Was ist der Unterschied Zwischen Dialekt & Akzent?

11 Antworten

Ich spreche Standarddeutsch mit österreichischem Akzent, d.h., meine Laute sind ei­nen Tick anders als diejenigen eines ZDF-Nachrichtensprechers. Ein R hat oft eine Ten­denz zur Vokalisierung zu [ɐ] und bildet oft Diphthonge mit dem vorangehenden Vo­kal, ich unterscheide grund­sätzlich nicht zwischen E und Ä, anlautendes S ist stimm­los, das -g am Wortende wird nicht spirantisiert: Der Bäcker verarbeitet seine Ähren richtig [deɐ̯ ˈbɛkɐ fɛɐ̯ˈaʁbaɪ̯tət ˈsaɪ̯nə ˈeːʁn̩ ˈʀɪçtik]. Ein ZDF-Sprecher hätte ver­mut­lich gesagt [… ˈzaɪ̯nə ˈɛːʁn̩ ˈʀɪçtiç], bei den vorderen Worten bin ich mir nicht so sicher, was die wirklich sagen.

Gewöhnlich können Deutschsprecher den Akzent ihrer Gesprächspartner rasch er­ken­nen und auch geographisch zuordnen, oder bei Fremdsprachlern deren Herkunft ein­grenzen.

Dialekt ist aber etwas ganz anderes, weil zu den phonetischen Unterschieden auch noch lexische (anderes Vokabular, z.B. Krummbirn statt Kartoffel), morphologische (andere Wortformen, z.B. ich nimm statt ich nehme, oder ich tatert statt ich täte) und syntaktische (andere Satz­kon­struk­tionen, z.B. Perfekt statt Präteritum, oder dem Peter seine Freundin statt Peters Freundin) da­zu­kom­men.

In Norddeutschland gibt es keine Dialekte im engeren Sinn, weil Hochdeutsch dort sehr jung ist und bewußt und mit deutscher Gründlichkeit gelernt wurde; lokal haben sich allerdings niederdeutsche Elemente erhalten, die so ein bißchen eine Misch­sprache ergeben (besonders in Hamburg). Der Berliner Metrolekt ist eher eine soziale als eine historische Variante und sehr distinkt, aber sonst klingt für mich alles zwi­schen Nie­der­sachsen und Mecklenburg–Vorpommern ziemlich homogen.

Im Süden ist das anders, dort spricht man seit mindestens 1500 Jahren Hoch­deutsch in vielen Dialekten, die in manchen Merkmalen unter Umgehung der Luther’schen Ein­heits­­sprache direkt aufs Mittelhochdeutsch zurückgehen. Niemand kann z.B. einen Inns­brucker mit einem Kölner oder einem Münchner oder einem Wiener verwechseln.

Woher ich das weiß:Hobby – Angelesenes Wissen über Sprach­geschich­te und Grammatik

Akzent ist nur die Sprachfärbung. Man kann also perfektes Hochdeutsch sprechen mit Akzent. Ich z.B. habe einen kölschen Akzent, spreche aber nicht Dialekt. Der große Schauspieler Brandauer hat einen leichten Ösiakzent.

Ein Dialekt ist schon eine größere Abweichung von der Hochsprache mit z.B. anderen Worten. Leute, die dann nicht aus der GEgend sind, verstehen vieles dann nicht mehr. Geh mal als Nicht-Kölner-Rheinländer in unser Hänneschentheater. Du wirst wenig verstehen, obwohl immer noch Deutsch gesprochen wird.

Wat sähste? Heißt auf Hochdeutsch nicht: was sähst du da, sondern: was hast du gesagt.

Dialekt ist quasi ein Teil einer Sprache, oder passender noch eine "Subsprache" (so wie Subkultur, Subgenre usw., weiß nicht ob man das so sagen kann, aber nur fürs bessere Verständnis) z.B im Deutschen Bayrisch oder Sächsisch.

Akzent wiederum ist, sozusagen, ein Bruchteil einer Sprache bzw. eines Dialekts, den man im Gesprochenen wiederfindet, obwohl man diese(n) vielleicht nicht bewusst verwendet. Beispielsweise, wenn ein Franzose Deutsch redet, hört man eventuell sein Französisch, an das er gewöhnt ist, im Deutschen raus, und das nennt man dann Akzent.

Akzent = besondere Merkmale in der Aussprache / Prosodie

Dialekt = Unterschiede insbesondere auch bei Grammatik und Lexik

Das heißt: Ein Saarländer beispielsweise könnte Hochdeutsch mit saarländischem Akzent oder Dialekt sprechen.

In vielen Bundesländern wird quasi kaum noch Dialekt gesprochen. Bei vielen Leuten sind die Unterschiede nur noch beim Akzent wahrnehmbar.

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