Was wird bei Schulverweigerung wegen Sozialphobie unternommen?

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7 Antworten

Hallo,

wenn du eine Sozialphobie hast, dann ist es keine Schulverweigerung mehr. Sie muss jedoch anerkannt sein.

Ansonsten ein interessanter Link ist dieser hier:
https://anwaltauskunft.de/magazin/leben/ehe-familie/705/schule-schwaenzen-welche-strafen-drohen/

Gruß

Venix

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Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu
05.05.2016, 19:47

Unter anderem ist die Sozialphobie diagnostiziert. Hm, komisch, bist du sicher, dass das dann kein richtiger Titel für mich ist? Die vom Jugendamt nennen mich so.

Der Text behandelt ja nun Jugendliche, die einfach "keinen Bock haben". Bestimmt mich die polizeiliche Abholung jeden Morgen oder das Bußgeld auch?

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Hei, schlimm diese ständigen Ratschläge, Angst "einfach" mit Angst weiter zu bekämpfen, auch wenn es einem trotz Kliniken, Ärzten etc. über Jahre zwar einleuchtend, aber partout nicht möglich ist, oder?

Wenn ich so lese, wie und was du schreibst, möchte ich dir zu bedenken geben, dass gerade bei "Schulverweigerung" (eine recht ungenaue Beschreibung für viele Fälle) Sozialphobie, gerne auch Schulphobie, oder Angsstörungen häufig zu den Diagnosen erster Wahl gehören. Offenkundig hat die Diagnose bei dir auch nach Jahren nicht weiterhelfen können, denn darum geht es bei einer Diagnose, die richtigen Hilfswege beschreiten zu können. Bei psychischen Diagnosen sind auch Fehldiagnosen möglich und leider tatsächlich zu oft üblich. Eine korrekte Diagnose erfordert immer einen Facharzt mit gründlichen Kenntnissen, Erfahrungen und Interesse am Patienten, ihm gezielt helfen zu wollen. Es gibt zB weitere Diagnosen, die in Bereiche der Neurobiologie- oder Physiologie reichen, bei denen zB stärke Ängste eine "natürliche" und regelmäßig unabänderliche Folgeerscheinung sind. Eine Eigen- oder therapeutische Angstdesensibilisierung wäre da sogar auf lange Sicht fatal. Da geht es im Vordergrund darum, Umstände zu ändern, die das Leben wieder erleichtern, wie Fernschule zB. bei Schülern. Zu nennen wäre da zB das Asperger-Syndrom. Es wird vermutlich ein IQ-Test gemacht worden sein? Wenn er sehr inhomogen ausgefallen ist, wäre das ein weiterer Hinweis.

Auch der Bereich der Hochbegabung führt leider viel zu oft zu Schulangst und "Schulverweigerung".

Hier mal ein fatales Beispiel für die Fehldiagnose "Sozialphobie":

http://mobil.stern.de/panorama/gesellschaft/soeren-schindler--die-erstaunliche-karriere-eines-autisten--der-heute-von-headhuntern-gejagt-wird-6611584.html

Es gibt viele Möglichkeiten in deinem Fall. Dir würde ein verständnisvoller und erfahrener Kinder- und Jugendpsychologe mit einer eingehenden und akkuraten Diagnostik helfen können, Ursachen und effektive Hilfsmöglichkeiten zu ermitteln.

Und zu deiner Frage: ohne deinen Willen wird man nichts über deinen Kopf hinweg anordnen können. Das darf nur ein Richter bei erheblicher Eigen- oder Fremdgefährdung. Du bist offensichtlich ein sehr kluger Junge, du wirst mit einem kompetenten Partner sicherlich die Ursachen finden, auch wenn das Reden dir schwerfällt (was auch sehr typisch für den obigen Bereich wäre), du kannst dich auch schriftlich artikulieren.

Lass dich nicht unterkriegen, bleib dir selbst treu und vertraue auf deinen Verstand. Du wirst so besser deinen Weg und deine Art zu leben, finden.

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Kommentar von Juwel111
30.05.2016, 16:58

...Kinder- und Jugendpsychiater meinte ich, blöde Autokorrektur 😉

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Zuerst einmal: Was für eine Therapie wurde versucht, dass es wirklich nicht besser wurde?

Bei einer Phobie/Angststörung ist eine systematische Desensibilisierung das Beste und das schonenste für den Klienten. Bedeutet sich nach und nach an den stärksten angstauslösenden Reiz zu tasten. Doch braucht es EINSICHT auf Seiten des HILFESUCHENDEN. Du möchtest, dass es besser wird richtig?

Und anscheinend möchten sie eine sogenannte flooding Therapie starten, indem sie dich in eine WG stecken wollen. Ist nicht so ratsam, wenn du solch eine große Angst hast.

Bedeutet für dich also, dass du dir selbst in den Hintern treten musst und dich deiner Angst stellen. Nur so wirst du die Angst los, die angstauslösende Situation nicht vermeiden. Das fällt dir am einfachsten, wenn du mit einer Situation anfängst die dir wenig Angst macht und dich so sehr an sie gewöhnst, dass du gar keine Angst mehr hast und dann guckst nach der nächsten Situation die auf der Angst stufe ganz unten steht. usw

Ich weiß es ist sehr schwer, da eine Angststörung dadurch zustande kommt, dass man Angst hat und die Vermeidung sehr angenehm und positiv auf dein Gefühlsleben wirkt im Gegensatz zur Konfrontation mit der Situation. Aber du hast keine Wahl anders an die Angst heranzugehen als dich zu stellen. Denn die einzige Störung ist ja nicht die Angst sondern die Vermeidung, was zu einem (bei dir anscheinend hohen) Leidensdruck und Einschränkung der Funktionalität führt.

Mit 18 wird es nur schlimmer, da du selbst bestimmen kannst und rate mal was eine Person mit Angststörung wählt? "Das Gute Gefühl". Solange du minderjährig bist, können deine Eltern dich "zwingen". Das brauchst du auch. Druck von hinten, dass du nicht noch tiefer in die Spirale der Vermeidung fällst.

Die Antihaltung ist nicht ratsam und je früher die Behandlung desto höher Chancen, dass du "geheilt" wirst. Je länger du wartest, desto mehr denkt sich dein System "Ich hab bis hierhin überlebt, funktioniert doch ohne Behandlung" und du baust dir dein Leben UM die Angst herum auf, wenn es überhaupt funktioniert...

Du gewöhnst dich an die Angst, er wird dein einziger Freund sein, weil du dich komplett abschotten wirst mit "Selbstbestimmung". Ob du so leben kannst, entscheidest allein du. Such dir schon einmal einen Job wo, du nie nach draußen gehen musst (weder für Ausbildung noch für sonst was) oder sonst irgendwie Kontakt zu Menschen haben musst. Aber bedenke, nicht nur du leidest (wenn du dich gewöhnt hast eher nicht mehr), aber auch deine Eltern können leiden, wenn sie dich immer besuchen kommen müssen und du leichenblass bist weil du nie raus gehst. Oder dass du vielleicht sogar fürimmer bei ihnen wohnen wirst weil du es nicht schaffst dir selbst eine Wohnung zu mieten, weil du mit Menschen interagieren musst.

Ich rate dir, tritt dir selbst in den Hintern, geh die Therapie an und jetzt leiden damit du später viiiiel weniger leiden musst. Natürlich musst du für dich slebst abwägen wofür du das Ganze tust und was du willst. Ohne Motivation geht das hier nicht.

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Mit 18 bin ich dann eigenständig.

Ich kann dir jetzt schon sagen, dass das nicht so sein wird.

Mit diesem Satz läufst du mit der Angst davon. Und das ist genau das, was dich niemals zu einem selbstständigen, jungen Erwachsenen bringen wird.

Mit 18 wirst du genau so dasitzen, wie jetzt und wirst wegen deiner unbehandelten Angst auch keinen Job etc. annehmen. Je länger du wartest, desto schwerer wird es, die Angst loszuwerden.

Du lehnst viele Angebote ab. Dabei will dir nur geholfen werden und du musst dir helfen lassen, um mit der Angst irgendwann leben zu können.

Eine Psychotherapie wäre so oder so ein richtiger Schritt. Da du diese Angst aber schon jahrelang rumträgst und sie dich so stark einschränkt, solltest du freiwillig einen Klinikbesuch anstreben.

Weißt du was: Angstpatienten können mit einer guten Therapie ganz schnell behandelt werden. Sie haben die höchste Erfolgsquote, wieder ein normales Leben führen zu können.

Wenn du dich jetzt nicht fängst, dich aufrappelst, deine Angst besiegen zu wollen, wird es im Laufe der Zeit immer schlimmer und die Heilungschance immer geringer.

Man kann versuchen, dir zu helfen, man kann dir Angebote machen, dich anleiten und dir ein wenig helfen... Aber letztendlich musst du selber deine Angst besiegen und du entscheidest selbst, welche Hilfestellungen du umsetzt oder nicht.

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Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu
05.05.2016, 19:55

Ich weiß innerlich auch, dass sich mit 18 nichts ändern wird, aber naja, Traumdenken. Ich weiß, dass Angstpatienten oft sehr gut behandelbar sind - ebenso kann ich die Texte auswendig, dass ich mich meiner Angst stellen muss usw.

Aber weißt du, was das Jugendamt derzeit plant? Kannst du es dir denken? Heim?

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und mit 18 kannst du dann unter Menschen gehen und arbeiten? Was ist denn daran anders? Du findest keine Minijob bei dem du nicht unter Menschen arbeiten kannst. 

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Kommentar von dkjbfdkjbfkjeu
05.05.2016, 20:30

Lies doch mal die anderen Antworten und meine Kommentare.

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Zitat: Glücklicherweise gibt es gerade bei der Sozialphobie für die so wichtige Vorbeugung, spätestens aber möglichst frühe Therapie nicht nur psychotherapeutische (vor allem verhaltenstherapeutische), sondern auch pharmakotherapeutische Möglichkeiten.Denn gerade die Angststörungen, zu denen ja die Sozialphobie zählt, sprechen im Rahmen eines Gesamt-Behandlungsplanes gut auf bestimmte antidepressive Medikamente an. Deshalb sollte man sich so rasch als möglich seinem Arzt anvertrauen, selbst wenn man der Meinung ist, Schüchternheit sei halt ein Schicksalsschlag und keine Krankheit. Die Entscheidung über die Diagnose und vor allem die notwendige Therapie wird dann in der Regel in Zusammenarbeit mit einem
Psychiater getroffen - je früher, desto besser (Prof. Dr. med. Volker Faust). Zitatende      Mit deiner "Antihaltung" machst du dir deinen späteren Lebensweg nur noch schwieriger. Und ewig Hartz IV ist auch kein Grund zum Jubeln.

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Andere Klinik die eine Anschlusswohngemeinschaft hat genau für solche Erkrankungen. Denn um eine Erkrankung handelt es sich. .Und die gehört behandelt 

Ja. Ich habe es gelesen: 

Es wird über Deinen Kopf hinweg entschieden und Du spielst keine Rolle. .

Ehrlich? Selbst schuld. Immerhin hättest Du ja mal den Mund aufmachen können und sagen wie es Dich anwidert dass wildfremde Menschen wieder über Deinen Kopf hinweg entscheiden wollen. Es wäre ein Anfang gewesen. 

Das Jugendamt?

Wenn Du online eine Klinik gefunden hast, mit denen dank eigenem Erstkontakt eine Arbeitsbasis gefunden hast

und also dem Jugendamt erklärst da willst Du hin eben wegen für Dich gutem Angebot

dann wird es sicherlich erst noch prüfen

aber sinnvoller Weise zustimmen.

Wenn Du inaktiv bleibst entscheidet es über Deinen Kopf hinweg. Endziel womöglich betreute WG und Behindertenwerkstatt. 

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