Liebe

4 Antworten

Natürlich darfst du traurig sein wenn er geht.. ich denke das wird jede Mutter sein... aber er lebt sein eigenes Leben.. wenn er Familie hätte und weiter weg .. wäre es noch schlimmer für dich..

Die beiden Dinge schliessen sich ja nicht gegenseitig aus.

Ich finde zudem, dass es auch einen Unterschied macht, warum du weinst. Falls du einfach nur deinetwegen heulst, also weil du ihn vermisst, dann hat deine Freundin auf jeden Fall recht. Denn das spricht ja dafür, dass du auch weinen wüdest, wenn seine Lebenssituation eine andere wäre. Und bei 32-jährigen Kindern ist es definitiv Zeit, loszulassen.

Wenn du aber für ihn weinst, weil dich z.B. seine Lebenssituation beelendet (was ich extrem gut nachvollziehen könnte), dann ist das nochmals eine ganz andere Sache. Und das ist dann auch nicht unbedingt etwas, das deine Freundin verstehen oder nachvollziehen kann, weil sie mit dem Thema Behinderung mussmasslich keinerlei Berührungspunkte hat. Sie kann sich nicht vorstellen, wie es ist, ein völlig fremdbestimmtes Leben führen zu müssen und in einer betreuten Werkstatt für ein paar Cents die Stunde schuften zu müssen. Das ist ja auch wirklich beschissen. Und du kannst dir das eben vorstellen, weil du zwar nicht selber in der Situation bist, aber weil es dein Sohn ist. Und als Mutter wünscht man sich ja eigentlich immer das beste Leben für seine Kinder. Wenn du also weinst, weil du denkst: "Verdammt nochmal, jetzt muss er wieder in diese Scheisse zurück" hat das nochmal eine ganz andere Qualität als wenn du einfach denkst: "Ach, ich vermisse ihn so sehr". Ersteres würde mich als Vater wahrscheinlich auch sehr traurig machen.

Natürlich darfst Du traurig sein, aber zu weinen, finde ich übertrieben.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich sehe einen Unterschied, ob man traurig ist, weil jemand wieder abreist und zwischen loslassen.