Warum verdienen Lehrer mehr als Erzieher?

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Weil die beiden völlig unterschiedliche Rollen einnehmen und verschiedene Funktionen haben.

Was eine "Leistung" ist, bewertet jeder anders. Bringt eine Putzfrau wenig Leistung? Bringt ein Leiharbeiter wenig Leistung? Weniger als der, der nun wirklich die exakt gleiche Arbeit wie er als Stammangestellter tut?

Lehrer und Erzieher kannst Du sowieso nicht direkt vergleichen. Lehrer sind Akademiker, Erzieher haben nur eine Fachschulausbildung. Direkt vergleichen kannst Du nur Lehrer und Pädagogen. Das sind nämlich die Studierten in der Erziehung.

Wenn Du die vergleichst und ihren verschiedenen Status, dann verdienen die Pädagogen möglicherwiese immer noch weniger und sind weniger privilegiert (z.B. nie Beamtenstatus).

Das liegt an der Funktion in der Gesellschaft.

Lehrer bilden aus. Das heisst: sie vermitteln Wissen und Fähigkeiten und prüfen deren Beherrschungsgrad beim Schüler. Damit machen sie aus dem Rohstoff Mensch für den Wirtschaftsprozess den Produktionsfaktor Arbeitskraft.

Unsere Gesellschaft ist durch und durch auf den Nutzen für den industriellen Produktionsprozess ausgerichtet. Darum hat diese Funktion einen hohen Wert und Ansehen. Um so höher je höher bewertet das Produkt.

Dir mag auch auffallen, dass Gymnasiallehrer mehr verdienen als Hauptschullehrer. Aus Gymnasialschülern werden Akademiker und damit wertvollere Arbeitskraft. Aus Hauptschülern werden bestenfalls Hilfsarbeiter, Niedriglöhner oder Prekäre, an denen reichlich Überschuss besteht. Darum wird der funktionale Nutzwert der Hauptschullehrer niedriger bewertet.

Noch höher ist folglich der Nutzwert von Hochschullehrern. Und der von Naturwissenschaften, Technik, BWL und Jura höher als der von Sozialwissenschaften (was sich nicht in erster Linie in den Gehältern an staatlichen Hochschulen ausdrückt, sondern darin, dass private Hochschulen eigentlich nur erstere Fächer überhaupt lehren, letztere gar nicht).

Erziehung vermittelt kein Wissen und keine wirtschaftlich relevanten Fähigkeiten. Sie beansprucht zwar selbst, soziale Fähigkeiten zu vermitteln bzw. zu entwickeln, wird aber von der Gesellschaft eher als Beaufsichtigung von Kindern gesehen.

Sozial nicht fähige Kinder oder Jugendliche würden als Erwachsene eben einfach nicht im Arbeitsprozess verwertet und nötigenfalls eben eingesperrt, in Mathematik und deutscher Sprache sind aber alle Kinder erstmal unfähig.

@xxonexx formuliert diese Ansicht am einfachsten: Lehrer haben Wissen, Erziehende nicht!

Damit wird der Erziehung keine Funktionalität für die Herstellung von Arbeitskraftmaterial zugewiesen wie sie die Ausbildung hat.

Meine Erklärung würde vielen nicht gefallen. Aber ich verteile keine Trostpflästerchen und Schulterklopfen, sondern beantworte Deine Frage mit einem ziemlich stimmigen Modell, oder?

Hallo,

Lehrer haben das Abitur und studiert, deshalb verdienen sie viel mehr, als Erzieherinnen. Diese haben "lediglich" ein Fachschule besucht. Lehrer haben auch viel mehr Urlaubsanspruch und verhältnismäßig wenig Unterrichtsstunden für ihr Gehalt, nur 50 % und bekommen 100 % bezahlt. 50 % sind auch so was ähnliches wie Verfügungszeit, es heißt anders.

Ich finde auch, dass Erzieher sehr viel leisten, vor allem bei diesen unerzogenen, verwöhnten und schwierigen Kindern und Eltern heutzutage. Sie hätten ein besseres Gehalt verdient.

Weil wir auf unsere Kinder schei... mal ganz grob gesagt. Wir haben keine Lust Geld für gute Bildung auszugeben. Es muss alles billig sein, so billig wie möglich. Die Probleme von billig finden wir heute mittlerweile in jeder Großstadt.

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