Denkt Ihr bei Mitmenschen, wenn sie seltsame Reaktionen zeigen, immer auch an einen möglichen besonderen Hintergrund?

Eine Freundin schickte mir ein umwerfendes Video - es zeigt einem deutlich, wie schnell man sich in ein vorschnelles Urteil verrennen kann und wie oberflächlich man reagiert, wenn man sofort eine Bewertung parat hat.

Da ich das Video nicht einfügen kann, hier der Text:

Ein Vater und sein 24-jähriger Sohn fahren mit dem Zug. Der junge Mann ruft voller Begeisterung: "Papa, sieh doch mal: es kommt einem ja so vor, als würden die Bäume nach hinten fliegen!"

Der Vater lächelt liebevoll.

Ein daneben sitzendes Paar wechselt mitleidige Blicke wegen des kindischen Verhaltens des jungen Mannes.

Kurz darauf ruft der Sohn mit einem Lachen im Gesicht: "Papa, schau doch mal genau hin: die Wolken verfolgen uns!"

Wieder lächelt der Vater.

"Sagen Sie mal, sollten Sie mit Ihrem Sohn nicht lieber einen Arzt aufsuchen?" fragt eine Stimme aus der Richtung des Paares.

Darauf lächelt der Vater nur gutmütig. "Das haben wir bereits getan. Wir kommen auch gerade aus der Klinik. Mein Sohn war von Geburt an blind. Heute hat er sein Augenlicht wieder geschenkt bekommen."

Bevor man einen Menschen verurteilt, sollte man seine Geschichte kennen.

  • * *

Jeder kann mal in sich gehen und sich fragen, wie er sich in diesem Fall verhalten hätte.

In manch einer Situation, an die ich denken muss, bin ich heute noch froh, dass, als ich meinen Mund aufmachen wollte, zum Glück aber damit noch damit gewartet habe: es hätte ähnlich ausgehen können.

Eine ganz besondere Frage, aber jeder findet sich vielleicht an irgendeiner Stelle wieder. Was bewegt euch daran?

Leben, Gesundheit, Guten Morgen, Kritik, Menschlichkeit, Reaktion, Schicksal
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Versteckte Schönheiten: Welche Überraschungen habt Ihr bei Städtereisen schon erlebt, wo es Außergewöhnliches zu sehen gab, mit dem Ihr nicht gerechnet habt?

Man kann ja nicht alles kennen und früher im Unterricht hat man nicht immer hingehört oder andere Interessen gehabt. Oft auch verstellt schreierische Werbung für touristische Highlights einem den Blick auf wunderschöne, eher 'leise' Ziele.

So kann einem schon mal etwas Unglaubliches entgehen, auf das man später stößt - so wie ich gerade beim Besuch einer Stadt am Rhein am Wochenende.

Ich habe da in einer Weinbaugegend eine idyllische Altstadt entdeckt, die an einem Berghang liegt, mit einer imposanten Sandsteinbasilika weit oben, mittelalterlich engen Straßen und Gäßchen - soweit alles normal: nur ist diese Stadt bis tief hinunter mit Höhlen, Räumen und Sälen durchzogen, und das schon seit fast 2000 Jahren. Dort haben Menschen Lagerräume, Verstecke und Versammlungsräume gebaut, die schon seit dem frühen Mittelalter bestehen und auch genutzt werden. Bei der spannenden Führung durch die Unterwelt ging es bis zu 5 Stockwerke tief hinunter - Herzklopfen pur! - und die Vorstellung, dass diese Höhlen schon seit so langer Zeit existieren und genutzt werden, fühlte sich prickelnd an.

Dann habe ich -ganz fantastisch- in einem Restaurant gegessen - und erfahren, dass es sich auf einer unterirdischen Kathedrale befindet! Es hat sogar einen Theatersaal tief im 'Keller', der zu Veranstaltungen und Theaterspiel genutzt wird.

Irgendwie fühlte ich mich wie in einer anderen Welt und zugleich wie ein Kind auf Entdeckungsreise - kennt Ihr das Gefühl und habt auch schon mal solche Überraschungen erlebt?

Welche Geheimtipps und 'stillen Schönheiten' kennt Ihr?

Ich bin gespannt auf Eure Schilderungen.

Tourismus, Städtereise, hoehle, Guten Morgen, Überraschung, geheimnisvoll, Reisen und Urlaub, Gugumo
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Habt Ihr schon mal erlebt, wie es sich anfühlt, wenn das eigene klischeehafte Vorurteil Lügen gestraft wurde?

Pauschale Vorurteile gegenüber ganzen Nationalitäten, klischeehaftes Denken, Über-einen-Kamm-Scheren von Individuen einer Gruppe oder Nationalität, unbekannterweise sozusagen - das ist sicher allen ein Begriff. Aber was, wenn sich das Vorurteil als falsch erweist?

Aufhänger für meine Frage ist der Film von und mit Gerhard Polt "Man spricht Deutsch". Er hält einem dabei sehr wirksam den Spiegel vor, und all diejenigen, die den Film nicht verstehen und nicht witzig finden, sind genau die, um die es geht. Die Handlung des Films entlarvt Klischees als falsch und diejenigen, die sie immer wieder anwenden, als einseitige verbohrte unverbesserliche Kreaturen, die sich ihrerseits klischeehaft verhalten.

Dazu gibts ne Story: meine Mutter, unterwegs mit einer Busreise, ließ irgendwo in Italien beim Händewaschen in einem Autobahn-Rasthof ihre zwei Ringe liegen (Gold, einer davon mit kl. Brillanten, sie hatte sie ja unbedingt mitnehmen müssen ^^^!). Der Bus fuhr wieder ab, und als meine Mutter später merkte, was passiert war, kamen von allen Seiten die Unkenrufe: " Italien? Raststätte? Die Ringe sieht sie nie wieder!" Soweit vom Klischee her alles klar.

Zuhause wurde dann telefoniert und (im Vor-Handy-Zeitalter) alles in Bewegung gesetzt - und man stelle sich nur vor, was da Ungeheuerliches geschah: die Ringe waren gefunden worden, man hatte gewartet, bis man die Vermisstmeldung erhielt. Und um ja kein Risiko einzugehen, bewahrte man die beiden Goldringe dort auf, bis ein Jahr später ein Bus des gleichen Unternehmens wieder Station machen würde. Und so geschah es, dass meine Mutter ihre Ringe zurück erhielt!

Diese Geschichte legt nahe, dass es viel mehr ehrliche als unehrliche Menschen gibt.

Welche Stimmen zu diesem Thema - Klischees - gibt es?

Menschen, Psychologie, Ehrlichkeit, Vorurteile, Fund, Klischee
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Beunruhigen Euch persönlich die Klimaprognosen und inwieweit richtet Ihr Euer Handeln darauf aus?

Einen schönen guten Morgen in die Runde!

Beim Thema Erderwärmung - derzeit in allen Ohren und Köpfen derjenigen, die sie als menschengemacht betrachten - befürchte ich, dass dieses Thema jenseits unserer Grenzen deutlich weniger vehement angegangen wird.

Mir scheint, dass woanders vergleichsweise Gelassenheit gegenüber Themen wie Massentierhaltung, Umweltgiften, CO2-Immissionen, schwefeligen Abgasen, usw. und ihren Einfluss auf die prognostizierte Klimaerwärmung herrscht.

Bei hierzulande angedachten und schon umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen (strengere Richtwerte bei Wärmedämmung und Heizen, Fahrverbote für Dieselmotoren, aber auch bei der Massentierhaltung, Energieerzeugng, usw.) muss ich immer daran denken, dass Luft keine Grenzen kennt: beim nächsten Wind, Sturm, Orkan wird alles - auch der Dieselrauch der gesamten Schiffe auf den Weltmeeren - wieder gleichmäßig verteilt. Da könnte man ja befürchten, dass die erwünschte Wirkung der Maßnahmen verpufft, denn Luft kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

Die vereinten, hier schon gesetzlich vorgeschriebenen Anstrengungen erfordern einen hohen finanziellen Aufwand (z.B. für Wärmedämmung, geeignete Heizsysteme, usw.) und belasten das Budget gerade Einzelner sehr.

Aber dann ist da die Vorbildwirkung: wenn niemand damit anfängt, würde es noch schlimmer werden.

Befürchten könnte man aber auch, dass die Erderwärmung ganz anderen Regeln folgt... die Natur hat ihre eigene Weisheit!

Das Spannungsfeld von Pro und Contra ist groß.....!

Mich würde interessieren, wie diese Frage hier gesehen wird - und dann wünsche ich allen einen schönen sonnigen Herbsttag, der sich hier schon durch Nebel ankündigt.

Natur, Erderwärmung, Politik, klimaschutz, CO2-Ausstoß, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen, Gugumo
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Guten Morgen! Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es in 20 Jahren die Ausnahme sein wird, selbst sein Auto zu steuern?

Könnte angesichts der derzeitigen technischen Entwicklung dieses Ziel, in 20 Jahren sein Auto nicht mehr selbst steuern zu dürfen, realistisch sein?

Und ist es auch wünschenswert?

Dazu habe ich – inspiriert von einem Blog-Beitrag *) - einiges aufgesammelt:

Vision: ein Auto, das selbst entscheidet und selbst denkt und selbst lenkt.

Bei solch einer Entwicklung würden zuerst LKW-Fahrer sowie auch Bus- und Taxifahrer sich um neue Jobs kümmern müssen.

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits: ca. 80 Milliarden Dollar Investitionen in die Entwicklung autonomer Fahrzeuge, mit stark steigender Tendenz - hohes Interesse von Konzernen und Neu-Unternehmen, die ihren Anteil am fahrerlosen Auto wollen.

Versicherungen würden in einer großen Umstellung enorme Prämien von Selbstfahrern verlangen (wegen des erhöhten Risikos), gefolgt vom Selbstfahrverbot; Ausnahmen: Militär, Polizei, Geheimdienste und Politiker sowie ein ‚ausgewählter Personenkreis’. Eine Gesetzesänderung, die das fahrerlose, autonome Fahren erst möglich macht, gibt es seit längerer Zeit schon. Man bereitet sich also entsprechend vor.

Lt. Aussage der Bundeskanzlerin bei ihrem Besuch in Argentinien auf die Frage eines Studenten, wie sie sich denn die Welt in 20 Jahren vorstelle, sei sie vom autonomen Fahren überzeugt, der Autofahrer stelle das größte Risiko dar, so dass in 20 Jahren nur noch mit Sondererlaubnis selbständig Auto gefahren werden dürfe.

So langsam frage ich mich, ob bei solch drastischen technologischen Entwicklungen der Mensch mit diesem Tempo noch mithalten kann und wie die bereits absehbaren Kosten mit der persönlichen Leistungsfähigkeit in Einklang gebracht werden können – zumal, wenn so große Bevölkerungsanteile zur Beute des Gewinnstrebens von Industrie, Versicherungswirtschaft und allen an der Umstellung profitierenden Zweigen werden – und das alles mit tatkräftiger Unterstützung aus der Politik.

Eure Meinung dazu interessiert mich sehr!

*) http://eggetsberger-info.blogspot.com/2018/10/man-wird-menschen-bald-nicht-mehr-ans.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+Eggetsberger-info+%28Eggetsberger-Info%29

Auto, Steuern, Zukunft, Versicherung, Autofahren, Entwicklung, fortschritt, Guten Morgen, Straßenverkehr, Selbstfahrer, Gesellschaft und Politik
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Gute und originelle Idee gesucht: Spenden gesucht für Reparatur von Kirchenglocke?

In meiner kleinen Stadt: am heißesten Tag dieses Sommers klingelte beim Küster das Telefon: die Glocken scheppern! Danach folgten mehrere weitere Anrufe von Leuten, die den veränderten Klang auch bemerkt hatten. Dann fing oben im Glockenturm die Suche nach der Ursache an; sie ergab - aber erst im 2. Anlauf - dass die älteste Glocke einen Riss am Glockenrand (der 'Schärfe') hat.
Der großen Hitze dieses Sommers dort oben hat sie nicht standhalten können.

Ihr Baujahr wurde, da es als einziger bei ihr keine Urkunde gibt, auf 1480, von einem Glockensachverständigen jedoch noch mindestens 60 Jahre älter geschätzt: damit wäre sie sogar 600 Jahre alt - und ein halbes Jahrtausend lang täglich zu läuten, ist für eine Glocke eine enorme Leistung.

Nun schweigt sie - eine von dreien, die ein sehr harmonisches Geläut abgeben, das ich sehr gern mag und für das ich öfter die Fenster öffne, damit der Glockenklang so weit wie möglich hereinkommt.

Für die Reparatur des Risses ist eine Spendenaktion angelaufen, wie das eben immer so ist. So richtig kreativ geht es dabei bisher allerdings nicht zu - aber da kommt mir der Gedanke, Euch mal zu fragen, was Ihr Euch als mitreißende Aktion einfallen lassen würdet, um Spenden für die Reparatur dieser Glocke aufzutreiben.

Lieben Dank schon mal für Eure zündenden Ideen!

P.S. Wen es interessiert: hier das Geläut, neben dem ich ein paar Jahre lang gewohnt habe und das mich noch mehr für den Klang von Glocken sensibilisiert hat:

https://www.youtube.com/watch?v=3M9sRcOrj3E

Reparatur, Guten Morgen, Spendenaufruf, Glocke, harmonisch
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Welche Erfahrungen habt Ihr mit lehnenfreien ergonomischen Hockern gemacht?

Guten Morgen! Seit Jahren verwende ich gern - besonders, wenn ich am Bildschirm sitze - Sitzmöbel ohne Rückenlehne. Damit macht mein Rücken selbst alles, um schmerzfrei und stabil zu bleiben. In jahrzehntelanger sitzender Tätigkeit mit einigen schmerzhaften Episoden musste ich für meine Freizeit einfach eine akzeptable Antwort für meinen Rücken finden.

Zuerst war es ein frei schwingender 'Balans variable' aus reinen Naturmaterialien - 80er Jahre bis ca. 2010. Tolle Sache, aber dann wurde mir der Knickwinkel der Knie unangenehm.
Dann fand ich einen 'Sitness'-Hocker mit Schwingeffekt durch Lagerung auf einem aufblasbaren Gummireifen - toll, habe mich aber schließlich doch wieder von ihm getrennt.

Kennt jemand in dieser Richtung optimale Stühle oder Hocker bzw. worauf legt Ihr Wert, um schmerzfrei zu sitzen?

Oder aber: trotz Sitzens schmerzfrei zu bleiben? Denn auch das scheint zu gehen: seit ich nicht mehr sitzen muss, sondern darf, und zuletzt seit Jahren einen alten gebrauchten, ca. 90 Jahre alten Korbhocker verwende, den mir meine Lieblingstante von sich geschenkt hat und den ich in Ehren halte, halten sich meine Rückschmerzen sehr in Grenzen, trotz beachtlicher Körpergröße. Haben sie vielleicht gar nichts mit Ergonomie zu tun?

Ich bin gespannt auf alle Antworten und danke im voraus dafür.

Einen schönen Tag noch!

Rückenschmerzen, Rücken, Alltag, Büro, Ergonomie., Gesundheit und Medizin, Guten Morgen, hocker, Schreibtisch, sitzen, Sport und Fitness, Ergonomisches Sitzen
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Achtet Ihr noch auf aktuelles Kartenmaterial in verschiedenen Maßstäben bzw. Auflösungen?

Was würdet Ihr in dem Fall tun, wenn US-seitig der europäische Zugang zum militärisch genutzten GPS-System abgeschaltet würde?

Blöde Frage? Wir haben nun schon einiges an Unwägbarkeiten über uns ergehen lassen müssen, was sich auf unsere Wirtschaftskraft auswirkt - warum nicht auch ein deaktivierter Zugang zu GPS - z.B. wenn eigene -militärische- Aktivitäten Priorität erhielten oder auch, wenn man EU-Aktivitäten behindern möchte? So könnte ich mir gut vorstellen, dass jemand mit genug Egozentrik und ausgeprägtem Spieltrieb in Entscheiderposition auch auf diese Idee kommen könnte, wenn er wollte.

Nach Informationen über Galileo, das als neues EU-Navigationssystem ab 2019 operativ sein soll, besteht ja Hoffnung. https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/07/25/rakete-bringt-satelliten-fuer-eu-navigationssystem-galileo-ins/ - ob dieses System bei Neueinführung allerdings schon so richtig funktional und anwenderfreundlich ist, müsste man dann sehen. Und mit welchen Endgeräten - die müsste man dann wohl erst kaufen oder die alten umrüsten.

Wenn die Technik nicht funktioniert: wie stellt Ihr Euch dann den Alltag vor - hätte es persönliche Konsequenzen? Eine App hat ja ihre Vorteile - aber sie muss halt auch funtionieren!

Habt Ihr selbst z.B. mit gutem aktuellem Kartenmaterial vorgesorgt?

Bin gespannt auf gute Antworten!

Notfall, Technik, Galileo, Politik, Alltag, GPS, Landkarte, Navigation, Orientierung, Technologie
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