wurde die wäsche aufgehängt oder aufgehangen?

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Aufgehangen gibt es nicht. Wäsche und Menschen werden aufgehängt. Rindfleisch wird abgehangen. Das ist allerdings ein Metzger-Terminus.

Der Falsche Ausdruck "aufgehangen" stammt aus Teilen Süddeutschlands und dem Ruhrgebiet und ist schlicht nicht existent. Wie so oft, hat sich dieser grammatikalisch falsche Ausdruck in unseren Sprachgebrauch gemogelt.

Es gibt ja angeblich nichts, was es nicht gibt, aber die Form »aufgehangen« werden Sie vergeblich in deutschen Grammatiken suchen.
Da das transitive Verb aufhängen immer eine Ergänzung im Akkusativ bei sich hat, gelten die regelmäßigen Formen: Sie hängte den Kalender auf. Sie hat den Kalender aufgehängt.

Bei anderen Zusammensetzungen mit hängen muss man dagegen – wie auch bei hängen selbst – zwischen transitivem Gebrauch (mit den regelmäßigen Formen hängte, gehängt) und intransitivem (mit den unregelmäßigen Formen hing, gehangen) unterscheiden:
Sie hängte das Bild an die Wand.
Aber: Das Bild hat an der Wand gehangen.
Sie verhängten die Fenster mit Decken.
Aber: Der Himmel war völlig mit Wolken verhangen


In diesem speziellen Fall werden zwei verschiedene Vorgänge beschrieben. 1. Die Phase, wo man Wäsche in die Hand nimmt und die Leine hängt. Man hängt sie auf, hat sie aufgehängt, hing sie auf, hatte sie aufgehängt. 2. Die Phase danach, wo die Wäsche bereits aufgehängt worden ist, der Vorgang des Aufhängens also abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wäsche dann aufgehangen. In 1. ist das Verb transitiv, in 2. intransitiv und deshalb in der Form verschieden. Transitive Verben haben einen Akkusativ. Man (Nominativ) hängt (Verb) die Wäsche (Akkusativ) auf. Intransitive haben keinen. Die Wäsche (Nominativ) ist aufgehangen (Verb). Eine Konstruktion mit Akkusativ ist nicht möglich.

Die Wäsche wird aufgehängt.

Bei wer-weiß-was habe ich was gefunden:

das Verb "hängen" gibt es in zweierlei Formen.

  1. als regelmäßiges Verb mit den Formen: ich hänge, ich hängte, ich habe gehängt.

Diese Form ist transitiv, das heißt, es hat ein Akkusativobjekt bei sich und es kann ein Passiv bilden.

Beispiele: Präens: Ich hänge meinen Pulli in den Schrank. Perfekt: Ich habe meinen Pulli in den Schrank gehängt. Passiv Präsens: Der Pulli wird (von mir) in den Schrank gehängt. Passiv Perfekt: Der Pulli ist (von mir) in den Schrank gehängt worden.

  1. als unregelmäßiges Verb mit den Formen: er hängt, er hing, er hat (in Süddeutschland auch: ist) gehangen.

Diese Form ist intransitiv, hat also kein obligatorisches Akkusativobjekt und ein Passiv ist unüblich.

Beispiele: Präsens: Der Pulli hängt im Schrank. Perfekt: Der Pulli hat (ist) im Schrank gehangen.

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