Wieviele Kühe braucht ein Bauer um seine Existenz zu sichern?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Also, Milchbauern sind Restgeldempfänger. Sie liefern die Milch ab, ohne im vorraus zu wissen, was sie hierfür erhalten. Die Molkereien antworten auf "Rundfragen" der Discounter und unterbieten sich gegenseitig. Es entsteht hierbei ein Liefervertrag mit dem LEH je nach Situation am Rohstoffangebot von bis zu 6 Monaten. (Vertragsinhalte wie z.B 6-8 Wochen Zahlungsfrist). Die Molkerei berechnet den Erlös mit der eigenen Kosten und der Marge, und überweist bis zu 6 Wochen nach der Rohmilchlieferung das Rest-Milchgeld an die Bauern. Z.Z. 24-28 cent/ltr. bei Vollkosten der Bauern von mind. 45 cent (http://www.milch-marker-index.de/home/ ) Laut Studie von der RABO Bank NL wird die Rendite am Produkt Milch im Laden verteilt (ROI return of investment): vorgelagerte Bereich (Tierarzt, Futtermittel, Landtechnik) 14,1 % ; Verarbeiter, Molkerei 18,1 % ; LEH 24,4 % ; Milchbauern 0,5 %. In einigen Bundesländern gibt es die "Faire Milch". Bei diesem Produkt erhält der Bauer 45 cent garantiert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dunacsilla
09.11.2015, 21:34

Lieber Nogli,

Du scheinst dich ja wirklich gut auszukennen. Vielleicht hätte ich die Frage anders formulieren sollen. Mir ist klar, auch aus den Erzählungen meiner Verwandten und Freunden, die irgendwo am Rande mit der Landwirtschaft zu tun haben, dass die Milchviehanlagen zunehmend unrendabler werden. Ich habe mir aber überlegt, wie ich daran gehen würde. Wenn sich der Endpreis nicht halten oder steigern lässt, würde ich die Kosten senken. Das hieße dann einen Verzicht auf die Produkte von Monsanto und Co, weniger Medikamente, keine Bürste- und Massagebühnen, etc. Die Kühen würden dann vermutlich keine 10.000 Liter Milch mehr geben, sondern vielleicht nur 6000 wie noch vor Jahrzehnten der Fall war. Aber auf die 6000 Lt/Kuh würde der Landwirt eventuell noch etwas verdienen können, während er ja im Moment mit Verlust wirtschaftet, oder so gerade mal über die Runden kommt. Also soll die Frage eigentlich lauten: Führt die Aufgabe der Milchquote nicht auf langer Termin dazu, dass die industrialisierte Produktionsweisen zugunsten der natürlichere Haltung der Kühen aufgegeben werden muss? Und wäre das nicht besser für alle Beteiligten: die Landwirte, die sich nicht mit Haut und Haaren verschulden müssen, die Kühe, die wieder auf die Wiese grasen dürfen, und der Verbraucher, der zu einem vertretbaren Preis Milch kaufen kann wofür die Tiere weniger gestresst wurden. Oder sehe ich das komplett falsch, geradezu naiv? Dann sage es ruhig, es war nur eine Überlegung, weil mir eben beide Leid tun, die Kühe und die Milchbauern.

0

Die meisten Bauern die hier im Schwarzwald eine Milchwirtschaft betreiben, haben eine Herde von mindestens zwanzig Kühe und darüber. Darunter lohnt sich der Aufwand nicht und haben eine zusätzliche Einnahmequellen und gehen eine geregelte Arbeit nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Aus einem Forum von Landwirten:

RROTERBARON schrieb:

das ist rätselhaft

einen kenn ich der lebt mit familie von 17 kühen sonst nix also er zwei kinder und frau
wie er das macht weis i ned aber der kann seinen milchtank noch von hand zur strasse brungen

Ja, die gibt es !

In meiner Region sogar einige. 15 bis 20 Milchkühe plus Nachzucht, plus Ausgleichszulage, sonst nichts !

ABER :
Diese Betriebe haben oft keine Schulden, leben sparsam bis spartanisch, investieren nur noch in
notwendigste Reparaturen, "verleben"sozusagen ihre AfA und ihre Kinder haben schon ausserlandw.
Einkommen.
Man muss also sagen, diese Betriebe gibt es NOCH.
----------------------------------------------------------------------------------------


Sonst gibt es genügend Material im Netz, dass Du mit einfachsten Suchbegriffen ermitteln kannst. Eine mundgerechte Antwort wie im Kochstudio kannst du nicht ernsthaft erwarten, hierzu sind die Bedingungen viel zu unterschiedlich. Kostensenkungsdruck, optimales Ausbalancieren der regionalen und EU-Fördergelder, Abhängigkeit von Großmolkereien und andere Feinheiten dürften zumindest für Niedersachsen ein Mindestanzahl von 40 Tieren erforderlich machen, um als bäuerlicher Betrieb zu überleben.

Hier die Beantwortung einer Anfrage an das niedersächsische Landwirtschaftsministeriums zur Struktur der Betriebe (s. Seite 21ff.)

www.landtag-niedersachsen.de/ps/tools/download.php?file=/ltnds/live/cms/dms/psfile/docfile/33/17_08305264d981ce9ca.pdf&name=17-0830.pdf&disposition=attachment

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von lastgasp
08.11.2015, 08:01

den ganzen Link kopieren, oder nach Drucksache 17/830 des niedersächsischen Landtages googlen.

0

Was möchtest Du wissen?