, anbellt etc. Besuch wird zuhause von mir begrüßt und nicht vom Hund etc. Und er muß vernünftig an der Leine gehen können.

Ansonsten muß ein Hund bei mir nur 4 Kommandos absolut sicher beherrschen:

Komm, Bleib, Aus, und geh auf Deinen Platz :-)

Alles andere ist nett aber nicht lebenswichtig. Ob ein Hund nun Sitz kann oder Pfötchen geben oder irgendeinen einen Ball zurückbringt - ja das ist nett und macht Spaß - aber mir persönlich ist das völlig Banane ob der Hund steht oder sitzt solange er dort bleibt wo ich es ihm sage.

Meine Hunde müssen nicht 37 verschiedene "Kommandos" kennen - sie müssen alltagstauglich sein. Ich muß mit ihnen jederzeit in ein Hotel oder Restaurant gehen können, ich muß sicher sein, daß sie im Klamottengeschäft nicht an die Ständer pinkeln, sie müssen auch mal ruhig sein können und nicht ständig im Mittelpunkt stehen wollen. Sie wissen genau wenn ich mich an den Laptop setze dann haben die Hunde "Sendepause".

Ich finde es ja immer wieder lustig daß es heutzutage so viele völlig unerzogene Hunde gibt obwohl doch alle in die Hundeschule rennen :-)

Gut erzogen ist ein dehnbarer Begriff. Gut erzogen ist ein Hund (Pferd, was auch immer), dann für mich, wenn es in seinem Umfeld (Stadt, Land, Dorf), so unter der Kontrolle des Halters steht, dass er Dritte Personen nicht belästigt. Was nützt es dem Listie in Berlin, dass er zu 100% abrufbar ist, wenn der per Gesetzt eh nicht von der Leine darf, da wäre es dann wohl viel entscheidender wie de rhund sich an der Leine und in Öffis verhält. Ein Hund der in einem 70 Seelendorf wohnt, muss nicht perfekt U-Bshn fahren können um "gut erzogen" zu sein

Bei dieser ganzen gehorsamkeitsgeschichte darf man eins nie vergessen. Es handelt sich um ein lebewesen das seinen eigenen charakter und gefühle hat und das in seinem interesse auch handelt. Die Bindung zwischen mensch und tier spielt dabei eine wichtige rolle.

"Gut erzogen" oder "gehorsam" sein hängt immer davon ab was der besitzer von dem tier erwartet oder auch nicht erwartet (was er nicht möchte was der hund tut )

Demnach kann man nicht sagen der hund ist "schlecht/nicht" erzogen wenn er zb. Aufs sofa geht, wenn der besitzer das tolleriert.

Für mich ist ein hund auch nicht gleich "gut" erzogen weil er sitz oder platz kann.

Für mich ist am aller wichtigsten das mein hund in gewissen Situation abrufbar ist, das dass "Abbruchskomando" einwandfrei klappt. Das er mit mir kommuniziert indem er blickkontakt sucht und das er mir sein vertrauen schenken kann.

Für mich ist ausserdem wichtig das er "grenzen" oder "verbote" die ich ihm gesetzt habe versteht und respektiert und diese grenzen nicht immer aufs neue austestet.

Schön wenn er sitz und platz macht aber das ist in meinen augen nebensächlich.

Der Mensch ist nicht perfekt und der hund auch nicht, deshalb erwarte ich auch kein militärisches gehorsam, wir sind keine maschinen.

Für mich ist am aller wichtigsten das mein hund in gewissen Situation abrufbar ist, das dass "Abbruchskomando" einwandfrei klappt.

Korrigiere "... in gewissen Situationen ..." zu "... IN JEDER SITUATION ...", und du triffst den Nagel perfekt auf den Kopf, 30087.

Denn genau das ist es: Ein Hund ist dann "gut erzogen", wenn er IN JEDER BELIEBIGEN SITUATION abrufbar ist. Alles andere ist "Sahnehäubchen" und kann, muss aber nicht. Denn die jederzeitige Abrufbarkeit ist das zentrale Element* der Hunde-Fernsteuerung.

*) Für mich, ganz persönlich, gehört noch das "Platz!"-Kommando dazu. Ich erwarte ZWINGEND von meinen Hunden, dass sie auch in 100 Metern Entfernung umgehend abbrechen, was sie gerade machen und sofort platzen, wenn ich es ihnen sage.

Und das aus einem einfachen Grund: Abrufen heißt "zurück kommen". Doch wenn zwischen mir und dem Hund eine Straße (oder irgendwas anderes Unangenehmes) ist, dann will ich nicht eine Gefahrensituation gegen eine andere eintauschen müssen. Dann will ich durchaus, dass mein Hund sich hinlegt (nur im Liegen hat man die volle Kontrolle über den Hund) und wartet, bis ich ihn abhole.

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@Unsinkable2

"Gewisse Situationen " war als beispiel bzw zusammenfassend für Situationen gemeint, besonders im vordergrund gefährliche Situationen. ;)

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@30087

Das habe ich auch so verstanden. Allerdings meine ich nicht nur "gefährliche Situationen"; sondern WIRKLICH JEDE. Ohne die geringste Ausnahme.

... na gut, außer Kacken. :) Das versuchen meine Jungs dann zwar zu beschleunigen und hüpfen schon mal in die richtige Richtung; aber zum Abbrechen wegen eines Rufs habe ich noch keinen ernsthaft bewegen können (und eigentlich auch nicht wollen).

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