Wo kommt eigentlich der Ausdruck "Heia Safari!" her?

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Ein Text „Heia Safari“ (der Ausdruck ist darin ein Refrain, Reimwort zu „Askari“ bzw. „Halali“) ist 1916 von Hans Anton Aschenborn (auch „A. Aschenborn“ ist als Angabe zum Textautor zu finden) geschrieben worden und mit einer Melodie von Robert Götz als Lied von der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika gesunden worden.

Paul von Lettow-Vorbeck, Kommandant der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika, veröffentlichte 1920 Erinnerungen an die Zeit in Ostafrika unter dem Buchtitel „Heia Safari! Deutschlands Kampf in Ostafrika“.

Das Wort „Heia“ alleingenommen ist sehr alt. Das Wort „Safari“ stammt aus dem Swahili (Suaheli), zurückzuführen auf arabisch „safar“ = Reise. Es ist aus der Kolonialzeit in Afrika wohl Ende des 19. Jahrhunderts als Entlehnung in die englische Sprache und spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts in die deutsche Sprache übernommen worden.

Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Band 4, Abtheilung 2, A: H – Herweg. Bearbeitet von Moriz Heyne. Leipzig : Hirzel, 1877, Spalte 794 gibt zu heia an:

Interjektion, verstärktes hei

1) Ausruf des Jauchzens, der Freude

2) Die Erweiterung heia ho, heiaho steht häufig als Refrain zu Gesellschaftsliedern des 16. Jahrhunderts

Heinz Küpper, Illustriertes Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Band 4: Haut – Kost. Stuttgart ; Klett, 1983 S. 1230:

„Heia 1. Wiege, Bett . Erweiterung der Interjektion „ei“, die in Wiegenliedern häufig vorkommt; sie ahmt auch die Schaukelbewegungen der Wiege nach. Seit dem 18. J[ahr]h.[undert] in der Form „Heia“, „Eia“, „Eija“ und Heij verbreitet.“

Heinz Küpper, Illustriertes Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Band 6: Nase – Saras. Stuttgart ; Klett, 1984 S. 2370:

Safari 1. große ~ = umfangreiche Schule: eigentlich die Reise mit Trägerkarawane in Ostafrika; dann auch die Entdeckungsreise. 1955ff.“

Duden - das Herkunftswörterbuch : Etymologie der deutschen Sprache. Herausgegeben von der Dudenredaktion auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln. 4., neu bearbeitete Auflage. Mannheim ; Leipzig ; Wien ; Zürich : Dudenverlag, 2007 (Der Duden ; Band 7), S. 924 gibt zu Safari an:

a) Eintägiger Fußmarsch [mit Trägern und Lasttieren] (besonders in Ostafrika)

b) [Gesellschafts]reise (nach Afrika) mit der Möglichkeit, Großwild zu beobachten [und zu jagen]

Stefanie Michels, Schwarze deutsche Kolonialsoldaten : mehrdeutige Repräsentationsräume und früher Kosmopolitismus. Bielefeld : transcript-Verlag, 2009 (Histoire ; Band 4), S. 19:
„Mit Safari wird heute gemeinhin die Fotosafari in ostafrikanischen Nationalparks verbunden. Der Begriff bezeichnet aber auch die Jagdsafari und gerade zur Kolonialzeit auch den Kriegszug. Erinnert bleibt dieser Zusammenhang im Refrain des Liedes „Heia Safari“, das bis heute von Männerchören und Burschenschaften gesungen wird […]. Auch während des zweiten Weltkrieges war das Lied fester Bestandteil des soldatischen Liedergutes. Was scheinbar lustig und nach Lagerfeuerromantik klingt, wie auch in dem gleichnamigen Buch von Lettow-Vorbeck, das 1920 erschien, erinnert eigentlich an den Ersten Weltkrieg in Ostafrika, der schätzungsweise einer halben Million Menschen das Leben gekostet hat […].“

Haya hat in Swahili (neben anderen Bedeutungen, die sich aus dem Kontext ergeben können) auch die Bedeutung 'Los!' oder 'Auf gehts!' . Meine kenianische Sprachlehrerin hat mir als Bedeutung von 'Haya, Safari!' sinngemäß übersetzt: 'Okay, let's go!' im Sinne von 'aufbrechen', 'Eine Reise beginnen'. Ansonsten (im Alltag, z.B. Aufbruch aus der Kneipe nachhause) sagt man für 'laß uns gehen' 'Twende!' oder 'Twende nyumbani!' (nachhause gehen).

Ich denke, dass ist aus einem Lied aus der Kolonialzeit. Wurde allgemein bei den Soldaten gesungen.

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