Wie beschreibt man in einer Geschichte am besten eine Prügelei?

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Geh nicht auf den technischen Ablauf ein, das ist stinklangweilig. Schreibe lieber darüber was die beiden fühlen. Herzklopfen und lähmende Angst vor dem Kampf. Dann geht es los und das Adrenalin schießt durch den Körper. Eine Faust trifft eine Nase, Sterne fliegen durch das Hirn, Blut spritzt und ein Handgelenk bricht mit einem trockenen Knacken. Wut löst die Angst ab und blendet den Schmerz aus. Ein Knie trifft ein Kinn und plötzlich wird es Nacht.

Es entstand eine gewaltsame Auseinandersetzung. Und so könntest du die Schlägerei beschreiben: Beide gingen aufeinander los, xx schlug xy mit einem kräftigen Faustschlag ins Gesicht und brach im die Nase. xy trat xx mit einem kräftigen Tritt gegen das Knie, wodurch xx in zu Boden fiel.... so könntest du es weiter beschreiben.

Wie wäre es mit "körperlicher Auseinandersetzung" oder du benutzt einfach Schlägerei. Das ist ja keine Jugendsprache oder so. Kommt aber ganz auf deine Textart an

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es kommt immer darauf an, aus wessen Sicht du es beschreibst und wie genau du es beschreiben willst.

"Lass mich los!", fauchte Jolanne Enwyn zu, doch dieser hielt ihr Handgelenk weiterhin fest umklammert. "Lass mich los, bitte." Ihre Stimme war sanfter geworden, flehender. "Ich möchte dich bei mir haben, Jolanna! Ich möchte, dass du meine Königin wirst!" Da war es wieder. Das FUnkeln in seinen Augen, die Worte seiner leisen, samftigen Stimme, die sich in ihr Ohr zu schlängeln schien wie eine Schlange, bereit ihr süßestes aller Gifte einzusetzen. Niemand widerstand der goldenen Zunge eines Mannes aus Centria. Niemand. Auch wenn er bei den Bergvölkern im Noden aufgewachsen war, auch wenn er dem Schoß einer Dame der nördlichen Schlösser entstammente. Auch wenn sein Vater, der König, ein Irrer gewesen war, mit einem Blick, als spiegelten sich in ihm bereit die Dolche der Assassinen, die er vermutete. "Lass mich gehen!", hauchte sie noch einmal, spürte jedoch wie ihr Widerstand erlahmte, als seine Hand auf ihre Brust glitt, vorsichtig den Stoff ihres Leinenhemdes...
"Du wirst sie in Ruhe lassen!"
Im Augenwinkel tauchte eine Gestalt auf, das blitzen einer Rüstung, das Klirren eines Schwertes, waren alles, was Jolanna erkennen konnte, bevor sie auf den moosigen Waldboden fiel.
"Darion, NEIN!", brüllte sie, doch es nützte nichts.- Darin hielt nicht darin inne Enwyn wieder und wieder ins Gesicht zu schlagen, seine Hand so fest in die Brust seines Wamses verkrallt, dass sein Gegner, so sehr er sich auhc wehrte, nicht zu fliehen vermochte.
"Ich bin dein König!", versuchte er zu Brüllen, doch alles was seine Stimme aufbrachte, wurde durch das verzweifelte Jaulen übertönt, als Darions Faust mit einem besonders zielsicheren Hieb seine Nase brach. Blut schoss aus ihr, bedeckte sein ganzes Gesicht, doch noch immer wollte Darion nicht einhalten, zu schrecklich war das, was er gesehen und gehört hatte. "Darion, bitte!", flehte Jolanna und für einen Moment schienen sich seine Züge aufzuklaren, weicher zu werden, der Griff seiner Hand sich zu lockern.
Einen Moment, den Enwyn ausnutzt, um sich zu befreien und mit aller Kraft, die er bei den Bergvölkern mit der Muttermilch aufgesogen hatte, einen Stein, der hinter ihm auf dem Boden gelegen hatte, ergriff, um ihm seinen Widersacher gegen den Kopf zu schlagen.
"Darion!"
Blut spitzte aus einer tiefen Wunde an der Stirn des getroffenen, doch nachdem es für einen Moment ausgesehen hatte, als würde er einfach in sich zusammenfallen, hob Darion seinen Blick wieder, blinzelte ein paar Mal und ging dann auf Enwyn los.
"Bitte beruhigt euch! Bitte!", kam es von Celia, die mit wehendem Kleid am Rande der Lichtung aufgetaucht war udn sich doch nicht traute auf die Kämpfenden zuzueilen, die sich nun im blutbefleckten Moos wälzten, während man kaum erkennen konnte, wo der eine von ihnen anfaing und der andere endete. Fäuste trafen Nasen, Hände versuchten ihre Finger in Augen zu drücken, Beine teilten wütende Tritte aus, alles unterlegt vom Jaulen und Wimmern des jweils getroffenen, der doch nicht aufgab und im nächsten Augenblick wieder angriff oder sich verteidigte, mächtiger und kraftvoller, als es zuvor gewesen war. Keiner von ihnen schien nachgeben zu wollen, keiner schien zu ermüden oder irgendwann so verletzt zu sein, dass er vor dem nicht minder verletzten Gegner kapitulieren würde.
"Sie bringen nicht um, nicht wahr, Jo?", flüsterte Celia, die mittlerweile zu ihrer Cousine gelaufen war und sich trotz aller abneigung, trotz allen Neides und aller Missgunst doch in Angst und Sorge an sie schmiegte. "Sie schlagen sich jetzt tot und dann haben wir niemanden mehr, der..."
"Ich nehme an wir können konstatieren, dass ihr beide beachtenswert kleingeistige Männer seid!", durchbrach eine kühle STimme die Luft und als Jolanna es wagte aufzusehen, hatten das Stöhnen und die Schreie aufgehört. Keiner der beiden wagte es noch zu stöhnen oder zu schreien, stattdessen rissen sie ihre zugeschwollenen Augen azuf und verrenkten die Köpfe, um einen Blick auf die beiden Stilette zu werfen, die mit tödlicher Präzision an ihren Hälsen ruhten.
"Dann gehe ich davon aus, die Sache hat sich erledigt!", erwiderte Aveline in ihrer kühlen und dröhnenden Stimme, die einem jeden einen Schauer über den Rücken laufen ließ und wohl von Natur aus dafür gemacht worden war, in hohen, offiziellen Räumen mit gegebenem Hall zu erklingen.
Mit einem Seufzen ließ sie die Stiletts wieder in ihren Ärmeln verschwinden und den Umhang von den Schultern gleiten, der ihre zierliche Figur mit der Dämmerung um sie herum hatte verschmelzen lassen.
"Ich gehe nicht davon aus, dass ihr beabsichtigt meine Zeit noch weiter in Anspruch zu nehmen?"
Für einen Moment wandte sie den Kopf und ihre Augen trafen Jolannes. Ein schmales, schlangenhaftes Lächeln glitt über ihre Lippen, ließ sie eine Winzigkeit ihrer strahlend weißen Zähne zeigen, dann schritt sie in Richtung des Feuers von Dannen, währdnd Enwyn und Darion keuchend im rot-grünen Moos lagen, beinahe dankbar noch am Leben zu sein.

Kurzum: Du kannst auf die Dynamik an sich eingehen. Wenn du aus der ersten Person schreibst, dann geht auf den Schmerz ein, den sie spürt und beschreibe den Schmerz ggf. auch etwas genauer. Also nicht über 20 Seiten, sondern präzise. Dröhnender Schmerz? Stechender Schmerz? Das gefühl, als würden einem alle Knochen im Leib gebrochen?

Das da oben ist jetzt aus einer unbetiligten Sicht und wenn dann eher aus der Position der Umstehenden, als der Kämpfer selbst.
Ansonsten kommt es natürlich auch auf den Kampf oder die Prügelei an sich an. Da ist es ggf. praktishc, wenn du dir das wirklich im Kopf vorstellst, auch so ein Stück weit den Ablauf parat hast und dann darauf basierend schreibst.

Du kannst dir auch ein Skript oder eine Choreographie erstellen, wenn du das möchtest, doch das ist für eine kleinere Prügelei, wie die du oben nicht unbedingt von elementarer Bedeutung.

Wenn du aus der Sicht des Außenstehenden schreibst, dann hast du natürlich auch Gefühle. Vielleicht weniger Wut, sondern eher Angst. Oder langeweile von wegen 'Also SCHON wieder eine Prügelei... dass diese Typen ihre Steitigkeiten auch NIE anders lösen können'.

Ansonsten ist es, wie gesagt, einfach abhängig von dem was außentum steht und passiert und wie du es beschreibst. Achte auf das Klassische, also Bewegungen, Geräusche, ggf. Gerüche, um es irgendwie glaubhaft, plastisch und greifbar zu machen. Emotionen sind beim Schreiben IMMER der Schlüssel von einer schlichten Handlungsbeschreibung wirklich zu etwas zu kommen, in das sich der Leser hineinversetzen kann.

Ich schreibe auch Geschichten. Also ich würde auch Wörtliche Rede einbauen

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