12 Jährige Tochter mit ADHS zu Pflegeeltern geben für 1 bis 2 Jahre

17 Antworten

Nein du bist eine verzweifelte Mutter. Was sagt man denn in der Kinderpsychiatrie dazu, dass deine Eltern deine Tochter aufnehmen? Immerhin kann nicht jeder ein schwieriges Kind bei sich aufnehmen. Ganz sicher aber kann das die Tochter nicht bestimmen.

Hallo Zusammen!

Nachdem sich Schlummermutter bei mir beschwert hat:

Auf keinen Fall sollte jemand, der helfen will, auf Ihre Art abgemahnt werden,

will ich mal einen anderen Versuch starten:

Ich selbst habe einen Sohn mit ADHS, inzwischen erwachsen. Es ist noch gar nicht lange her, da kam er von der Arbeit und meinte, der Geschäftsführer habe ihn persönlich angesprochen, sie hätten mit ihm einen Glücksgriff gemacht, er sei der Sonnenschein der Firma. Wie ist das mit so schwierigen Kindern wie ADHS-lern möglich?

Ganz einfach! ADHS-Kinder haben ihre speziellen Probleme! Sie können sich von Geburt an nicht konzentrieren (wenn sie nicht etwas besonders interessantes machen, gerade), ihr Selbststeuerungsvermögen ist begrenzt, dadurch sind sie leicht reizbar und können schnell zu Problemkindern werden. Sie können nicht stillsitzen (Mein Sohn muss z.B. ständig etwas zwischen den Fingern haben und damit spielen, was dramatisch wird, wenn er z.B im Urlaub mit meinem letzten Insulinpen spielt) usw.

Aber es hilft nichts! Sie machen das nicht mit böser Absicht, sondern sie können einfach nicht anders und müssen deshalb vieles erst mühsam lernen! Ihnen das übel nehmen und sich darüber ärgern ändert überhaupt nichts an der Situation! Ärger vergiftet die Beziehung zum Kind und raubt Energie, die dringend zur Unterstützung des Kindes gebraucht würde!

Kinder mit einem ausgeprägten Selbststeuerungsvermögen reagieren da auf die Eltern anders: Sie merken Mama oder Papa ärgern sich, da muss ich anders reagieren und können das dann auch leicht machen. Nicht so ein ADHS-Kind. Dem bleibt erst einmal nur der Ärger und die Verzweiflung, und den Ärger leben sie dann aus, weil sie ihn eben nicht unterdrücken können. Das macht die Eltern schwierig! Denn die Eltern erwarten, dass sich das Kind an die Eltern anpassen müssen! Da liegt aber der Fehler! Wie schon Jesper Juul schrieb, haben die Erzieher die Verantwortung für die Beziehung zum Kind und dafür, wie miteinander umgegangen wird! Wenn man sich einmal die Situation des Kindes vor Augen führt, dann ist der Ärger des Kindes, sein aggressives Verhalten oft Ausdruck von Hilflosigkeit! Dem Kind würde in dieser Situation viel mehr helfen, wenn die Eltern es in die Arme nehmen würden und es trösten würden: „Ja ich weiß, Du würdest gerne ganz anders reagieren, aber Du kannst das noch nicht. Wir werden das aber zusammen üben! Ich helfe Dir dabei!“

So kann man die Mitarbeit des Kindes erreichen. Die Eltern haben es in der Hand zu entscheiden, ob sie sich weiter ärgern wollen, oder ob sie ihre Energie in die Lösung der Probleme stecken wollen. Dazu ist es aber zuerst einmal notwendig, dass sie die Situation, so wie sie nun einmal ist akzeptieren und das Beste daraus machen werden!

Ist dieser Schritt gemacht, und erst danach, kann dann die Lösung der Probleme angegangen werden! Dazu ist es sehr hilfreich, wenn sich alle in der Umgebung des Kindes mit den speziellen Problemen auseinandersetzen und das Kind unterstützen. Das gilt nicht nur für ADHS-Kinder, sondern auch für alle anderen Kinder! Es sind also auch Sachkenntnisse erforderlich, die man sich bei Eltern-Gruppen wie „Netzwerk Lebhaft“ o.ä. leicht besorgen kann. Auch hin und wieder ein Buch lesen, zum Thema, ist hilfreich!

Das Kind weggeben halte ich für keine Lösung, denn damit wird das Kind nur abgeschoben! So ein ADHS-Kind bietet nämlich den Eltern die Möglichkeit, selbst persönlich zu wachsen und einen anderen Umgang miteinander zu lernen. Denn ich halte es für ein grundsätzlich falsches Verhalten, die Macht als Eltern auszunutzen, das Kind durch Aggression zu knechten! Denn nicht anders läuft oft Erziehung und führt besonders bei ADHS-Kindern zu großen Problemen!

Ich hatte schon Kinder mit ADHS in meiner Kindergruppe. Eines haben alle diese Kinder gemein: Sie sind meistens hochintelligent, und wenn man sich EINZELN mit ihnen abgibt, die wunderbarsten Menschen.

Schlummermutter hat hier eine super Antwort gegeben. Du bist verunsichert, hast keine Kraft mehr. Wichtig ist auch, dass DU etwas für dich tust, um wieder Kraft zu schöpfen. Deiner Tochter könnte auch helfen, auf eine spezielle Schule für ADHS-Kinder zu gehen. Erkundige dich mal bei der Lehrerin, oder bei einer Beratungsstelle. Dort sind viel kleinere Klassen, wo man mehr auf das Kind eingehen kann. Das alleine führt bei den Kindern schon zu mehr Ruhe.

Auch der Vorschlag, einen Tag NUR für deine Große einzurichten, finde ich sehr positiv. Dann gehen eben die Kleinen mal zu den Großeltern. Das ist doch toll, dass die da mitmachen. Lass das Mädchen aussuchen, was sie an dem Tag machen möchte.

Ich finde es übrigens eher positiv, dass sich die Großeltern liebevoll kümmern. Das ist es nämlich, was deine Tochter braucht: Jemand, der sich um sie kümmert, und sie nimmt, wie sie ist. DU kannst das im Moment nicht, weil deine Nerven zu strapaziert sind. Daher lass doch Oma und Opa machen, wenn sie sich das zutrauen. Du kannst das Kind nicht in eine Schiene zwängen. Kinder müssen sich entwickeln können, und zwar auch in ihre eigene Richtung. Du kannst nur lenken. Immerwährend alles bremsen und verbieten hilft nicht und verursacht nur Streit.

Pflegefamilie würde sicher alles nur noch verschlimmern, und eure Beziehung zueinander immer weiter auseinandertreiben. Es ist doch dein Kind. Lass das nicht zu.

Und deswegen bist du keine Rabenmutter. Du bist einfach nur ein Mensch,d er an seine Grenzen geraten ist, und Hilfe braucht. DU brauchst Hilfe, nicht nur dein Kind. Lass dir helfen, nimm dir auch Auszeiten VON den Kindern. Einen Papa gibt es? Dann soll der auch mal nach seinen Kindern gucken. Wenn es den nicht gibt, dann bitte Oma und Opa um Freistunden für dich, in denen du z.B. in Vereine gehen kannst, Sport machen oder mal ins Kino... . Damit DU eben auch wieder zu Kräften kommst.

Geh mal zu einer Beratungsstelle. Oftmals sind die auf dem Landratsamt (Schulpsychologischer Dienst), oder von der Caritas.... . Es tut wirklich gut, mal mit unbeteiligten Experten darüber zu reden. Manchmal tut sich ein Hintertürchen auf, und du findest den Punkt, wo es wieder aufwärts geht.

Alles Gute, und bleib am Ball :o) !

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Deine antwort gefällt mir sehr gut. Eine wesentliche Stelle finde ich ist

Du kannst das Kind nicht in eine Schiene zwängen. Kinder müssen sich entwickeln können, und zwar auch in ihre eigene Richtung. Du kannst nur lenken. Immerwährend alles bremsen und verbieten hilft nicht und verursacht nur Streit.

Wir hatten auch ein Kind mit ADHS. Die sind sehr verständig und man kann sehr gut mit ihnen reden. Unser Junge hat auch gemerkt, dass er Probleme hat, die andere nicht haben. Deshalb haben wir die Ziele mit ihm besprochen und auch darüber geredet, wie wir diese erreichen wollen. Dadurch haben wir seine Mitarbeit gewonnen. Das hat das ganze sehr viel stressfreier gestaltet. Man muss sich einfach richtig klar machen, dass diese Kinder nicht mit Absicht sind, wie sie sind, sonder einfach nicht anders können. Und wir haben ihn einfach dabei unterstützt, seine Probleme zu lösen.

Wenn da ein Machtkampf stattfindet, verlieren immer alle Beteiligten!

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