Was waren die Ziele der sowjetischen Besatzungsmacht in der SBZ(Sowjetische Besatzungszone)?

2 Antworten

Militärisch war ein Ziel von dem Gebiet der später gegründeten DDR schnell tief in den Natoraum einzudringen um die kriegerische Handlung auf dem Gebiet des "Feindes" zu positionieren.

In der DDR waren entsprechend gut ausgerüstete starke Einheiten stationiert.

Nach den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges wollte die damalige UdSSR nicht nochmal Austragungsort der Kriegshandlungen sein. Die Zahlen der Toten des zweiten Weltkriegs, aufgeteilt auf Nationen, sprechen für sich.

Ebenso war die Reichweite der Atomraketen der ersten Generationen recht kurz, was damals ein starten vom Gebiet der UdSSR nicht möglich gemacht hätte, bzw. Flugzeuge mit Bomben an Bord. Auch ist die Vorwarnzeit damit erheblich verkürzt worden, weshalb auch später Raketen, die erheblich weiter flogen, in der DDR stationiert waren.

Politisch sollte die SBZ den Machtbereich des Kommunismus auf deutschen Boden ausweiten und sichern.

In allen vier Zonen fanden Demontagen, Denazifizierungen und der Aufbau politischer Strukturen statt, jedoch geschah dies unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen.

Während für die Amerikaner und die Briten die Denazifizierung und die Umerziehung der Deutschen zu Demokraten im Vordergrund standen, legten die Franzosen und die Sowjets besonderen Wert auf Demontagen und Reparationen. Neben dem Stellenwert der einzelnen Ziele wurden auch die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen an den Vereinbarungen von Potsdam deutlich. Wenigstens die wirtschaftliche Einheit sollte so lange aufrechterhalten werden, bis die Deutsche Frage in einem Friedensvertrag eine endgültige Lösung fände.

Zur Abstimmung auf diplomatischer Ebene wurden regelmäßige Außenministerkonferenzen einberufen. Ihre vordringlichste Aufgabe sollte die Vorbereitung eines Friedensvertrages sein. Die Forderung Frankreichs nach einer Abtrennung des Rhein-Ruhr-Gebietes von Deutschland stand dem sowjetischen Vorschlag nach einer Viermächte-Kontrolle dieses Gebietes entgegen. Auch auf der folgenden Konferenz der Außenminister in Moskau (Ende 1945) konnte weder in dieser Frage noch in der Frage der Reparationen in der sowjetischen Besatzungszone eine Übereinkunft erzielt werden. Auf der dritten Konferenz der Außenminister in Paris (25.4. bis 16.5.1946 und 15.6. bis 12.7.1946) stand insbesondere die Frage nach der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands im Mittelpunkt. US-Außenminister Byrnes schlug den wirtschaftlichen Zusammenschluss aller Zonen vor – ein Angebot, das die sowjetische Zone ausdrücklich einschloss. Der Vorschlag scheiterte jedoch daran, dass die Sowjetunion ihre Demontagepraxis auch auf die Westzonen ausdehnen wollte. Die USA trugen ihre Forderung nach einer Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands zwar in der Folge mit verstärktem Nachdruck vor, konnten sich aber nicht durchsetzen. Auf der Konferenz selbst blockte der sowjetische Außenminister Molotow alle Schritte in diese Richtung mit dem Hinweis ab, dass er einer Vereinigung nur dann zustimmen könne, wenn ganz Deutschland nach denselben Grundsätzen gestaltet würde, die in der SBZ schon angewandt wurden.

Im Laufe des Herbstes 1946 wechselten die Amerikaner von ihrer Politik der Kooperation zur Politik der Eindämmung („Containment“) des sowjetischen Machtbereichs. Der neue Kurs wurde dem amerikanischen Kongress am 12.3.1947 als „Truman-Doktrin“ vorgestellt. Flankierend stellte man der neuen Politik im wirtschaftlichen Bereich den nach dem neuen amerikanischen Außenminister benannten Marshall-Plan zur Seite, ein wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm für Europa unter Einbeziehung Deutschlands. Die Blockadehaltung der Sowjets einerseits sowie die Errichtung der Bizone und die anlaufende Wirtschaftshilfe der Amerikaner für Westeuropa andererseits verschärften die Ost-West-Konfrontation, die bald zur Teilung Deutschlands und zum Kalten Krieg führte.

Angesichts der Veränderungen in der amerikanischen Politik seit Ende 1946 begann die Sowjetunion noch konsequenter ihre Ziele durchzusetzen. Mit der Einsetzung starker Zentralverwaltungen, einer Reform des Justiz- und Bildungswesens sowie einer Boden- und Industriereform sollten eine sozialistische Gesellschaftsordnung nach stalinistischem Vorbild sowie eine zentral gesteuerte Staatswirtschaft aufgebaut werden.

Damit war die wirtschaftliche und politische Einheit Deutschlands nicht mehr zu verwirklichen. Die vom Parlamentarischen Rat einerseits und vom Deutschen Volksrat andererseits beschlossenen Verfassungen führten zur Bildung von zwei Staaten in Deutschland.

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