Die Aussage, dass KI den Bedarf an Wirtschaftsinformatikern drastisch reduzieren wird, halte ich für deutlich überzogen.
Wirtschaftsinformatik ist genau an der Schnittstelle zwischen Technik und Business angesiedelt – und KI verstärkt diesen Bedarf, statt ihn abzuschaffen.
- Automatisierung ≠ Wegfall: KI übernimmt Routineaufgaben (z. B. Standard-Analysen), aber dadurch steigt der Bedarf an Fachleuten, die diese Systeme auswählen, einführen, überwachen und strategisch in Geschäftsprozesse einbinden.
- Parallelen aus der Praxis: Bei ERP-Systemen, Cloud-Computing oder Big Data wurde anfangs ebenfalls behauptet, viele Stellen würden wegfallen. Tatsächlich sind neue Rollen und Spezialisierungen entstanden (Cloud-Architekten, Data Engineers etc.).
- Aktuelle Tendenz: Unternehmen suchen gezielt nach Experten, die KI verstehen UND anwenden können. Wer hier Schnittstellenkompetenz mitbringt, wird sogar gefragter.
Ich spreche hier nicht nur allgemein, sondern aus eigener Erfahrung: Meine Arbeit dreht sich um die Entwicklung und Forschung im Bereich KI, Softwareanalyse und Automatisierung. Gerade aus dieser Perspektive sehe ich, dass KI kein Ersatz, sondern ein Werkzeug ist – und Wirtschaftsinformatiker diejenigen sind, die es im Unternehmenskontext sinnvoll einbinden können.
Kurzum: KI verändert Aufgaben, aber sie ersetzt nicht die Rolle des Wirtschaftsinformatikers. Im Gegenteil – wer in diesem Bereich startet, hat mit den richtigen Skills eher beste Zukunftsaussichten.“