Was ist der Unterschied zwischen Nervengiften und Drogen?

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Im Englischen heißt Medikament u.a. „drug“. M.a.W. alle möglichen Substanzen, die den Körper heilend, „bewusstseinserweiternd", nerventoxisch oder auch anders beeinflussen, könnten wir in Deutschland auch als „Drogen“ bezeichnen. Der Begriff wäre damit weiter gefasst und verlöre auch seinen eher „negativen Beigeschmack“ … :-)

In Deutschland bezeichnen wir primär suchterzeugende Substanzen wie Haschisch, Marihuana, Kokain, Heroin … als „Droge“. Sie werden speziell im Betäubungsmittelgesetz genauer definiert und ggf. der Handel dieser Substanzen unter Strafe gestellt.

Paracelsus sagte einmal, alle Substanzen sind giftig, es komme auf die Dosis an! Eine Vergiftung ist zunächst einfach die Unverträglichkeit einer Substanz, die wir zu uns nehmen; die muss gar nicht tödlich enden, es können auch andere Folgen auftreten: Hitzegefühle, Rausch, Jucken, Zuckungen, Schmerzen …

Nervengifte sind einfach nur Substanzen, die speziell an den Nerven(enden) Symptomatiken von Unverträglichkeit hervorrufen. Sie müssen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Auch eine Droge ist ein Nervengift, ansonsten gäbe es keine Effekte wie Enthemmung oder Wahnvorstellungen.

Allerdings gibt es auch Drogen, die keine Nervengifte sind. Ein Beispiel dafür sind Pflanzen. Die Phytotherapie beschreibt pflanzliche Heilmittel, die keine enthemmende oder wahnvorstellende Wirkung haben, ebenfalls als "Droge".

Der Begriff Nervengift ist ziemlich unscharf und umfasst viele ganz unterschiedlich wirkende Toxine. Gemeinsam ist ihnen ein neurotoxischer Effekt. Darunter können auch Drogen sein, wobei Droge selbst ein noch weiter gefasster Begriff ist, den man als einen Wirkstoff oder ein Wirkstoffgemisch definieren könnte, der beim Menschen eine (wie auch immer geartete) physiologische Wirkung erzeugt. Darunter fallen Heilkräuter ebenso wie Heroin.

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