Welchen Alkohol nimmt man am Besten zur Zubereitung von Schlehen-Likör?

Das Ergebnis basiert auf 12 Abstimmungen

(Doppel)Korn 50%
Vodka 33%
Einen ganz anderen Alkohol 17%
(Stroh)Rum 0%
Gin 0%

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
(Doppel)Korn

Traditionell nimmt man Doppelkorn, weil er keinen Eigengeschmack hat. Schlehen haben so einen charakteristischen Geschmack, der sollte nicht durch anderen Geschmack verändert werden. Es gibt Geschmäcker, die sind einfach nicht zu verbessern.

Doppelt gebrannter Korn enthält kaum Fuselstoffe und ist deshalb gut verträglich.

Vodka hat auch diese Eigenschaften, ist aber teurer und gehört nicht traditionell hierher.

Einen ganz anderen Alkohol

ES kommt auf den Alkoholgehalt an. Meines Wissens ist 37,5% mindestens zu erreichen.

Du kannst natürlich rum nehmen. Wenn du kein anderes Rezept findest, dann nimm ein Rezept für den Rumtopf, das geht auch nur mit Schlehen.

Vodka

Vodka hat gegenüber Doppelkorn den Vorteil, etwas mehr Alkohol zu enthalten, was sich auf die Haltbarkeit auswirkt, beide Sorten haben aber eines gemein: sie bestehen faktisch aus Wasser und Alkohol. (Einfacher Korn bewirkt eine geringere Alkoholnote, aber bedarf etwas mehr Zucker, um die Haltbarkeit zu gewährleisten).

Man könnte aber alternativ oder anteilig auch in Fässern gelagerten Grappa verwenden, dessen Aromen sich gut mit denen der Schlehen verbinden (Faßlagerung bindet auch leicht holzige Noten ein). Cognac o.ä. wirkte sich zu stark auf die Farbe aus.

Dafür hat Wodka einen ekelhaften Nachgeschmack der den Likör verfälscht. Damit macht man das gute Arome der Schlehen kaputt.

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@Klaudrian

Das dürfte eigentlich nicht der Fall sein, da Vodka, ähnlich wie Korn, aus kohlehydratreichen Rohstoffen (Getreide [vornehmlich Roggen], Kartoffeln) mit praktisch keinen Geschmacksstoffen hergestellt wird. Die chemische Zusammensetzung ist der des Doppelkorns vergleichbar. Vielleicht hängt es von der Marke ab?

Entsprechend dürfte es auch (Doppel-)Korn-Marken geben, welche "komisch" schmecken. Etwas anderes sind Billigsorten, meist aus deutscher oder tschechischer Herstellung unter Rückgriff auf Melasse als Rohstoff. Wenn ich Vodka sage, meine ich den aus russischer oder ukrainischer Herstellung (zwar ist dort auch Melasse zulässig, wird aber regelmäßig nicht oder nur in einem geringen Anteil eingesetzt, es überwiegt der Roggen).

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@PolluxHH

Naja, der billige Korn ausm Aldi ist im Vergleich zum billigen Vodka ein Genuss.

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@Klaudrian

Kann ich nichts zu sagen, ich trinke beides nicht. Eigentlich "probiere" ich nur, wenn ich einmal einen Ansatz für ein Geschenk mache. Ich bin eher der Typ, der für sich Essige ansetzt, da es im Handel gute Essige meist nur zu horrenden Preisen gibt (15 € für 500 ml aufwärts, echter Balsamico ["tradizionale"] ab ca. 30 € pro 100 ml, aber auch 500€ für 100 ml sind möglich). Dabei ist die Verwendung von Melasse bei Korn nicht zulässig, vielleicht legt es daran?

Was man aber nicht vergessen darf: durch den Ansatz verwässert die Flüssigkeit, Doppelkorn hat von Natur 38%, ein Aufgesetzter sollte nicht deutlich unter 37,5% fallen (um es nicht durch Zucker ausgleichen zu müssen). Um das bei Korn zu erreichen, dürfte man nur extrem wenige Schlehen verwenden.

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@PolluxHH

Ein Likör sollte für meinen Geschmack ca. 20% Alkohol enthalten. Bedeutet ca. 50% Doppelkorn, ca. 50% Schlehen. Das passt relativ gut, da die Schlehen dieses Jahr besonders inensiv durch den heißen Sommer schmecken.

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@Klaudrian

Entspräche auch meinem Geschmack - je weniger Alkohol, desto besser. Es ging bei mir eher um die Haltbarkeit, zumal ich gleichzeitig auch "je weniger Zuckerzusatz, desto besser" sage. Es geht darum, wie man vermeidet, daß ein Aufgesetzter zügig in Essig o.ä. übergeht, wobei nur Alkohol oder Zucker konservierend wirken.

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@PolluxHH

Es muss nur kein Sauerstoff ran kommen. Das ist nicht schwieriger als Most zu machen.

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@Klaudrian

Bei zu wenig Alkohol/Zucker könnte es dann zu einer anaeroben Gärung kommen ... und Methanol im Getränk ist nicht wiklich sooooo toll, aber man schmeckt ihn wenigstens nicht.

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(Doppel)Korn

Entweder Korn oder Doppelkorn. Alternativ kann ich auch Kirschweinbrand empfehlen, da das übrige Kirscharoma dem von Schlehen sehr ähnelt.

Vermeide bitte Vodka, ... der Nachgeschmack macht das Aroma der Schlehen kaputt.

Ganz wichtig bezüglich der Zubereitung von Schlehen, lass sie vor dem Ansetzen mindestens 2 Wochen in der Tiefkühltruhe. Danach sind sämtliche Bitterstoffe zerstört und die Schlehen entfalten ihr ganzes Aroma.

Einen ganz anderen Alkohol

In Argentinien und Spanien nimmt man für einen Schlehenlikör einen Anisschnaps. Er trägt dann den Namen Zoco.

Woher ich das weiß:Hobby – Bei uns steht der Mann am Herd. Gastronomen Familie!

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