Wie entstehen Dialekte?

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9 Antworten

vor 150 Jahren ist durch Zuwanderung im Ruhrgebiet ein neuer Dialekt entstanden. Vorher wurde dort Platt gesprochen.

Also, warum sollte sich sowas nicht nochmal wiederholen?

warum haben die ruhrgebietler dann nicht das "platt" übernommen?

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@Atrajanus

weil viele Polen Ostpreußer, Östereicher usw. darunter waren, die ihren eigenen Dialekt mitgebracht haben und der dann zu einem neuen Dialekt verschmolz

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Viele Menschen denken, dass sich "Hochdeutsch" in die Dialekte aufgespalten hat, aber es war umgekehrt: die Dialekte haben oft ältere Wurzeln als das Hochdeutsche, welches eine von südlichen ("hohen") deutschen Varianten geprägte Form ist, und die Dialekte allmählich überlagert hat.

Sehr schön sieht man das an der Weser: der Raum Hameln/Hannover gilt als Gegend mit "sauberem" Hochdeutsch. Früher hatte man dort jedoch einen niederdeutschen Dialekt gesprochen (sieht man an vielen der alten Häuser in Hameln). Hochdeutsch hat (aus dem Süden kommend) das Dialekt überlagert und weitgehend verdrängt.

Hochdeutsch ist ein Dialekt, der standardisiert wurde, und der andere Dialekte überlagert hat. Diese bestanden meist schon vor der Ausbreitung des Hochdeutschen.

Ich glaube, dass die verschiedenen extremen Dialekte irgendwann aussterben, da es immer weniger Leute gibt, die sie wirklich tagtäglich verwenden. Selbst in München wird immer mehr hochdeutsch gesprochen. Irgendwann wird es dann Leute geben, die wissen nicht mehr, wie es ausgesprochen wird und so geht das "Sterben" los. Ich glaube, dass sich die Sprachen verändern- bei uns unter dem Einfluss z.B. von Englisch und Türkisch, in anderen Ländern halt anders.

Erstmal zum Verständnis: Dialekte lassen sich in der seltensten Fällen scharf voneinander abgrenzen. Es ist ja nicht so, daß in Mannheim eine völlig andere Sprache als in Darmstadt gesprochen wird, sondern es gibt durchaus Übergangsgebiete die auch mal um die 100 km breit sein können.

Ja und neue Dialekte entstehen durch Vermischung, vor allem in Großstädten und durch Zuwanderer, die neue Ausdrücke mitbringen. Für die Zukunft ist vorstellbar, daß einzelne türkische oder arabische Wörter in den Sprachgebrauch einfließen - aber eben nur dort, wo diese in größerer Zahl leben. 

Nach ein paar Generationen wird es dann vielleicht selbstverständlich sein, daß "babo" zum Kölner Dialekt gehört, man die Nachfahren aber als genauso Deutsch wahrnimmt, wie heute einer, der von den Ruhrpolen abstammt.

Ansonsten ist aber eher die Tendenz zu beobachten, daß die Dialekte abflachen, da eben die Bedingungen für die Entstehung neuer Dialekte nicht mehr gegeben sind (Abschottung, wenig Kontakt zu anderen Regionen). Das war im Mittelalter, als die Fahrt in die 15 km entfernte Großstadt eine Tagesreise war, natürlich anders.

mir fällt auf, dass viele dialektbegriffe tatsächlich aus dem englischen stammen. hier im westerwald ist ein kleines, scharfes messer z.b. ein kneibchen, was einleuchtend klingt, wenn man das englische "knife" im hinterkopf hat.

und neue dialekte? -na klar! chekkarisch, ganxta-rapperisch...

Wenn man bedenkt, daß vieles vom Englischen und Deutschen eigentlich ausm Latein geklaut ist, muß der deutsche Dialekt das nicht mal aus England haben. Schon gewußt, daß z.B. im Walisischen das Wort für Fenster nicht "window" (wie englisch) ist, sondern (weiß nicht wie's geschrieben wird) auch "Fenster" gesprochen wird? Hat mir mal ein Waliser erzählt.

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Ja, "Kneipchen" kenne ich auch (Nordsaarland). Der Westerwald gehört ebenso zur moselfränkischen Zone. Es muss nicht mal "aus dem Englischen stammen". Moselfränkisch ist wie Englisch und Hochdeutsch eine westgermanische Sprache. Sie kann andere Wurzeln bewahrt haben als das (südliche) Hochdeutsch. Ich kenne auch "luu" für "schauen". Englisch "look".

Manche moselfränkischen Dialekte liegen nördlich der "up/uf" Grenze. "up" (hochdeutsch "auf") passt zu englisch "up" oder schwedisch "upp" oder zum entsprechenden plattdeutschen Wort "op". Kölsch "op".

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Die Anzahl der deutschen Dialekte ist eine Definitionsfrage.

Ich würde jedem Bundesland (Kanton) einen Dialekt zuordnen. Das ergäbe in Deutschland 16 Dialekte.

Jedem Dialekt würde ich pro Gemeinde eine Mundart zuordnen.

Das ergäbe eine praktikable Dialekt- und Mundartstruktur.

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Dialekte kommen vielleicht nicht dazu aber neue Sprachen.Ich meine es wird doch fast nur noch alles ins Englische übersetzt oder es wird gesprochen.Ich denke Deutsch stirbt bald aus.

deutsch und seine Dialekte werden sicher nie aussterben, da es Kulturgut ist und weil vielerorts auch darauf geachtet wird das es nicht ausstirbt

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bestimmt gibt es viele neue Dialekte...Türkdeutsch haben wir schon mal...(soll nicht abwertend klingen)

ich weiss was du meinst.das ist tatsächlich so.

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Alles ging einmal von der schwäbischen Sprache aus. Die Leute die einen Sprachfehler hatten haben sich nach und nach im ganzen Land verteilt und sich mit gleichgesinnten niedergelassen.

hahahahaaaa - klasse! :-))))

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