Welche Vorteile gibt es im Utilitarismus?

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3 Antworten

Es gibt gute Argumente, eine Ethik mit einer Theorie des Guten vorzuziehen, die über ein bloßes und reines Nützlichkeitsprinzip hinausgeht. Als Kriterium (Maßstab/Richtschnur) für den Nutzen wird ein höheres Ziel zu benötigt, das nicht wiederum utilitaristisch aufgezeigt werden kann. Der Utilitarismus kann nicht aus sich selbst heraus ein letztes Kriterium des Nutzens begründen. Eine Ethik mit einer umfassenderen Theorie des Guten könnte einiges an utilitaristischen Gedanken als relativierten Teilbestandteil aufnehmen. Nützliches erreichen zu wollen ist nichts an sich Schlechtes.

Utilitarismus mit einem universalistischen Prinzip (wie er gewöhnlich vertreten), nach dem das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl anzustreben ist, hat ein grundsätzlich begrüßenswertes Ziel.

Ob Stärken/Vorteile/Vorzüge oder Schwächen/Nachteile überwiegen, hängt auch davon ab, mit welcher Ethik der Utilitarismus verglichen wird.

Die Wertethik einer Lebensphilosophie kann sehr verschwommen, willkürlich und anfällig für Vorurteile, Irrationales, Autoritätes und Totalitäres sein.

Es gibt keine völlig offene, gar keinen Standpunkt in der Metaethik einnehmende Beurteilung einer Ethik.

Beim Utilitarismus kann als ein Vorteil eingeschätzt werden, in der Ethik a) einen Realismus (Werte/Gutes ist etwas, das es gibt und nicht bloß subjektiv ist) und keinen Anti-Realismus und b) einen Kognitivismus (Werte/Gutes ist etwas, das dem Erkennen zugänglich ist) und keinen Non-Kognitivismus zu vertreten. Damit weist er als Vorteile auf, a) nicht subjektivistischer Beliebigkieit zu verfallen und b) rational zu sein. Diese Einschätzung ist allerdings (wie schon erwähnt) von einem Standpunkt in der Metaethik abhängig.

Vorzüge des Utilitarismus

a) rationale ethische Theorie: Der Utilitarimus ist eine rationale ethische Theorie. Der Ansatz ist gut nachvollziehbar und beruht nicht auf autoritärer Verordnung oder verschwommenen irrationalen Betrachtungen.

b) Eignung als praktische Lebenskunst: Utilitarismus ist in der Praxis in einigem Ausmaß als kluge Überlegung zu einem guten Leben anwendbar, sofern kein Anspruch auf eine restlos genaue Berechnung des Nutzens erhoben wird.

c) Berücksichtigung des Strebens nach Glück und Ziel einer Zunahme von Angenehmen (Lust/Freude): Das Streben nach Glück, das bei allen vorhanden ist, wird berücksichtigt. Eine möglichst große Menge an Angenehmen (Lust/Freude) ist Ziel, ebenso eine Vermeidung von Unangenehmen (Schmerz/Leid).

d) Ausrichtung auf ein Allgemeinwohl und dabei Verbindung von Individuum und Gemeinschaft: Der Utilitarismus zielt gewöhnlich auf das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl. Das Glück des einzelnen Individuums wird ebenso berücksichtigt wie das der Gemeinschaft, deren Wohlergehen Maßstab ist. Verbesserungen können so gefördert werden.

e) grundsätzliche Gleichberechtigung aller Betroffenen: Alle Betroffenen sind grundsätzlich gleichberechtigt. So werden Würde und Interessen aller beachtet.

Ein Vorteil ist, dass Utilitarismus recht einfach zu handhaben und praktisch ist. Besonders für eine größere Gemeinschaft, da es eher darum geht, als um ein Individuum. Das Problem dabei ist aber, dass alles auf einen Nenner gebracht werden muss.
Wenn man noch etwas positives finden will: John Stuart Mill, ein wichtiger Vertreter dieser Richtung, war ein liberaler Politiker, der sich stark für Gleichberechtigung der Menschen eingesetzt hat.

Im vom philosophischen Idealismus geprägten Deutschland bekam der Utilitarismus noch nie so recht einen Fuß auf die Erde. Deutschland ist das Land der Schwafelgeister und eingebildeten Genies und Realismus ist verpönt. Utilitarismus hat ein schlechtes Image. Schaut man sich die Vorurteile über den Utilitarismus genauer an, klingt es wie die Beschreibung der eigenen Schattenseite des überzogenen Idealismus. Hier ein Link zu einem Beitrag:

https://www.gutefrage.net/frage/was-sind-die-grenzen-des-utilitarismus?foundIn=list-answers-by-user#answer-204660649

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