Wer hat einen Welpen aus Ungarn oder Rumänien? Erfahrungen?

7 Antworten

Meine Familie und ich haben insgesamt vier Hunde aus Rumänien. Allerdings nicht von einer großen Orga bzw. einem großen Shelter, sondern aus einem kleinem, privatem Shelter einer inzwischen sehr guten Freundin. Sie kennt ihre "Babies". 

Deshalb kannten wir die "Macken" unserer Mädels und wussten, was auf uns zukommt. Allerdings waren unsere Hunde zwischen ca. 2 und 4 - 6 Jahr alt. Eine ist, bis auf ihren terriertypischen Jagdtrieb, total unkompliziert; eine ist unglaublich stur und brauchte relativ lange, bis sie sich eingelebt hat, ist ansonsten aber auch unkompliziert; eine ist eigentlich auch unkompliziert, hat aber, aufgrund ihrer Vergangenheit, fast alles gefressen (das habe ich inzwischen aber in den Griff bekommen) und ist sehr "gesprächig"; und eine extrem sensible und ängstliche/schreckhafte Hündin, die sich immer noch vor vielen Geräuschen erschreckt und in vielen Situationen (anfangs) noch unsicher ist. 

Viele Hunde haben schlechte Erfahrungen mit Menschen und sind deshalb sehr scheu/ängstlich. Solche Hunde sind nur sehr bedingt für Anfänger geeignet. Allerdings habe ich selten so viele aufgeschlossene, verschmuste und unkomplizierte Hunde getroffen, wie bei meinen Besuchen in Rumänien. 

Einem Anfänger würde ich auch dazu raten, einen Hund zu suchen, der in Deutschland auf einer Pflegestelle lebt. Da kann man den Hund erst einmal in Ruhe kennenlernen und kann der Pflegefamilie Fragen stellen. Außerdem kennt der Hund dann oft schon Allragssituationen, wie Staubsaugen oder Autofahren. 

Wichtig bei der Wahl der Orga ist es, dass sie die Hunde nicht "nur retten" und dann auf dem schnellsten Weg nach Deutschland bringen wollen, sondern, dass sie ihre Hunde kennen. Wenn der Hund nur eine "Standardbeschreibung" hat (Anfänger geeignet, kinderlieb, verschmuste, gelehrig) und man auf Nachfrage keine genaueren Informationen bekommt (z.B. ob und wie der Hund Kinder kennengelernt hat), würde ich die Finger davon lassen. Eine gute Orga wird dir auch gegebenenfalls von einem Hund abraten.

Da Welpen erst mit frühestens 15 Wochen einreisen darf (Impfschutz). Je nach Transport und ob er schon ausreisefertig ist, können es auch 17 - 20 Wochen werden. Deshalb verpasst man den Großteil der Welpenphase leider oft.  

Auch sind solche Hunde, von den Genen her, Überraschungspakete. Selbst wenn die Mutter (und sogar der Vater) bekannt sind, kann man nicht mit Sicherheit sagen, wie groß die Welpen später werden. 

Ein Beispiel: In dem Tierheim meiner Freundin gab es exakt einen ungeplanten Wurf. Mutter war meine Hündin, der Vater war etwa gleich groß und schwer. Der Wurf bestand aus drei Welpen, ein Rüde und zwei Hündinnen. Die Hündinnen (ebenfalls ca. 15kg) sehen ihrer Mutter, bis auf die Farbe und die Kopfform, sehr ähnlich und haben die gleiche Statur. Der Rüde (>30kg) hat insgesamt locker das doppelte an Masse und ist viel breiter und größer. Auch vom Charakter ist er viel offener und selbstbewusster. 

Meine Mutter hat so einen Welpen genommen, mit viel Glück und einer sehr guten Tierärztin hat das grade mal 5 - 6 Wochen alte, halbverhungerte Würmchen überlebt, obwohl ihr eben diese "Tierschützer" eine Wurmkur für Hunde ab 30 kg verpasst haben die den Darm extrem angegriffen und fast die Schleimhaut zuerstört  hat.

Der  Hund ist mittlerweile gute 2 Jahre alt aber noch immer sehr zurückhaltend, ängstlich und sie hat eine empfindliche Verdauung zurückbehalten. Zudem ist der angeblich Labrador zur Hälfte ein Windhund, vom Charakter her komplett.
Es hat Monate gedauert bis die Kleine den Mut aufgebracht hat draußen zu machen, bis heute fürchtet sie sich vor Brücken, muss alle Treppen außer der im Haus getragen werden weil sie Angst hat daher zu gehen (trotz langem Üben). Dazu hat sie vor allen Hunden außer meiner total Angst, zieht sich zurück, klemmt den Schwanz ein und versucht das Geräusch einer wachsenden Mohrrübe nachzuahmen. Ein Spaziergang durch die Stadt ist schlicht unmöglich, Hundeschule und Üben haben daran nichts geändert.

Ich würde nach dieser Erfahrung keinen solchen Hund nehmen, wenn überhaupt einen schon erwachsenen aber selbst das eher nicht. Nicht weil die Hunde es nicht verdienen aber ich habe schon Probleme und lade mir nicht freiwillig weitere auf die ich womöglich nicht lösen kann. Wenn ein Welpe dann von einem Züchter den ich sehr sorgfältig auswähle, wenn ein Hund aus dem Tierheim dann einer mit dem ich auch klarkomme.

Wir hatten viele solche Hunde im Tierheim. Sie wurden abgegeben, weil die Besitzer komplett falsche Beschreibungen zu den Hunden bekommen haben, sie dann nicht klar kamen und die Organisation hat sie dann nicht zurückgenommen. Ganz nach "aus dem Auge, aus dem sinn"....

Probleme waren Hypersensibilität, Unsicherheit, Agression, Futterneid, Territorialverhalten, Jagdtrieb, Unvertröglichkeit mit Artgenossen, Unverträglichkeit mit Kleintieren/Katzen, Grösse des Hundes war plötzlich nicht 30cm sondern 60cm, usw.

Diese Eigenschaften wurden verschwiegen, schön geredet oder auch abgetritten nur damit der Hund gekauft wird.

Ich bin da etwas ein gebranntes Kind deswegen und würde darum nie einen vom Ausland holen, weils so viele schwarze Schafe hat...
Wenn du unbedingt so einen haben willst, hole dir Erfahrungen von Leuten die auch schon einen haben. Wie fest unterstützt die Orga die Familie und den Hund beim eingewöhnen, bietet sie eine Hilfestellung bei Problemen und würden sie helfen den Hund weiter zu vermitteln, wenns nicht klappen würde...?

Am Besten einen Hund anschauen, der schon auf Pflegestelle ist. Die Pflegefamilie verschweigt nicht die Probleme und du kannst den Hund direkt sehen. Dort ninmst du am Besten jemand Hundeerfahrenen mit, der den Hund etwas besser einschätzen kann. ;)

da sie in Hunderudeln überleben müssen, dauert es lange, bis sie Vertrauen zu Menschen aufbauen. Das heißt zu den Menschen bei denen sie leben werden, werden  sie sich besser integrieren. Zu ganz fremden Personen wird es lange dauern bis sie Vertrauen finden. Mit anderen Hunden kommen sie gut aus, eben weil die meisten im Rudel gelebt haben.

Also sind sie zu Artgenossen je nach dem besser sozialisiert, wie die die länger im Tierheim gesessen haben, die aus schlechter Haltung stammen.

Sie sind mehr an anderen Hunden interessiert, wie an ihrem menschlichen Rudel.

Mit viel Geduld und Ausdauer bekommt man sie aber auch hin, nur es dauert manchmal Monate bis Jahre, bis eine gute Bindung da ist, aber wenn, dann sind diese Hunde mehr als treu.

Hallo, ich halte speziell diese Hunde nicht für Anfänger geeignet. Das ist immer ein Überraschungspäckchen. 

Ich nehme selber Hunde aus den Auslandstierschutz aber ich bin sehr Hundeerfahren.

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