Wer kann mir in eigenen Worten erklären, was genau Karl Marx mit der "Mehrwerttheorie" sagen wollte?

3 Antworten

Die Mehrwerttheorie von Marx gilt auch heute noch uneingeschränkt. Auch heute noch arbeiten wir - je nach Gesetzeslage und Arbeitsvertrag z.B. 8 Stunden am Tag. Dabei arbeiten wir eine gewisse Zeit für unseren Lohn - Marx nennt das auch die Reproduktionskosten der Ware Arbeitskraft (Wohnen, Essen, Kleidung, Bildung, Kultur etc.) und den Rest der Zeit unentgeltlich für den Besitzer der Produktionsmittel (Fabrik, Maschinen, Rohstoffe etc.), den Kapitalisten. Die Werte, die wir in dieser Zeit schaffen nennt Marx Mehrwert - er ist der Profit des Kapitalisten welcher dieser sich aneignet.

Im Gegensatz zu Slizia denke ich, dass die Produktion des Mehrwerts in der kapitalistischen Produktionsweise leider auch heute das Prinzip der gesellschaftlichen Arbeit darstellt und damit die Gesellschaft in 2 sich objektiv feindlich gegenüberstehenden Klassen teilt: die Investoren, Unternehmer, Produzenten auf der einen und  die Arbeiter, Angestellten auf der anderen Seite. Feindlich deshalb, weil der Lohn der Arbeiter für die Unternehmer Kosten sind, die für die Gewinnmaximierung gesenkt werden müssen. Umgekehrt haben die Beschäftigten das Interesse, mit möglichst wenig Arbeit ein sicheres und gutes Leben zu gestalten (möglichst hoher Lohn).

Marx hat im Kapital nachgewiesen, das kann man nachlesen, dass in dieser Gesellschaft nur der wahre Produzent, der Arbeiter, Wert schaffen kann. Zunächst arbeitet er z.B. 1 Stunde für seinen Lohn, die restliche Zeit arbeitet er für den Arbeitsplatz und Geldgeber. Also nicht, weil das Produkt nicht fertig ist, sondern das ist eine rechnerische Größe, die sich aus dem Verhältnis zwischen der Schaffung des Werts der Ware Arbeitskraft und dem Mehrwert für den Kapitlisten ergibt. Grundsätzlich wird also nicht für die Bedürfnisse der Menschen gearbeitet, sondern für die Produktion des Mehrwerts. Ohne Mehrwertproduktion gibt es keinen Arbeitsplatz oder auch Lohn. Zu besichtigen bei Arbeitslosen und failed States.

Ob der kurze Versuch der Erklärung gelungen ist, weiß ich nicht recht. Es ist vielleicht doch ein etwas schwieriges Unerfangen.

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/mehrwerttheorie.html

Hier wird das ganz gut erklärt. die Sache ist für uns heute schwer verständlich, weil Marx damals natürlich die Maßstäbe seiner Zeit anlegte, was das Verhältnis Arbeitszeit zu Profit, Lohn zu Arbeitswert und so weiter, anlegte. z.B. bestimmt er nirgendwo, welche Kriterien ein angemessenes Arbeitsentgeld erfüllen muss. Es gibt viele Faktoren, die er nicht kannte und auch nicht kennen konnte, daher sollte man ihn, wie andere Philosophen auch, immer als Kind seiner Zeit zu verstehen suchen, wobei einige seiner Theorien schon beachtliche Weitsicht beweisen.

Was möchtest Du wissen?