Wofür gehe ich zur Schule?

11 Antworten

Einige der Antworten sind einfach nur prekär. Muss ich loswerden. 

Deine Frage ist berechtigt und gut. Sie wird von Fachmenschen und der deutschen Wirtschaft seit Jahrzehnten thematisiert. Beiträge dazu findest Du im Archiv von dradio. Wahrscheinlich nicht nur zum Thema Schule. 

Schule sollte zunächst Grundkenntnisse der Allgemeinbildung vermitteln wie lesen, schreiben und rechnen, noch ein wenig Kenntnisse des allgemein verständlichen Rechtsstaatsprinzips der jeweiligen Zeit. 

Allgemeinbildung umfasst nicht nur jene Bereiche, welche für einen späteren Beruf notwendig erscheinen. Allgemeinbildung geht darüber hinaus. Sie vermittelt auch kulturelles Grundwissen. Wie z.B. zu Goethe. - Ich kann diese Person nicht ausstehen, deshalb ist es dennoch notwendig, sie zu kennen. Denn weltweit ist es eine hoch angesehene Person deutscher Kulturgeschichte. 

Seit etwa dem Beginn der 1970-iger Jahre hat deutsche Landespolitik Schule verschlimmbessert. Als Ergebnis haben sich schon vor Jahrzehnten Universitäten genötigt gesehen, den Erstsemestern spezieller Fachbereiche zwingend den Besuch eines Deutsch-Grundkurses bzw. eines Grundkurses Rechnen aufzuerlegen. Diese Tatsache spricht für sich und gegen Schule. Und begründet Deine Frage als äußerst sinnvoll. 

Mittlerweile haben wir Einser-Abiturienten welche Analphabeten sind. Das ist nicht mehr nur prekär, es handelt sich um einen steuerrelevanten Skandal erster Güte. Dieser richtet massiven gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und auch steuermindernden Schaden an. 

Ich erinnere noch gut den Aufschrei in den Medien, als ein Berliner Lehrer seiner Abgangsklasse Kenntnisse zur Antragstellung bei der ARGE vermittelte. Öffentlich erklärte er sinngemäß, wenn zuständige Politik die Lehrkörper schon daran hindert, die jungen Menschen auf das Arbeitsleben angemessen vorzubereiten, dann muss wenigstens erlaubt sein, sie auf Existenzsicherung vorzubereiten. - Auch schon mindestens zehn Jahre her. 

Die Verhältnisse von Schule, Bildung allgemein werden zunächst in einem europäischen Rahmen festgehalten. Dieser ist dann von den einzelnen Staaten als Bundesrecht umzusetzen. Hier hinkt Deutschland gerne so lange hinterher, bis hohe Strafzahlung angedroht wird. 

Bei uns in D sind dann die jeweils zuständigen Landesministerien in der Verantwortung. Wie sie handeln, das zu überprüfen, hinterfragen, bemängeln, Abhilfe einzufordern ist tatsächlich Recht aller in diesem Bundesland lebenden natürlichen und juristischen Personen. Entsprechende Kenntnisse dazu vorweisen zu können führt tatsächlich eher zu Erfolg als Stammtischgeschwätz. 

Das letzte Wort hat Politik. Politik, das sind jene Subjekte, welche sich für einen Zeitarbeitsvertrag während eines sogenannten Wahlkampfes bewerben. Ob wir diese Bewerber auf die Thematik ansprechen, von ihnen verständliche und nachvollziehbare Antworten und Lösungen zu hören bekommen oder nicht - das ist unsere Entscheidung. Und hier spielt absolut keine Rolle, ob wir selbst Kinder haben oder nicht. Dazu lese Artikel 6 Grundgesetz. 

Zurück zu Goethe und Dir: 

Du lernst also zum Thema Auto. Da kann es denkbar sein, dass Du eines schönen Tages in Brasilien tätig wirst. Wäre immerhin vorstellbar. In Brasilien kannst Du Fließbandarbeiter antreffen, die Goethe kennen, gelesen haben und verehren. Nun stelle Dir vor, solche Menschen sprechen Dich auf ihn an und Du hast absolut keine Ahnung. Dann bist Du bei denen komplett unten durch. 

So weit ich erinnere, hat es in der Vergangenheit solche Beispiele gegeben. Und da das Management sehr schlechte Allgemeinbildung hatte, war die Produktionsleistung entsprechend schlecht. Denn Leben ist bedeutend mehr als nur der kleine Ausschnitt, der berufsbezogen erscheint. 

Das Thema ist, wie angedeutet, komplex. Ich habe versucht, grob aber verständlich darauf einzugehen. Nun wünsche ich mir, dass Du Deine Neugierde beibehältst und bereit bist, entsprechend aktiv zu werden. 

Schule kann z.B. einen Motor auseinandernehmen, reinigen und wieder zusammen bauen. .Als Unterrichtsstoff. Unter "Schulprojekt" müsste ein Beispiel zu finden sein. Stattgefunden hat solcher Unterricht auf jeden Fall. Der Lehrer wurde damals, zu Beginn der 1980-iger Jahre, vom Kultusministerium NRW mit einem Eintrag in die Personalakte bedroht. Würde ihm heute nicht mehr passieren. Aber eben nur dank des kritischen Widerstandes aus Wirtschaft und Gesellschaft. 

Vergiss es nie. Denn auch Du wirst wohl eines Tages Kinder haben. Und diese werden dann auch zur Schule gehen. 

Hallo

Schule ist da damit erlernt wird was in der Wirtschaft benötigt wird.

Eine Verschwendung ist das nicht.Das du nicht weist wie ein Bewerbung

geschrieben wird liegt an weiteren Fähigkeiten.

Hinzu kommt noch die Einsatzbereitschaft der Fähigkeiten.

Gruß Ralf

Lesen - Schreiben - Rechnen hast bestimmt in der Schule gelernt. Ohne das ganze könntest gar keine Bewerbung schreiben

in Abhängigkeit deines Abschlusses kannst dir den weiteren Lebensweg aussuchen. Studieren und einen Beruf in Angriff nehmen

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