Woher ist das Zitat?

3 Antworten

Eine Antwort habe ich nicht.,lediglich eine vor Hobbes erschiene Erwähnunng- auf der Ttitelseite der Beschreibong des Neuruppiner Turniers von 1512- unter dem markgräflichen Wappen..

Das Zitat ist zuerst in einer antiken römischen Komödie (Plautus, Asinaria [Eselsgeschichte/Eselskomödie], 2, Akt, 4. Szene) zu finden. Ein Kaufmann/Händler (lateinisch: mercator) begründet so, warum er einem Unbekannten kein Geld anvertraut. Titus Maccius Plautus, Asinaria, Vers 495:

lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.

Dies kann in leicht unterschiedlicher Formulierung übersetzt werden, z. B.:

„Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn er nicht weiß, wie beschaffen er ist.“

„Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn er nicht weiß, von welcher Art er ist.“

etwas ungenauer, aber sinngemäß:

„Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.“

Plautus gibt im Prolog (prologus), Vers 10 – 11, seiner Komödie an, eine griechische Erzählung mit dem Titel Onagost (der griechische Titel könnte Όναγός geheißen haben) des Autors Demophilus (griechisch demnach: Demophilos [Δημόφιλος]) als Vorlage verwendet zu haben. Von dieser griechischen Erzählung ist aber nichts erhalten.

In der Widmung (Epistula dedicatoria = Widmungsbrief, Paris, 1. November 1646) seines Werks »De cive« (Vom Bürger) an William Cavendish, Third Earl of Devonshire erklärt Thomas Hobbes:

Profecto utrumque vere dictum est, homo homini deus est, et homo homini lupus est: Illud si concives inter se, hoc, si civitates comparemus.

Thomas Hobbes, Elemente der Philosophie. Neuausgabe auf der Grundlage der Übersetzung von Max Frischeisen-Köhler, die von Günter Gawlick nach dem lateinischem Original berichtigt wurde. Teil 2/3: Vom Menschen. Vom Bürger. Eingeleitet und herausgegeben von Günter Gawlick. 3. Auflage, mit erneut ergänztem Literaturverzeichnis. Hamburg : Meiner, 1994 (Philosophische Bibliothek ; Band 158), S. 59:
„Nun sind sicher beide Sätze war: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht.“

In der englischsprachigen Ausgabe von 1651 (Philosophical Rudiments concerning Government and Society) heißt es:

„To speak impartially, both sayings are very true; That Man to Man is a kind of God; and that Man to Man is an arrant Wolfe. The first is true, if we compare Citizens amongst themselves; and the second, if we compare Cities."

Otfried Höffe, Thomas Hobbes. Originalausgabe. München : Beck, 2010 (Beck'sche Reihe ; 580), S. 128:
„Allerdings kann man sich im Naturzustand weder auf das Einhalten dieser noch einer anderen Vorschrift verlassen. Hobbes nimmt deshalb jene Formel des antiken Komödiendichters Plautus auf (Asinaria II 4, 88), die schon Bacon (De Augmentis Scientarium, Buch VI, Kapit. 3, Antithese 20) zitiert: «homo homini lupus est» (der Mensch ist dem Menschen ein Wolf). Man darf diese Formel freilich nicht verabsolutieren, denn wie Bacon verwendet der Philosoph auch die – ebenfalls antike – Gegenformel: «homo homini deus» (der Mensch ist dem Menschen ein Gott; Ci., Widmung). Nur mangels Staat ist der Mensch dem Menschen ein Wolf; im Staat dagegen ist er, jetzt aber nicht der natürliche, sondern der künstliche Menschen, der als Leviathan titulierte Staat, den einzelnen Menschen gegenüber wie ein Gott. Im Unterschied zum wahren Gott ist er freilich wie ein sterblicher Gott (L. 17: 134). Vermutlich übernimmt Hobbes die beiden Formeln von dem Epigrammtitel John Owens (1565 – 1622): «Humano generi lupus et Deus est homo quae nam Deus est homini Adamque lupus» (Epigrammata 3,23 f.; […]).“

Kapit: = Kapitel

Ci. = De cive (= Elementa philosphiae, Teil III)

L. = Leviathan: oder Stoff und Form eines kirchlichen und bürgerlichen Staates

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