Wieso rollt man in den slawischen und romanischen (z.B. Spanisch) Sprachen das r?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich finde folgende Vorstellung am besten: Es sind einfach VERSCHIEDENE LAUTE, die grob ähnlich sind und zufällig und willkürlich alle mit dem gleichen Buchstaben "r" geschrieben werden.

Das englische "r" ist ja ohnehin VÖLLIG anders und weder mit dem deutschen Reibe-R, noch dem spanischen Zungenschlag-R, noch dem Roll-R vergleichbar. In der phonetischen Schreibweise (Aussprachewörterbuch) werden diese vier R-laute ja auch klar unterschieden. Es ist also eher ein Mangel des Alphabets als eine Merkwürdigkeit der Aussprache!

Überlege Dir auch mal, wie verschieden man all die anderen Buchstaben aussprechen kann, vorausgesetzt man kennt genug Sprachen -- einheitlich ist da kaum was! Wir können froh sein, dass die meisten das gleiche Alphabet benutzen, denn griechische oder kyrillische Schrift erschweren es ja noch mehr.

PS: In etlichen deutschen Dialekten wird das R ja auch gerollt oder als Zungenschlag-R gesprochen.

Super erklärt! In Franken - wo ich auch wohne und aufgewachsen bin, wird das "r" auch gerollt! Ich kann kein anderes sprechen ;-)

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Ist zwar schon richtig alt, diese Frage, aber dennoch eine kurze Ergänzung zu dieser Antwort:

In manchen Sprachen, z.B. im Arabischen und im Persischen (Farsi), gibt es beide Laute, also sowohl ein rollendes (stimmhafter alveolarer Vibrant) oder auch einmal geschlagenes (stimmhafter alveolarer Tap) Zungenspitzen-R, als auch ein stimmhaftes Rachen-Reibe-R („stimmhafter velarer Frikativ”). Beide sind bedeutungsunterscheidend, nicht austauschbar, haben verschiedene Schriftzeichen (rollendes Zungenspitzen-R: ر, Rachenreibelaut: غ) und beide Laute haben dort überhaupt nichts miteinander zu tun. Das rollende Zungenspitzen-R wird in der (nichtwissenschaftlichen) Transkription meist mit „r” wiedergegeben, während der Rachenreibelaut oft mit „gh” transkribiert wird. Prominentestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich das Wort „Afghanistan”, das eigentlich richtig in etwa wie „Afranistan”, also mit dem Rachenreibelaut (NICHT dem rollenden R!) ausgesprochen werden müsste.

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@xeeqa

im griechischen gibts auch den rachenlaut gh (=Gamma) und das gerollte zungenspitzen r, aber die meisten deutscehn übersetzen das griechische gamma mit einem g was natürlich theoretisch gesehen falsch is

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@miron98

Die meisten Deutschen, die Griechisch übersetzen, übersetzen Altgriechisch; hierbei hat das Gamma den Lautwert g.

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Du wirst ihn nicht gehört haben: Albert Schweizer auf einer Wachsmatritzenaufnahme vor dem deutschen Reichstag (oder war es schon Schellack ?); erst DADURCH habe ich NEUGIER auf diesen Mann entwickelt ! - Habe mir sofort eine Biographie von ihm beschafft. Das klingt KERNIG und ist auch bis in die letzte Reihe zu hören, welhalb die "Deutsche Bühnenhochsprache" Pflicht für ernstzunehmende Schauspieler war.

Wenn Du weiterdenkst, ist diese Eigenart prima geeignet, MACHTansprüche geltend zu machen (eine gewisse Gewalt-Androhung)- deshalb Spanien, die ihren Reichtum hauptsächlich zusammengestohlen haben -in Amerika. Dann gilt es auch, sich gegen Witterungsunbilden = Sturm - sprachlich durchzusetzen; deshalb Oberbayern mit halbgefrorenen Wangen im Winter, die FEINE Mundmuskulatur-Bewegungen überhaupt nicht mehr zulassen. Folglich war dieses rollende 'R' in Italien, Frankreich, Indien etc. überhaupt nicht sinnvoll. P.S.: Mich hat das 'RR' bei einer im weißen Kittel hingerissen: Russische Ärztin in deutschem Hospital mit ihren Studenten ! Kennt ihr DEFA ?

...deine fantasie erscheint unerschöpflich...

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@rubicon66

@Rubicon66: Das walte Hugo ! Wir lernen = plus-entwickeln uns bis zum Tode; andernfalls sollten wir besser den Löffel abgeben.

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@Ulenvater2

ich hab ja auch ´ne droge genommen, aber, was du mir da erzählen willst, ....keine vorstellung???!!

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@rubicon66

@Rubicon66: Tut mir leid, wenn ich Dich überfordere, aber mein Vorfahre ist Professor dafür geworden in einer deutschen Stadt. Die stärkste Droge, die ich nehme ist Kaffee (mit VIEL Milch).

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@rubicon66

@rubicon66: Iss schon lange her, daß ich Mohn-Blumen gesehen habe - wird Zeit, daß ich auf's Land ziehe ! Vielen Dank für Deinen DH (den 'lebendigen') !

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 Russische Ärztin in deutschem Hospital mit ihren Studenten ! Sah sie süß aus???? Da muss ich hin!!!!!!

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Hier wurden viele plausible Gründe angeführt, wie sich der von der Phonetik her "reine" R-Laut verschieben konnte. Neben den geschichtliche Hintergründen (die napoleanische Zeit in Deutschland) gibt es auch andere, kleinere Gründe. Hört man sich z.B. Isländisch oder Altenglisch an, merkt man, dass diese Sprachen anscheinend am besten von Leuten mit wenig oder gar keinen Zähnen sehr komfortabel gesprochen werden konnten. Mir ist das zwischendurch irgendwann mal aufgefallen, als ich mir die Th-Laute der nordischen Sprachen ansah.

Ach ja: Der Grund, wieso in der Lausitz das R wie im Englischen oder manchmal auch Holländischen ausgesprochen wird, liegt ganz einfach daran, dass die dort einen mit dem Schlesischen verwandtes Niederdeutsch reden. Schlesisch zeichnete sich gerade durch dieses komische R aus. Es klingt, als würde ein Amerikaner Plattdeutsch reden.

Nun zum einen ist es eine Frage des Sounds, der Sprachmelodie. Im Deutschen und Englischen werden viel Laute , auch das R in der Rachengegend gebildet und verbinden sich mit den anderen Lauten damit leichter, welche auch eher im mittleren oder hinteren Mundbereich gebildet werden. Eine Ausnahme bildet das "th" im Englischen. Im Spanischen zum Beispiel werden viele Laute direkt hinter den Zähnen und im forderen Mundbereich gebildet, auch das R. Wenn Du versuchst es "hinten" zu produzieren, wirst Du es nie rollen können. Warum das nun so ist, kann ich auch nicht genau beantworten. Meine Vermutung ist, dass es auch von der Grammatik abhängt. So ist es überaus wichtig im Spanischen die Endungen der Verben genau auszuspechen, weil man über die Wortendungen die Zeitformen erkennt. So enden alle Infinitive im Spannischen entweder auf ir, er oder ar und wenn Du das R dann nicht mit sagst, bzw. nicht entsrechend rollst, dann hören die andern blos das a, i oder e und verstehen dich nicht mehr, da entweder etwas Unmögliches rauskommt oder sie eine andere Zeitform verstehen.

In früheren Jahrhunderten wurde in Deutschland das "r" ebenfalls gerollt (Zungenspitzen-"r"). Erst seit dem 17./18. Jh. hat das französische Rachen - "r" in Deutschland Einzug gehalten. In manchen Gegenden - Bayern, Norddeutschland ist das Zungenspitzen-"r" heute noch gebräuchlich.

In der Lausitz z.B. spricht man das "r" wie im Englischen aus.

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