Was passiert eigentlich in einer Gruppentherapie, wenn die ganze Gruppe gegen eine Person ist?

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4 Antworten

Ein erfahrener Therapeut wird das klären.. das ist kein Problem!

Aber: "Das schwarze Schaf" steht für etwas... 

... das könnte natürlich mit der Person selbst zu tun haben... ist vielleicht unsympatisch, vorlaut..... mit "... weil der eine zum Beispiel immer angibt ....."  greifst Du ja selbst mit einem einfachen Beispiel vor.

Ob Du diese möglichen Charaktereigenschaften auf Dich selbst, oder auf ein Mitglied der Therapiegruppe projezierst ist erstmal egal:

Diese Person kann für die Gruppe eine wichtige Bedeutung haben... denn wie sie wahrgenommen und wie auf ihr Verhalten reagiert wird sagt sehr viel über die jeweiligen anderen Teilnehmer aus: 

1.) Oft dient so eine Person als willkommene Ablenkung: Solange "jemand anders schuld ist, weil diese Person vermeitlich immer alle Aufmerksamkeiten auf sich zieht.... muss ich nicht an mein eigenes Thema herangehen!"  Die eigene Vermeidung als Motor.

2.) Daneben ist es oft so, dass mögliche unangenehmen Eigenschaften, die bei anderen Personen bemerkt werden, sehr viel über mich selbst aussagen können: Ich bemerke diese Eigenschaften weil ich damit selbst ein Thema habe: Was sagt "Unpünktlichkeit" einer anderen Person über meine eigenen inneren Werte aus? Pünktlichkeit... ist gleich "Zuverlässigkeit" ... ist gleich "braves Kind"?  Würde ich selbst gern etwas lockerer mit Verpflichtungen umgehen?  usw.usw..   Solche Dinge ärgern mich, weil ich selbst kein gutes inneres Konzept davon habe... Pünktlichsein ist anstrengend... darum ärgere ich mich über Menschen, die da gelassener mit umgehen können.

Wäre ich innerlich souverän würde ich diesen Dingen mit einem Lächeln begegnen können

3.) Ich bemerke eine Störung im Konzept - sei es am Verhalten von Gruppenteilnehmern, sei es am Ablauf, sei es weil ständig dazwischengequatscht wird, sei es weil repektlos miteinander umgegangen wird: Ich würde das gerne ansprechen... Lösungsvorschläge anbieten... aber ich weiß nicht wie: Und das, was hier in der Gruppe passiert geschieht mir ja auch mehr oder weniger heftig immer wieder im Alltag  >>> und ich bleibe stumm: Mir fehlen die Worte... die Personen die ich ansprechen müsste sind so stark, unerreichbar.. selbstsicher... ganz im Gegensatz zu mir!

Wie auch immer... das sind nur ein paar Beispiele, warum so eine Situation sehr hilfreich sein kann, um einzelne Schwierigkeiten ans Licht zu bringen... über die man sonst möglicherweise elegant hinweggegangen wäre

Ich hoffe, das ist als Anregung ganz hilfreich für Dich

Bis dann Sincerely, Norbert

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Das wird geklärt.

Der Gruppenleiter sollte dafür sorgen (können), daß es nicht zu Mobbing kommt.

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Da hat der Therapeut viele Interventionsmöglichkeiten. Es könnte ja sein, dass hier die Gruppenmitglieder ein Vorurteil aufgebaut haben. Aus der Gruppendynamik ist bekannt, dass Gruppenmitglieder mit neuen Ideen die anderen verunsichern. Aber gerade diese Mitglieder einer Gruppe sind wichtig, weil sie neue Ideen einbringen. Hier gibt es viele Möglihkeiten zu intervenieren.

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um solche Situationen zu regeln gibt es den Therapeuten und nicht vergessen: solche Konfliktsituationen sagen nicht nur etwas über das Mitglied, sondern über jeden Einzelnen in der Gruppe aus

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