10 Monate alter Hund aggressiv. Was tun?

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3 Antworten

Erstmal: Bitte keinen Leinenruck (das kann Wirbel schädigen) in in Gottes Namen schmeiß dich nicht auf den Hund!!!

Ihr trefft oft andere Hund lese ich in einem Kommentar (ich habe aber nicht alles gelesen). Aus Erfahrung behaupte ich mal, dass es wie folgt abläuft: Wiese oder Wald, man begegnet sich, Hunde von der Leine lassen,die spielen fröhlich und alles ist glücklich.

Ich versuche mich kurz zu fassen... Hunde spielen nicht in dem Sinn wie wir es meinen. Sobald ein Hund den anderen jagt, zwickt oder anknurrt ist immer ein gewisses Maß an Ernst dahinter. Was sagen solche Situationen eurem Hund? Ihr geht als Rudel durch Revier und trefft auf ein fremdes Rudel (alles was nicht gemeinsam frisst und schläft ist rudelfremd). Nun ist es Aufgabe des Rudelführers die Verantwortung für sein Rudel zu übernehmen und den ersten Kontakt aufzunehmen um abzuchecken, ob die friedlich sind oder schreddern wollen. Du leinst deinen Hund ab, er nimmt den Erstkontakt auf. Die Hunde preschen aufeinander zu, einer weicht aus, rennt mal wieder in die andere Richtung, gegenseitiges Umkreisen.

Nun passiert das Gleiche ohne, dass der Hund abgeleint wird. Er hat keine Möglichkeit sich seitlich zu nähern oder die Flucht zu ergreifen. Also vorsichtshalber auf dicke Hose machen und demonstrieren, dass man sich besser nicht nähern sollte.

Du lässt deinem Hund keine andere Wahl. Dein Hund ist unsicher und überfordert (wenn ich bei den Umständen richtig liege). Man sollte niemals einen Hund auf andere zuballern lassen.

BTW: Ich habe das früher genau so gemacht, als ich es nicht besser wusste. Bin selbst Mutter und dieses Verhalten hat mit einem Baby rein garnichts zu tun. Mein Sohn (11 Monate) hat heute versucht, die Nase von einem meiner Hunde in den Mund zu nehmen. Als Antwort wurde ihm quer übers Gesicht geleckt. An der Leine benehmen die sich teilweise anderen Hunden gegenüber auch assi, wobei es schon deutlich besser geworden ist. Mein Sohn hat aber Narrenfreiheit bei denen.

Was du machen kannst: Triffst du Bekannte, lasst die Hunde (alle) an der Leine und lauft gemeinsam. Keinen Kontakt zulassen, möglichst Hunde außen laufen lassen und Zweibeiner innen. Nach fünf Minuten interessieren sich die Hunde i.d.R. nicht mehr füreinander und ihr könnt die Hunde kommentarlos ableinen (kein "Lauf" oder so). Jeden Ansatz von "Spielen" sofort unterbinden. Da ihr selbst scheinbar zwei Hunde habt wisst ihr, dass Rumgeraufe nicht vorkommt (falls doch fängt euer Problem schon hier an). Wenn du einem anderen Hund begegnest und ihr nur aneinander vorbeigeht, dann nehme deinen Hund immer auf die Seite weg vom anderen Hund. Dein Hund ist nicht aggressiv, sondern unsicher. Versuche nicht, deinen Hund mit Worten zu beruhigen. Bei Angst oder Unsicherheit funktioniert das leider nicht, denn es bestärkt den Hund in seinem Verhalten ("das machst du fein" und "alles ist gut, brauchst keine Angst haben" deutet er gleich). Ist er verfressen? Wenn ja kannst du ihn anfangs zur Hilfe mit Futter ablenken (für den Zweck sind Frolic dann auch mal ok). Bereite das am besten zu hause schon vor: Mach ein Geräusch, das es im Alltag nicht gibt (schnalz mit der Zunge oder so) und gib deinem Hund sofort ein Leckerchen. Immer wieder. Wie beim Clickertraining (nur ohne Clicker). Wenn euch dann ein Hund begnet und der Hund läuft links an dir vorbei, nimmst du die Leine in die linke Hand, führst sie hinter dir lang (Höhe Oberschenkel) und hast deinen Hund rechts. SOLLTE er nach vorne preschen setzt du ein Bein vor, stehst stabil und die Hebelwirkung holt dich nicht von den Beinen. Passiert aber nicht, da du gut vorbereitet bist, dein Leckerchen in der linken Faust hast und diese dem Hund geschlossen vor die Nase hälst und schnalzt (oder fiepst oder auf welches Geräusch auch immer du den Hund konditioniert hast). Dein Hund sabbert und leckt an deiner Hund. Wenn es klappt kannst du ihn auch am Leckerchen nagen lassen. Das machst du bei jeder Begegnung, bis das 1000%ig klappt. Dann machst du nur noch dein Geräusch, wenn der andere Hund vorbei ist geht deine Hand in die Tasche und zaubert ein Leckerchen hervor. Irgendwann ersetzt du Leckerchen durch ein verbales Lob und ein Kopftätscheln und Leckerchen gibt es nur noch jedes zweite, zehnte, zwanzigste.... Mal. Damit konditionierst du deinen Hund im Prinzip erstmal nur um (Hunde verhalten sich oft in Situationen auf eine Art und Weise, weil sie es einfach immer so machen, die denken nicht jedes Mal neu nach).

Kurzfassen hat leider nicht geklappt - sorry ;)

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Oft flippen Hunde nicht aus Aggressivität, sondern aus Angst aus. Versuch, deinen Hund so gut es geht zu beruhigen. Vielleicht kennst du jemanden, mit einem Hund, der die Ausraster bei deinem Hund hervor ruft, den du fragen kannst ob er mit dir trainniert. 

Haltet erst einen großen Abstand von einander. Dann verringert den Abstand. Jedes Mal, wenn dein Hund anfängt, an der Leine zu ziehen bleibt ihr stehen, bis sich die Situation beruhigt. 

Was sehr gut bei meinem Hund geklappt hat, als er früher immer an der Leine gezogen hat, ist, der Leine ein Stück nachzugeben und sofort ruckartig daran zu ziehen (bitte nicht zu feste :D). So wird dein Hund eher aufmerksam und vielleicht auch ein wenig verwirrt, was ihn von seinem eigentlichen Problem ablenkt. 

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Kommentar von NewYork1988
08.09.2016, 19:24

Glaub mir, den interessiert es absolut gar nicht, wenn ich an der Leine rucke. In meiner beschriebenen Situation merkt der nichtmal, wenn ich ihm (so hart es klingt) am Ohr ziehe. 

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Aus der ferne schwer zu beurteilen! kennt er andere hunde aus der welpenschule oder ähnliches? Wie ist sonst sein gehorsam? 

Beginnt er zu bellen, oder der andere? Dann wäre es zwar eine verteidigungshaltung um dich zu beschützen, aber das wäre auch so die rolle des höchsten im rudel, was ja eigentlich du sein solltest.. Er hat "gar nix zu melden" wenn du den anderen ignorierst.. Wenn du darauf anspringst, ist das natürlich auch für ihn das zeichen, dass es gleich rund geht..

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Kommentar von Biba85
08.09.2016, 19:13

Und auf ratschläge zur erziehung, von anderen leuten, mit einer knutschkugel geb ich herzlich wenig, da sie in den meisten fällen leider ihre hundeerfahrung aus dem fernsehen haben und 5kg an der leine eben leichter zu kontrollieren sind als 30 oder mehr.. Also wegen der, würd ich mir keinen kopf machen.. Sorry für die ehrlichkeit..

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Kommentar von NewYork1988
08.09.2016, 19:19

Ja er kennt andere Hunde. Er selbst ist Zweithund und wir treffen im Bekanntenkreis oft andere Hunde. 

Er hört normalerweise super. Er kommt sofort, wenn man ihn ruft, macht Sitz, Platz, Kunststückchen etc. 

Nein, er bellt gar nicht. Er geht sofort drauf los. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht was passieren würde. Mit dem verteidigen habe ich mir auch schon so gedacht, aber er macht das auch bei meinem Mann.

Wie meinst du das, dass ich darauf anspringe? Ich nehme ihn natürlich immer kürzer, wenn uns Leute oder Hunde entgegenkommen. Schon rein aus Respekt den anderen gegenüber. Wie gesagt macht er das ja nicht bei jedem Hund. 

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