Ist euch schonmal passiert, dass die Person, die ihr nach allen anderen noch als Vertrauensperson sehr verliert oder nicht mehr einordnen könnt?
Ich habe 17 Jahre eine Freundin gehabt, dann nicht mehr. Und zuerst, vielleicht geht es jedem so, denkt man oder dachte ich halt "okay, legt sich wieder" , und dieses legt sich wieder das dauert nun mehrere Jahre und ich habe mir immer gesagt "ich kann doch nicht ehrlich anfangen zu glauben, dass die das Ernst meint, dass die sich nicht mehr melden will, denn wenn ich das wirklich anfangen will zu glauben, muss ich das ja auch tun, ansonsten bleibe ich eigentlich dabei zu warten, ob es so weitergeht wie bisher". Nur ich denk mir so, ich kann das doch nicht wahr machen oder? Ich habe mit ihr zusammen unsere jeweiligen Konfimationen gefeiert, kenne sie seit der Grundschule, hatte mit ihr zu tun, bis ich 23 war. Jetzt bin ich 28. Ich kenne sie ja also schon länger, als ich sie nicht kenne. Doch ich habe mich langsam auch an die Vorstellung gewöhnt, dass wir keine Freunde mehr sind. Nur rückblickend und für mein jetziges Leben und die Zukunft bin ich einfach so "Ja weiß kein Wort". Also, dass das nicht gehalten hat bzw. hält das will mir nicht einleuchten. Und ich frage mich, wie sie mich das ganze Leben gesehen hat, dass sie jetzt so weg ist. Ich selbst komm mir so unreal oder krank vor, weil sich da ein Teil also sie von mir gelöst hat und ich meine krank, weil sie ja einfach sagt "so 17 Jahre, ab jetzt zählen die nicht mehr". Also sie hat wirklich einfach diese Position eingenommen, dass ich ihr nicht mehr gut genug bin und 17 Jahre ihr Depp war, ohne es zu wissen, und sie ganz genau weiß, dass sie mir das irgendwann sagt. Ich habe seit dem auch keine so enge Freundschaft nochmal aufgebaut und das was mich so stört ist, ich will es nicht mehr und diese Veränderung stört mich so. Das war halt eine ganz normale Freundschaft, zusammen zum Sport, sie hat mal in meiner Schule Unterricht mitgemacht, zusammen damals draußen rumgelaufen, zusammen Familienfeiern bei der jeweils anderen mitgemacht. Sogar damals zusammen Zeitung ausgetragen als kleine Arbeit. Also ich bin so geschockt, dass das ein Ende hat. Ich bin auch wirklich die Jahre von 23 bis 27 noch auf sie zugegangen, immer mal eine Nachricht geschickt, und in der Zeit von 19 Jahren bis 23 wurde es schon weniger, da bin ich schon auf sie zugekommen, obwohl es für mich anstrengender wurde. Ja und jetzt ist aus mir auch jemand geworden, wenn mir eine näher kommt, werde ich richtig aggressiv innerlich, weil ich für sowas nicht nochmal herhalten möchte. Und ja seit dem sage ich mir, vielleicht ist das normal, dass es gar keine Freundschaft gibt, nur halt so lange zusammen "etwas vorgespielt" wird wie man es braucht und dass dieses Allein sein das eigentliche Normal ist. Ehrlich ich sag mir manche Tage immer wieder "ich kann das gar nicht glauben" und dann sage ich es wieder nicht. Wenn ich sie angucke, ist das für mich so, als wenn sie mich aussortiert hat und in einer ganz anderen Welt lebt und ich frage mich, ob es ihr mit mir auch mal so ging. Also ganz komisch. Generell auch eine andere Freundin ist weg, weil sie eine Familie gegründet hat und das so begründet hat. Naja ist auch egal. Nur ich empfinde überhaupt keine tiefere gute Gefühle mehr, ich denk nur noch "Jaja ich mach so weiter wie es jetzt ist, bleibt es halt so bis ich sterbe". Das was ich vorher gemacht habe, waren ja 100 Prozent die ich hatte und auch jetzt sind es 100 Prozent, aber ich fühle mich einfach ganz anders. Wenn das das eigentliche normal ist, verstehe ich wirklich überhaupt keine Beziehung mehr zwischen Menschen. Geht eh alles irgendwie auseinander und zählt anscheinend gar nicht und solange ich Freunde habe, ist das wohl auch nur ein zeitlich begrenzter Zustand. Hatte noch jemand diese Erkenntnis oder Phase? Ist das so, dass man doch immer wieder mit sich allein bleibt?