Wer hat Erfahrungen mit Durolan (Haus Isolierung)?

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Der Durolan-Schaum ist mit Vorsicht zu genießen, da wie gesagt Formaldehyd ein wesentlicher Bestandteil des Dämmstoffes ist.

Der Hersteller selbst wird von einem unabhängigen Institut auf Formaldehydabgabe und auf Schrumpfen überwacht (ist in der bauaufsichtlichen Zulassung nachzulesen). Immer dann wenn ein unabhängiges Institut diese Überwachungsmaßnahmen durchführt, müssen Grenzwerte eingehalten werden.

Außerdem hat der Schaum, wenn er in das zweischalige Mauerwerk eingebracht wird, einen Wasseranteil von ca. 30%. Dieser muß nun erstmal aus der Wand entweichen. Das kann bei kalten Temperaturen im Herbst / Winter ggf. länger dauern als im Sommer / Frühjahr. Und wer in der Schule im Chemieunterricht aufgepaßt hat, der wird wissen das immer dann, wenn einem Stoff Wasser entzogen wird, dieser anfängt zu Schrumpfen. Ganz abgesehen davon dass sich nach dem Trocknungsprozess eventuell weniger Dämmung im Mauerwerk befinden kann, sollte unbedingt vor so einer Maßnahme aus bauphysikalischer Sicht geklärt werden, ob sich Kondensat in dem entstehenden Hohlraum zur Innenschale des Mauerwerks bilden kann.

Was die verarbeitenden Betriebe dem Kunden nicht erzählen:

1. In den Broschüren wird auf die Wärmeleitfähigkeit Lamba 10,tr nach DIN 52612 0,0328 W/(mK) hingewiesen und wie toll dieser Wert doch ist. Was die Wenigsten wissen: Der Bemessungswert laut bauaufsichtlicher Zulassung beträgt WLG 0,040 W/(mK). Und genau dieser Wert wird angesetzt, wenn der Gebäudebrief (Energieausweis) erstellt wird. Lest Euch die Kostenvoranschläge genau durch. In der Regel wird nur die Zulassungsnummer angegeben... da steht der Bemessungswert zum Nachlesen ja auch drin, nur der Kunde hat in der Regel keine Zulassung zur Hand ;-).

2. Der Schaum hat ein Verfallsdatum auf der Verpackung.

3. Der Schaum darf nicht in Wände ohne ausreichende natürliche Belüftung eingebaut werden (steht auch in der Zulassung).

4. Der Hersteller schmückt sich mit seiner langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet, ein anderer Mitbewerber wirbt sogar mit Kompetenz aus den 50ern. Das die Hersteller in der Vergangenheit doch ein paar "kleine Wehwehchen" mit ihren Produkten hatten, kann in dem angehängten Link aus "Der Spiegel 7/1981" nachgelesen werden:

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=14325201&top=SPIEGEL

Ein Krankheitsfall ähnlich dem angehängten Spiegelartikel ist aus der Oldenburger Gegend bekannt geworden.

Mir persönlich liegt meine Gesundheit am Herzen und ich habe mich für Einblasgranulat entschieden. Bessere Dämmeigenschaften und die sofortige Wirkung der Dämmung nach dem Einbau haben mich überzeugt. Außerdem hat sich der Schallschutz auch noch ein bißchen verbessert. Und der nachträgliche Einbau von neuen Fenster ist auch kein Problem, obwohl die Schaumverarbeiter ja anderer Meinung sind.

Ich kann Euch nur den Tipp geben: Laßt Euch SCHRIFTLICH vom verarbeitenden Schäumer bestätigen das die Formaldehydabgabe unter den Grenzwerten liegt und dass die Eingebrachte Dämmung nicht(!) schrumpft. Die Grenzwerte sind im Artikel nachzulesen. Die örtlichen Verbraucherzentralen geben Euch ebenfalls Tipps zur nachträglichen Isolierung von zweischaligem Mauerwerk.

Unser Haus ist Bj. 35 und die Fugen im Mauerwerk sind entsprechend mit wenig Zementanteil versehen. An kalten, windigen Tagen zog es überall und es war immer ziemlich ungemütlich in den Räumen. Wir haben dann im September 08 die Hohlschicht mit Durolan 6 cm Wärmedämmschaum dämmen lassen. Zuvor haben wir uns über 2 weitere Systeme vor Ort beraten lassen. Die Argumente hinsichtlich der kontrollierten Verteilung des Wärmedämmschaums (Fehlstellen sind ausschließbar) waren gut nachvollziehbar. Auch die Tatsache, dass eine fester Schaumkörper besser als -eine lose Schüttung- Zugluft verhindern kann, hat unseren Entschluss in Richtung Durolan Dämmschaum gehen lassen. Allgemein empfanden wir die Beratung als die seriöseste von den verschiedenen Anbietern. Vielleicht war es nur Zufall, oder weil wir an eine tatsächliche Fachfirma geraten sind. Als unser mit viel Spannung erwarteter Dämmtermin im September da war, ging alles sehr schnell. Die Fachfirma hatte 3 Mitarbeiter -ausgerüstet mit der entsprechenden Spezialtechnik- geschickt, und an einem Tage wurden die kleinen Löcher in die Fugenkreuze gebohrt, die Hohlwand kpl. verfüllt und die Löcher wurden wieder ordnungsgemäß vermörtelt. Unsere größte Sorge.... -wegen der eingebauten Rollläden über unseren Fenstern- war unnötig. Es gab keinerlei Probleme. Da ich mir für diesen Termin extra Urlaub genommen hatte, konnte ich den ganzen Tag dabei sein. Einer der Monteure hat mich sogar aufgefordert selber stichpunktartig die Überprüfung mit dem sogenannten „Kontrollstäbchen“ vorzunehmen. Ich bin mir völlig sicher das keine Fehlstellen entstanden sind. Am Abend war alles erledigt, bestens aufgeräumt, die Fensterbänke waren abgefegt und der Garten war nur ganz wenig in Mitleidenschaft gezogen worden.
Unsere Freude darüber wurde jedoch am Folgetag getrübt, als meine Frau mich anrief und über einen wahrnehmbaren Geruch berichtete. Da sie Allergikereien ist, hatte sie Befürchtungen dass sich Allergie-Reaktionen einstellen würden. Wir telefonierten mit unserer Fachfirma und erhielten die Auskunft, dass so etwas schon mal vorkommt, aber eher eine Ausnahme darstellt. Eine Gesundheitsgefährdung sei jedoch nicht zu erwarten, da es sich um „bauaufsichtlich zugelassenes Material“ handelt. Außerdem sollte der Geruch nach einigen Tagen weg sein. Konkreteres hätten wir gern gehabt, war aber nicht zu bekommen. Bei der Verbraucherzentrale riet man uns eine Raumluftanalyse vornehmen zu lassen, um die Formaldehyd-Konzentration prüfen zu lassen. Recherchen im Internet führten uns zu einem Ingenieurbüro, das eigene Probenahmen mit zugeschickter Prüftechnik und anschließender Laborauswertung anbietet. Es entstanden zusätzliche Kosten, die natürlich nicht eingeplant waren. Andererseits wollte ich halt kein Risiko eingehen. Das Ergebnis lag dann nach weiteren 3 Wochen vor. Die gemessene Konzentration lag bei beiden Proben jeweils unter den zulässigen Grenzwerten von 0,5 ppm. (Probe 1 ergab einen Maximalwert von 0,35 ppm, Probe 2 vom Folgetag 0,28 ppm). Und als nach ca. 3-4 Wochen dieser sonderbare Geruch endgültig verschwunden war, waren wir endlich wieder beruhigt. Und bei meiner Frau kam es auch nicht zu den befürchteten allergischen Reaktionen. Ich bin überzeugt, dass diese Dämmmaßnahme eine sehr gute Entscheidung war, denn mittlerweile sind wir im Winterhalbjahr und unser jetziges Raumklima ist zugfrei und sehr behaglich. Die Temperaturschwankungen bei umschlagendem Wetter sind sehr gering geworden. Selbst an kalten Tagen springt unsere Heizung nur noch sehr selten an. Die Wandtemperatur liegt nur noch ca. 2,5°C unter der Raumtemperatur, früher waren es 5-6°C. Außerdem ist es in unsrem Hause deutlich leiser geworden. Der Straßenlärm unserer Durchgangsstraße stört uns jetzt nicht mehr. Übrigens Anfang Oktober waren draußen einige kalte Tage und mein Geburtstagbesuch sollte es wie immer behaglich im großen Wohnzimmer haben. Die Heizkörper wurde wie sonst auch schon früh auf Stufe 3 gestellt. Die Folge war, als sich der Raum mit Gästen füllte, das sich eine unerträgliche Hitze einstellte, die auch schwer wieder wegzulüften war. Das Mauerwerk hatte wohl die Wärme gespeichert und sorgte für dauerhafte Wärme. Kurzum, wir sind bestens zufrieden, sparen mindestens 25% Energiekosten, haben keine Sorge wegen Schadstoffe und können dieses Dämmverfahren nur empfehlen.

Ich beobachte die Diskussion seit geraumer Zeit. befremdet bin ich vor allem darüber, dass fast immer ein Dämmwert angegeben wird, der aber nicht der amtliche Rechenwert ist. Wieso ist man nicht so ehrlich? Warum verschweigt und verharmlost man den Formaldehydgehalt (es sit natürlich klar, dass man mit dem krebserzeugenden Zeug nicht gerne in Verbindung gebracht wird)? Auf einer Messe wurde mir erzählt der Formaldehydgehalt sei genauso groß wie bei einem Apfel. Ein Händler erzählte mir der Formaldehydgehalt würde bis zu 30% betragen. Stimmt das wirklich? Die Dämmung mag ja lückenlos einzubauen sein. Mein Schornsteinfeger, der auch Thermografie anbietet, erzählte mir allerdings, dass er häufig Fehlstellen feststelle, weil nicht genügend Löcher gebohrt worden sind. Und man mag ja zufrieden sein, aber was nützt mir das, wenn ich nach 20 Jahren Krebs bekomme? dann war die Freude von zu kurzer Dauer. Beim Asbest hat es auch kaum einer geglaubt.

Heute habe ich anläßlich einer Kundenvorführung (Hohlschicht-Schäumung eines älteren EFH durch einen kleinen Handwerksbetrieb)erstmals von Durolan erfahren und war zunächst recht angetan. Auf meine Frage nach evtl. Toxidität wurde durch Überreichung eines Durolan-Prospektes reagiert (siehe Website der Fa. Isolahn). Von Formaldehyd war nicht die Rede, das erfahre ich jetzt über Wikipedia hier bei gutefrage.net. Eine gute Frage scheint mir desweiteren zu sein, ob eine Formaldehydbelastung nach der Einbringung von Durolan in ältere EFH-Hohlschichten bei ausreichender Belüftung und/oder vorübergehender 'Evakuierung' akzeptabel sein kann oder eher Selbstmord auf Raten ? Ist die Zertifizierung durch ein Bauaufsichtsinstitut ausreichend, gesundheitliche Bedenken zu zerstreuen ? Der unter diesem Thread zitierte SPIEGEL-Artikel deutet nicht darauf hin. Wie kann ich mich also einigermaßen weise entscheiden ?? Ulf

was soll die Aufregung Formaldehyd ist doch in so vielen alltäglichen Dingen :

In der Natur kommt Formaldehyd zum Beispiel in Säugetierzellen beim normalen Stoffwechsel als Zwischenprodukt vor: Im Menschen werden auf diese Weise pro Tag etwa 50 Gramm[5 gebildet und abgebaut. Das Blut von Säugetieren enthält pro Liter ständig zwei bis drei Milligramm Formaldehyd. Weiterhin entsteht Formaldehyd auch bei der Photooxidation in der Atmosphäre. Auch in Früchten wie Äpfeln oder Weintrauben kommt Formaldehyd natürlicherweise vor. Ebenso kommt Formaldehyd in Holz vor und diffundiert in geringen Mengen auch nach außen.

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