warum werden stiere in manchen ländern nach einem stierkampf getötet?

9 Antworten

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Ich lebe jetzt seit 21 Jahren in Spanien und etwas was mir hier wirklich nicht gefaellt, ist der Stierkampf. Der Direktor einer anderen Niederlassung unserer(deutschen) Firma ist Stierkampffan (er ist Spanier) und anfangs habe ich mich am Telefon oft mit ihm darueber gestritten (spaeter habe ich es aufgegeben, weil er nicht einsichtig ist). Er sagt auch, dass die betroffenen Stiere vorher ein Superleben haben, auf offenen Weiden und nicht wie die Schlachttiere in dunklen Hallen. Ich finde es aber sehr, sehr, traurig, besonders den Umstand, dass diese Tiere eigentlich nichts gegen Menschen haben, sie haben noch keine negativen Erfahrungen mit den Menschgen gehabt und nur dadurch sind sie in der Arena zu besiegen. Denn nie wird ein Stier ein zweites mal zum Stierkampf zugelassen. Die Stiere werden sofort nach Verlassen der Arena getoetet, auch in den Faellen, wenn sie eigentlich gewonnen haben und den Idioten von Stierkaempfer auf die Hoerner genommen haben. Perverser geht es kaum, oder? Beim naechsten Kampf wuessten Sie, das die Stierkaempfer feige und gefaehrlich sind und wuerden ihn sofort auf die Hoerner nehmen

Naja, ganz so ist es auch nicht. Erst einmal geht der Stier auf den Menschen los und nicht umgekehrt. Wer mal einen Spaziergang pfeifend über die Stierkampfweide machen will, würde das nicht überleben. Es gibt sehrwohl Stiere, die begnadigt werden. Wenn sie gut gekämpft haben. Das kommt selten aber nicht soo selten vor. Und feige? Ich weiß nicht. Es gibt Stiere, die - weil sie Menschen töteten - seit 10 Jahren von "Stierhatz" (was für ein Deutsches Wort: der Stier hetzt die Leute) zu Stierhatz fahren und munter weiter Leute um die Ecke bringen.

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@ericMalaga

So stimmt das mit dem losgehen auf alle Fälle nicht ! Wenn der Stier nicht losgeht wird er gepiesackt und es werden IHM Strafdanderlillas - oder wie die scheusslichen Dinger auch wirklich heißen mögen - mit extra langen Metallspitzen von der Bande aus in den Rücken gerammt. Ausserdem ist die Arena rund und damit er sich in keine Ecke zurückziehen kann und er  den Ausgang nicht mehr wiederfindent durch den er herreingetrieben wurde. Vorher wird Ihn nämlich eine Metallspitzr in den Rücken von oben gestossen an den so dämliche bunte Bändchen flattern. Deshalb läuft er aufgeregt und orentierungslos herein !

Es ist kein wirklicher Kampf weil der klügere normalerweise, wenn er eine Möglichkeit dazu hat nachgiebt. Das Tier will nur seine Ruhe !  Also das bunte Kasperle mit seinen buntem Kostüm mit seinen Balett Schühchen greift an und micht umgekehrt.

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Zuerst einmal: Katalonien hat Stierkampf erst ab 2012 verboten! Dann ist es wohl auch eine Traditionssache, ob der Stier am Ende getötet wird oder nicht. Und zu der Mär, dass sich vor allem Touristen dieses Spektakel anschauen... Nein, das ist einfach inkorrekt. In Andalusien z.B. wird in jedem Dorf die "Fiesta nacional" zelebriert und da sind gewiss keine Touristen dabei. Die Comunitat Valencia, in der auch eine Unterart des Katalanischen, das Valenciano gesprochen wird, hat zudem die Corrida gerade zum Kulturerbe erhoben. Die meisten Fiestas finden zu den "Fallas" (sowas wie Karneval) statt und dort sind die Karten sehr heiß begehrt und von Touristen sieht man da auch wenig. In Katalonien wurde die Stierkampffrage lediglich benutzt, um sie noch einen Schritt näher in Richtung der Unabhängigkeit zu nähern, da ging es eigentlich nicht um Tierquälerei. Ansonsten ist der Stierkampf in Frankreich z.B. auf dem Vormarsch, vor allem in den zu Katalonien gehörigen Regionen... Bildet Euch doch selbst eine Meinung!

Wenn du schon einmal in eine Stierkampfarena geschaut hast, wirst du wissen, daß sich gerade die Touristen dieses Schauspiel anschauen. Die Spanier sind da gar nicht mehr so interessiert, zumindest die jüngeren Spanier nicht. Aber solange Touris Geld für das Spektakel bezahlen, wird sich nichts ändern. Also sind nicht die Spanier unzivilisiert sondern die, die dafür bezahlen.

aus dem gleichen Grund warum Stiere bei uns in Grauland auf dem Schlachthof getötet werden

Das Katalonien den Stierkampf verbot ist doch eine reine politische Pharse. Weiter nichts.

Wäre Stierkampf (wie die Stierhatzen) typisch Katalan, dann gäbe es dort so viele wie noch nie. In der Tat hat alleine die katalonische Region Tarragona-Süd über 200 Stierhatzen diesen Sommer durchgezogen. Nach dem Verbot. Man merkt auch innerhalb Kataloniens einen Nord-Süd-Zwiespalt!!!

Und Politik wäre nicht Politik, wenn es kein Zurück gäbe. So wie mit der Atompolitik in Deutschland, besteht natürlich auch in Katalonien die Möglichkeit, dass die nächste Partei, die die Wahlen gewinnt, das Verbot eben wieder kippt oder lockert. Es war ja auch keine Volksabstimmung.

Die Auswirkungen? Nun, ich glaube 1-2 Länder, Frankreich und noch ein lateinamerikanisches Land wollen den Stierkampf stärken. Stierkampf wird auf kurz oder lang in den meisten spanischen Regionen zum Kulturgut aufsteigen. Und irgendwie ist es das ja auch.

Man kann sagen, was man will. Dafür oder dagegen sein. Fest steht, aus der Sicht eines Stieres, würde der zwischen einem spanischen Stierkampf- und einem deutschen Schlachtviehleben wählen müssen, bräuchte er nicht lange zu überlegen.

Ein spanischer Stier lebt wie das Leben dort eben auch ist: frei. Er macht was er will. Zeugt Rinder, hat eine endlose Weide für sich. Kämpft (von selbst) mit anderen Stieren. Versucht alles zu töten, was in sein Terretorium eindringt und manchmal springt er über den Zaun und tötet arglose Spaziergänger.

Ein deutscher Stier wird mit Hormonen vollgepumpt, steht in einem Stall, in dem er nicht weiß, ob es Tag oder Nacht ist, mit verkümmerten Gliedmaßen eingepfercht in seiner eingenen Schei*e, so wie Otto-Normalverbraucher in seinem kleinkarrierten und reglementierten Leben dahinsiecht.

Das Ende ist das Gleiche. Nur hat der Kampfstier eine wenn auch sehr sehr geringe Chance, begnadigt zu werden und kämpft gegen den Torero, während das Schlachtvieh ggf. mit einem Gabelstabler aus dem Transporter geholt wird, die letzten Minuten in einer Schlange wartet und zusehen darf, wie einer nach dem anderen seiner Mitreisenden dann die fabrikähnliche Massenschlachtungsszenerie durchläuft.

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